Sitzen wie ein Astronaut: Mazda2 Skyactiv-G 75

In Japan ist der Mazda2 bereits „Auto des Jahres“. Nun soll der japanische Kleinwagen dem VW Polo das Leben schwer machen.

05.11.2014 Press Inform

In Ryo Yanagisawa herrscht der bei Mazda viel beschworene Geist eines Samurai. „Ich habe mir geschworen, dass der Mazda2 das Gesicht in der Menge sein wird“, erzählt der Mazda2-Chefdesigner, der auch dem Mazda BT-50 sein Aussehen gab. Dieser Vorsatz ist wahrlich nichts Neues, aber bei einzelnen Lackierungen durchaus gelungen: Wer die Farbe „Smokey Rose“ ordert, bekommt einen dunklen Fliederton, der definitiv auffällt. Die Silhouette des Kleinwagens entspricht dem Mazda-typischen Kodo-Design, was sich durchaus sehen lassen kann.  In Japan wurde der Demio (so heißt der Kleinwagen in seiner Heimat) bereits zum Auto des Jahres gekürt. Das ist kein Einzelfall. Auch beim Rest der Welt findet das Aussehen der japanischen Autos Anklang.

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Ambitionierte Ziele

Soviel Erfolg macht selbstbewusst. „Mazda geht seinen eigenen Weg. Unsere Wettbewerber sind nicht Ford oder Opel. Wir wollen uns mehr an VW orientieren“, sagt Mazda-Deutschlandchef Josef Schmid. Der 75-PS-Polo kostet mit 13.415 Euro genau 625 Euro mehr als der Japaner. „Mit 12.790 Euro ist die 75-PS-Einstiegsversion des Mazda2 zwar etwas teurer als der Vorgänger, ausstattungsbereinigt ist es aber weniger“, rechnet Schmid vor und schiebt mit einem Radio, Start-Stopp-Technik und elektrischen Fensterhebern hinten gleich die Fakten nach. Ab dem 27. Februar muss sich der Mazda 2 im Kleinwagen-Haifischbecken beweisen. Wenn sich 11.000 deutsche Autofahrer im nächsten Jahr für den Mazda2 entscheiden, hat der Kleinwagen sein Soll erfüllt.

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Mazda2 2015: up to date

Wer etwas Geld in die Hand nimmt, kommt beim Mazda in den Genuss einiger Annehmlichkeiten, die in der Kleinwagenklasse nicht üblich sind. Die Spanne reicht von einem Spurwechselwarner bis hin zu einem Stadt-Notbremsassistenten. Bei der Konnektivität kann sich der Nippon-Polo sehen lassen. SMS und Facebook-Einträge liest die Mazda-Siri vor und notiert auch die diktierten Nachrichten. Für 600 Euro Aufpreis gibt es dann ein Navigationssystem dazu. Das alles gibt es in der Exclusive-Line zu ordern, die auch Klavierlack-Applikationen mit an Bord bringt.

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Schöner Raum

Sogar ein Head-Up-Display findet sich in der Ausstattungsliste. Ebenso wie Mini wird beim Mazda2 die Geschwindigkeit und Navigationshinweise nicht mehr auf die Windschutzscheibe, sondern auf einen kleinen Klapp-Bildschirm projiziert. Das Cockpit mit dem zentralen Tacho und dem digitalen Drehzahlmesser erinnert stark an das des großen Bruders Mazda3. Die weißleuchtenden Dioden haben den Charme der 90er Jahre. Die Bedienung mit dem Drehknopf orientiert sich an BMWs iDrive, erreicht nicht ganz dessen Perfektion, ist aber dennoch eingängig. Ergonomisch spielt der Mazda2 in der ersten Liga mit. Die Sitzposition ist gut und das Gestühl bequem. „Wir haben uns genau angeschaut, wie ein Astronaut sitzt“, erklärt Mazda-Manager Kengo Fukushima. So lassen sich auch lange Strecken entspannt bewältigen. Der Raum-Luxus beschränkt sich nicht auf die erste Reihe, auch auf den hinteren Plätzen finden groß gewachsene Europäer in dem 4,06 Meter langen Kleinwagen Platz.

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Unterwegs

Die Kofferraumluke ist leider etwas klein, die Ladekante hoch und beim Umlegen der Rückbanklehnen entsteht eine deutliche Stufe. Das Fassungsvermögen von 280 bis 950 Litern hat die Abmessungen des VW Polo (280 bis 952 Liter), bleibt aber unter denen des Klassenprimus Skoda Fabia (330 bis 1.150 Liter). Anders schaut die Sache aus, wenn sich der 1.045 Kilogramm schwere Japaner erst einmal in Bewegung setzt. Der Mazda2 ist komfortabel abgestimmt und hält auch grobe Schläge von den Bandscheiben der Passagiere fern. Die komfortbetonte Abstimmung setzt sich bei der Lenkung fort, die nicht auf jedes Zucken der Handgelenke reagiert und erst nach einem gewissen Kurbeln die Richtungsänderung umsetzt.

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Mazda2 Skyactiv-G 75: 4,7 Liter im Schnitt

Geht es schneller in die Kurven, verhält sich der Mazda2 neutral und kündigt den Grenzbereich gutmütig untersteuernd an. Mit einem Sprintvermögen von 12,1 Sekunden von null auf 100 km/h und einer Spritzengeschwindigkeit von 171 km/h flutscht es sich mit dem 75-PS-Triebwerk gut durch den Alltag. Der Spritverbrauch ist mit 4,7 Liter pro 100 Kilometer dementsprechend gering. Wer den Vierzylinder Japaner mithilfe der gut definierten Fünfgangschaltung bei Laune hält, kommt flott voran.

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