Limitiert und teuer, die Rückkehr der Shelby-Geheimwaffe

Eine limitierte Kleinstserie lässt Geschichte wieder aufleben. Das Shelby Cobra Daytona Coupé Continuation, eine kostspielige Spielerei?

radical mag
Veröffentlicht am 09.11.2017

Vielleicht wäre es das wahrhafte Gerät gewesen, damals, 1964. Vielleicht hätte das Daytona Coupé mit dem großen Motor damals tatsächlich eine Chance gehabt, in Le Mans zu gewinnen. Man erinnert sich: Le Mans 64 war der erste Auftritt des Ford GT40 – und eine Katastrophe für Ford, alle Wagen fielen aus. Auf dem 4. Rang (hinter drei Ferrari) klassierte sich ein Shelby Cobra Daytona, dies allerdings mit dem nicht wirklich potenten 4,7-Liter-Motor.

Die traurige Geschichte der Geheimwaffe

Carroll Shelby hatte allerdings schon Monate vor dem Rennen ein Daytona Coupé (CSX2286) verlängern lassen, John Olsen baute den 427er-Motor ein (mit dem Ford dann 1966 endlich in Le Mans gewinnen konnte), Bob Bondurant testete den Wagen (das Teil ging deutlich über 320 km/h…). Doch dann, auf dem Weg nach Le Mans, schlug das Schicksal zu: Der Transporter verunfallte, CSX2286, als «Geheimwaffe» von Shelby bezeichnet, wurde derart stark beschädigt, dass das Fahrzeug nicht zum Rennen antreten konnte. Und wurde dann wieder zum 289er zurückgebaut. Und gewann 1965 in Le Mans keinen Blumentopf.

© Bild: Carroll Shelby International

Fortsetzung der Geschichte?

Nun will Shelby die Geschichte neu schreiben. Sechs Exemplare des Daytona Coupé mit dem 427er-Motor werden jetzt neu gebaut. Oder wie das Shelby-Chef Joe Conway sagt: «Wir nehmen uns des «unfinished business» von Carroll Shelby an». Nun ja: Es gab damals sechs originale Daytona Coupé, alle mit dem 289er. Es wird jetzt mit den genau gleichen Chassisnummern noch einmal sechs Daytona Coupé geben, alle mit dem 427er. Zu diesem sagt man dann offiziell: Continuation. Wir sagen Geschichtsbeugung – und empfinden es als traurig. Aber es werden sich sicher sechs, Kunden finden, die wohl siebenstellig abdrücken, um so ein Teil kaufen zu können. Sie kriegen dafür 550 PS und ein manuelles 4-Gang-Getriebe und so ein bisschen Alu-Gehäuse drumherum. Das immerhin sieht großartig aus.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com


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