Combi RS TDI TSI Vergleich front vorne seite
BLENDEN UND TARNEN Skoda agiert gekonnt am Schnittpunkt zwischen dem Bedürfnis, die Kraft zu ­zeigen, und der Kunst, es nicht zu übertreiben.
 

Vergleich: Skoda Octavia RS Combi TSI versus TDI

Sparen auf hohem Niveau. Viel Auto, viel Schmalz und ein moderater Preis als Benziner wie auch als Diesel.

09.01.2014 Autorevue Magazin

Es ist schon gute Tradition bei Skoda, mit dem Modell RS eine scharf motorisierte Variante anzubieten, früher nur als Benziner, mittlerweile auch als Diesel. Damit ergibt sich die wunderbare Gelegenheit, Benziner und Diesel mit ihren ­unterschiedlichsten Facetten von der Leistungsentfaltung bis zu den Unterhaltskosten zu vergleichen.

Skoda Octavia RS Combi TSI und TDI: Die Gemeinsamkeiten

Bevor wir aber auf die Unterschiede eingehen, erst mal die Gemeinsamkeiten: schwarz unterlegte serienmäßige Xenon-Scheinwerfer, die ebenfalls schwarzen Waben­gitter mit integrierten Nebelscheinwerfern im Stoßfänger und dem RS-Logo im Kühlergrill. Wer mit noch mehr Schwarz sein Selbstbewusstsein auf der Überholspur schärfen will, bekommt extra auch ein Design-Paket mit schwarz umrandetem Kühlergrill, schwarzen Rückspiegel-Abdeckungen und im Fall des Combi einer schwarzen Dachreling. Auch innen dominiert Schwarz. Und die roten Nähte an den Sportsitzen muss man nicht unbedingt nehmen.

Combi RS TDI TSI Vergleich heck hinten

Etwas mehr Schwarz vorne – und die wichtigen Auspuff­blenden hinten sind hübsches Blendwerk.

Skoda Octavia RS Combi TSI und TDI: Die Unterschiede

Jetzt zu den Unterschieden: Beide liegen an der Obergrenze der quasi normalen Motorisierung. 220 PS hat der Benziner, 185 PS der Diesel. Man muss aber auch die Drehmomente vergleichen, nämlich 350 Nm der Benziner und 380 Nm der Diesel, um zu verstehen, dass die beiden sich in ihrer Leistungsentfaltung sehr ähnlich verhalten. Der wesentliche Unterschied spitzt sich gleich nach dem Losfahren zu: Der Benziner wirkt aus dem Stand heraus etwas leichtfüßiger, der Diesel dafür wuchtiger. Wenn man einmal auf Trab ist, outen sich beide als üppig motorisierte Autos, die eine Menge Fahrspaß bereiten, der weit über ihr recht nüchternes äußerliches Alltagsgehabe ­hinausgeht. Deutsche Autobahn gewinnt der Benziner, denn bei hoher Geschwindigkeit zählt alleine der Leistungs­vorsprung, beim Verbrauch ­gewinnt naturgemäß der Diesel (siehe Kasten).

Combi RS TDI TSI Vergleich cockpit innenraum

COOL, ABER NICHT ÖD. Die Handschrift der VW-Gruppe tritt im Innenraum besonders deutlich hervor. Die Bedienoberfläche ist okay.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Der Boden der möglichen ursächlichen Begehrlichkeiten spannt sich nun also um die Frage Limousine oder Kombi, Diesel oder Benzin, Handschaltgetriebe oder Doppelkupplungsautomatik. Die Antwort auf die Preisfrage sieht jedenfalls so aus und ist, wie bei Skoda üblich, ohne Verschränkungen und Wenn und Aber möglich: Der Kombi ist um 900 Euro teurer als die Heckklappen-Limousine, der Diesel kostet um 1.400 Euro mehr als der Benziner, der Aufpreis für das DSG beträgt 2.000 Euro. Mit dem DSG kauft man eindeutig einen Komfortvorteil. Im Normverbrauch liegt das DSG minimal höher als die handgeschaltete Variante. Aus langjähriger ­Beobachtung können wir getrost behaupten: Die konsequente Schaltstrategie des DSG gleicht den geringfügigen ­Wirkungsgradnachteil aus. ­Zumindest gibt es eine Vielzahl an weit einflussreicheren Faktoren für den Verbrauch.

Combi RS TDI TSI Vergleich motorCombi RS TDI TSI Vergleich motor

Was wir hier mehr zufällig entdeckten: Die 18-Zoll-Leichtmetallfelgen des Diesels aus der Aufpreisliste (200 Euro) sind mit ihrem 40er-Querschnitt noch alltagstauglich. Die 35er-Räder für 2.350 Euro aus dem Zubehörprogramm sehen zwar echt gut aus, sind aber doch schnell zerkratzt, sobald man die gekachelte Garage verlässt (vielleicht sollte man sie nur fürs Wochenende montieren). 

Zahlen: 1.000 Euro pro Jahr

Auch wenn die Unterschiede kleiner geworden sind: Das Vergnügen, den noch spritzigeren Benziner zu bewegen, kostet zusätzlich Geld. Der Neupreis des Diesels liegt zwar um 1.400 Euro höher, was bei einer Betrachtungsweise über 100.000 Kilometer aber weniger ins Gewicht fällt. Eine Differenz von 2,3 Liter auf 100 km bedeutet hingegen 2300 Liter mehr Benzin als Diesel. Das sind Mehrkosten von 3.220 Euro, wenn man für einen Liter Sprit 1,40 Euro einsetzt. Bedenkt man, dass Benzin etwas teurer ist als Diesel, ist der Unterschied noch etwas größer. Wer diese 100.000 Kilometer in fünf Jahren fährt, hat dann noch einen zusätzlichen Nachteil seitens des Benziners aufgrund der höheren nominellen Motorleistung, nämlich rund 900 Euro mehr für Haftpflichtversicherung und motorbezogene KFZ-Steuer. Nach fünf Jahren und 100.000 Kilometern wird man auch den Diesel leichter, schneller und deutlich teurer verkaufen können. Das heißt, beim Benziner ist unter den genannten Bedingungen mit einer Größenordnung von jährlich 1.000 Euro Mehrkosten zu rechnen.

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