rolls royce wraith vorne seite
Man hat ja sonst keine Möglichkeit mehr, sich von der Masse abzuheben.
 

Testbericht: Rolls Royce Wraith

Sport, wo bisher kein Sport war. Oder: Selbst fahren als Intervention.

04.12.2013 Autorevue Magazin

Der Limo-mit-Chauffeur-Status ist ja schon fast zu einem Massenphänomen geworden, seit die Zahl der Reichen und Superreichen auf der Welt ins Kraut schießt. Für Exzentriker, die aus Prinzip eine Lebens­haltung neben der Spur pflegen, bleibt nur eines: Selbst fahren. Als ­paradoxe Intervention.

Treue aber zählt noch. Weshalb Rolls-Royce nun einen Schritt gemacht hat, der einem außerordentlichen Wagnis gleichkommt: Rolls-Royce hat einen Sportwagen gebaut. Sport muss freilich im weiteren Sinn verstanden werden. Rolls-Royce hält sich fern
von lauter Hitzigkeit, die anderswo gepflegt wird.

rolls royce heck seite

Schnelle Erscheinung, sehr leise und mit reisetauglichem Kofferraum.

Rolls-Royce Wraith heißt das neue Coupé, das geschichtlich alle Rekorde bricht.

V12, 632 PS, 800 Nm. Wraith ist ein altes Wort für eine ­Geistererscheinung, die kühl, aber nachhaltig Angst und Schrecken verbreitet. Das passt. Wenn sich ein 5,26-Meter-Wagen mit 2,3 Tonnen in völliger Ruhe und ­brutaler Seidigkeit auf den Weg macht, werden innerlich Botenstoffe freigesetzt, die die Wissenschaft noch nicht erforscht hat.

Das Kraftreservoir scheint unerschöpflich und der Umgang ist mühelos. Wozu auch gehört, dass der Fahrer außer fahren nichts tun muss. Es gibt keine Sporttasten, keine Schaltpaddles, keine Ablenkung. Der Innenraum wurde in seiner Präsenz zurückgenommen. Das matte Holz an den Türinnenseiten schluckt Lichtreflexionen und stört den Fahrer nicht in seiner Konzentration. Auch Modernismen wie ein Head-Up-Display sind in diesem ­Sinne wohl gemeint.

rolls royce wraith cockpit innenraumWraith: ein subtil bearbeiteter Ghost

Kein Rolls-Royce ist wie der andere, aber man kann schon so weit gehen zu sagen, dass der Wraith in seinem Grundgerüst auf dem Ghost basiert. Er hat einen um 183 Millimeter kürzeren Radstand und wurde ein paar Fingerbreit, naja, dafür gibt es kein anderes Wort: tiefergelegt. Das Lenkrad ist außerdem kleiner und in seiner Ausrichtung so geneigt, dass die Schultern des Fahrers eine leicht ­aktivere Haltung annehmen. Es wurde subtil gearbeitet. Was man auch an den neuen Sitzen ­ablesen kann, die auf mehr ­Seitenhalt getrimmt wurden. Eine Spur nur, gerade so viel, dass es dem feinfühligen Kenner auffällt. Man hat ja sonst keine Möglichkeit mehr, sich von der Masse abzuheben.

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