Saab 9-3 Cabrio dyn links
Heute rot, morgen tot.
 

Testbericht: Saab 9-3 Cabrio

Was Sie kaufen könnten, wenn es es noch gäbe.

11.10.2011 Autorevue Magazin

Dieser Artikel erschien in der September-Ausgabe der Autorevue, wir hatten den Testwagen Mitte August im Haus. Aus gegebenem Anlass ist die Geschichte leider nicht mehr ganz aktuell…

Aufgegeben wird ein Brief

Wenn ein Unternehmen Aktien abstoßen muss, um die Gehälter zahlen zu können, wie bei Saab im Juli geschehen, dann werden selbst die größten ­Optimisten einräumen müssen, dass es ein kleines Problem gibt. Und: Wenn man schon bei den laufenden Kosten solche Schwierigkeiten hat, woher soll dann das Geld für Neu­entwicklungen kommen? Von zwei Chinesen und einem ­Russen, hören wir seit Monaten. Ein Glück, dass sowieso gerade die ganze Welt krachen geht, da kriegt der Fall Saab gleich viel harmlosere Dimensionen, relativ.

Genießen wir also die Gegenwart und lenken wir das Saab Cabrio mit großer Geste übers Land. Mit großer Geste deswegen, weil das Lenkrad so groß ist wie eine Familienpizza. Das irritiert im ersten Moment, wird aber innerhalb weniger Kilometer zu einem wesentlichen Element der positiven persönlichen Befindlichkeit. Denn Menschen, die große Lenkräder drehen, können nicht gleichzeitig dicht auffahren, andere schneiden oder mit 180 über die Alphatierspur fetzen. In gegenständlichem Fall kommt hinzu, dass man mit einem schwedischen Auto sowieso Teil eines positiven Bildes sein sollte und ist, bespielt von Ikea, Pisa-Test und Michl aus Lönneberga.

Und weil das alles so nett ist, fiele es uns besonders schwer, uns von der Marke Saab zu verabschieden.

Dabei merkt man dem Auto natürlich ein bissl an, dass die Entwicklungsabteilung offenbar schon länger auf Zwangsurlaub ist. Während sich andere Hersteller beispielsweise vor Assistenzsystemen derstessen (Spurhalteassist, adaptiver Tempomat, Nachtsicht etc.), gibt es hier nur einen Einpark-assistenten. Wobei, unter uns: Wer braucht das ganze Glumpert wirklich?

Bleibt ein sehr angenehmes Cabriolet bourgeois-bohemienhaften Zuschnitts, in dem es auch bei höherem Tempo vorne kaum zieht, das großzügig Platz für vier bietet und mit seinem Stoffverdeck noch gute alte Schule ist. Die Armaturenlandschaft kennen wir seit vielen Jahren, und sie ist immer noch schick. Laut zu loben sind die außergewöhnlich weichen Sitze, zumal aus Leder, bequemer hat man’s zu Hause auch nicht.

2012 soll ein ganz neuer 9-3 kommen, bald darauf das Cabrio. Es gibt da zwei Chinesen und einen Russen.

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