ssanyong Rexton W 2,0 Xdi 4WD Plus seitlich schwebend
Die Idee, den Rexton auf vier Rexgläsern schweben zu lassen, hatte Anmut. War aber harte Arbeit.
 

Testbericht: Ssangyong Rexton W 2,0 Xdi 4WD Plus

Das W steht für World Class, was typisch alles oder gar nichts bedeutet, jedoch: Der neue Rexton kann es immerhin zum Geheimtipp bringen.

21.09.2013 Autorevue Magazin

SsangYong, was auf Koreanisch nichts Geringeres be­deutet als Doppeldrachen, ist ­Koreas viertgrößter Auto­hersteller. Was nicht allein mit Beliebtheit zu tun hat, sondern mit der Tatsache, dass einiges zusammenfusioniert wurde im Lauf der Fast-Zusammenbrüche von Einzelunternehmen. Seit 2011 im Besitz der indischen Mahindra Group. Komplizierte Verhältnisse, die zum Beispiel dazu führten, dass auch ein paar Gene von Panther Westwinds drin enthalten sind. Ja genau, das ist jene Firma, die der britische Modedesigner Robert Jankel 1972 gegründet hat. Panther als ­Gegenstück zu Jaguar, ­ob­viously. Er schuf Sport­roadster im Stil der 30er Jahre und versah sie mit moderner Technik, wie im Falle des ­Panther J72 mit dem V12 des Jaguar XJS, der eine GFK-­Neuauflage des Jaguar SS100 darstellen sollte. Im Jahr 1978 war er Bestandteil unseres ­damaligen Supertests, Philipp ­Waldeck widmete ihm eine Eloge. Über die Autoszene ­hinaus berühmt wurde Jankel mit dem Panther Six von 1973. Der sechsrädrige Tyrrell F1 Project 34 hatte ihn dazu in­spiriert. Vier lenkbare Vorderräder! Dank zweier Garrett-Turbolader wurde der 8-Liter-Cadillac-V8 auf 600 PS hochgeblasen. Doug Nye, der ihn damals als einer der ersten Journalisten fuhr, war beeindruckt von der Bissigkeit in Kurveneingängen und von der Effizienz der Bremsen. (Das Projekt scheiterte bald an der Beistellung passender Vorderreifen.) Später brachte Jankel noch den historisierenden Panther Lima heraus, einen Bestseller geradezu: tausend verkaufte Exemplare. Dennoch musste Jankel 1979 Bankrott anmelden, und Panther Westwinds wurde von Young Kim in die SsangYong-Gruppe eingekauft. Man ließ aber in England weiterproduzieren. Ergebnis: Panther Solo, ein zweisitziger Sportwagen mit Technik des Fiesta XR2. Aber alles, was der Markt dahingehend vertrug, absorbierte der fast zeitgleich erschienene Toyota MR2. Außerdem verlor man mit jedem verkauften Solo Geld, was auf die Dauer nicht gut gehen konnte.

Lange Vorrede für einen nicht ganz neuen SUV/Geländewagen, doch wir finden, ­gerade Vielfalt muss gefördert werden, damit wir nicht alle dem Mainstream verfallen.

SsangYong brillierte bisher vor allem durch atemberaubend schauerliches Design.

Wir sagen nur: Rodius! (Aber wenn man den BMW X6 dagegenstellt, ist auch der nur noch halb so schlimm.) SsangYong Musso, Korando – Billigware am Rande der Wahrnehmung hierzulande, doch neuerdings (der neue fesche Korando wurde sogar vom Büro Giugiaro gezeichnet) bieten Autos wie der Rexton W in seiner dritten Generation den approbierten Guten Geschmack. Dank Mercedes-Lizenzmotor (was schon langjährige Tradition hat), überkompletter Grundausstattung, zeitgemäßem Sicherheitspaket samt Fenster- und Seitenfenster-Airbags vorne bis hin zur Aktivkopfstütze und verbrämt mit geradezu alt­modisch gutem Komfort, mit Praktikabilitäten wie Isofix oder Carfinder-Funktion (der Innenraum erstrahlt, wenn man die FB drückt), überzeugt der Rexton auch durch Sechsgang-Schaltung oder wahlweise Fünfgang-Mercedes-Automatik sowie durch angewandte Siebensitzigkeit. Weitere Wahlmöglichkeit: 2WD oder 4WD.

 

ssangyong Rexton W 2,0 Xdi 4WD Plus dynamisch lacke wasser front Seite

Der Rexton baut auf den Rahmen der alten M-Klasse auf, und der Innenraum wurde offenbar durch Verwendung dicker Gummipakete sediert, was ihn einerseits sehr leise macht über den 155 Diesel-PS, andererseits auch sehr weltenfern, was das Fahrgefühl betrifft: Jede Menge Bodyroll, und das Nachfedern von überfahrenen Kanaldeckeln scheint den Wagen noch nach dem Abstellen zu schütteln. Doch die Bremsen sind gut, und wenn auch die Lenkung eher den Gestirnen anzuhängen scheint, so hat man ein entspanntes, kaum von Autofahren beeinträchtigtes Reisegefühl. 25 Zentimeter Bodenfreiheit – damit ist man für die meisten Landausflüge ­bestens gerüstet. Die Auto­matik kann per Knipsschalter am Hebelknauf handgeschaltet werden, was man bisweilen tut, um ­irgendetwas Eingriffiges zu spüren inmitten der ­widerstandslosen Gesamtweichheit.

 

ssangyong Rexton W 2,0 Xdi 4WD Plus kofferraum

KOMPLETT MIT BETT O.k., die Ladekante mag etwas überhöht sein, doch sonst gibt es wenig zu bekritteln.

Bleibt die Frage, was er kosten soll:

Die Verkaufspreise, so die Importeurvertreter der ­Syma-Autohandels-GmbH in Klagenfurt, entsprächen ­jenen wie vor acht Jahren. Was also bedeutet: Rexton Plus 2WD € 28.990,–, Rexton Plus 4WD € 31.590,–, Rexton Premium 4WD Automatik € 36.990,–.

In nächster Zeit soll auch das Händlernetz ausgebaut werden. Einem Verkaufs­anstieg nach einem schwachen Frühjahr steht nichts im Wege: Dazu musste nur ein einziges Exemplar verkauft werden.

 

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