Renault Mégane CC Floride mit Susanne
 

Testbericht: Renault Megane CC Floride

Das Dach öffnen. Aufblühen. Und die anderen staunen lassen.

01.05.2011 Autorevue Magazin

Floride, so heißt Florida auf Französisch. Der Name, der mit dem berühmten Cabrio von 1959 verbunden ist, kam damals ja nicht von ungefähr zustande. Die Idee war das ­Resultat eines Treffens des ­seinerzeitigen Renault-Chefs ­Pierre Dreyfus mit amerikanischen Händlern, sie wurde dann so wunderbar von Pietro Frua umgesetzt, jenem italienischen Hall-of-Fame-Designer, der später neben mehreren Glas-Modellen auch für Maserati den Quattroporte I und den Mistral ­entwarf. Renault präsentierte Coupé und Cabrio unter ­großem Aufsehen 1959 auf dem Genfer Salon, aber den richtigen ewiglichen Großartigkeitsstatus verschafften dem Floride die Werbeaufnahmen mit der jungen Brigitte Bardot, die blond und taufrisch schön lächelnd die heute noch wirkende St. Tropez-ness zum Auto addierte.

Floride, 52 Jahre später. Diesmal als Beiname zum ­Mégane CC. Floride bezeichnet jetzt ein Sondermodell der modernen Coupé-Cabriolet-Generation, der zum Ideal ­verschliffenen Doppelgestalt mit eindrucksvoll faltendem Blechdach. Vor knapp einem Jahr wurde auch der Mégane CC im Zuge des gesamten Modellwechsels erneuert. Die bisher bei fast allen Coupé-Cabrios ästhetisch eher als schwerfällig empfundene Back-to-Front-Proportionierung hat Renault durch einen Design-Kniff entschärft, indem man die weit vorne an­setzende Frontscheibe (sonst gehen sich die mächtigen Dachtrümmer im Kofferraum ja nicht aus) durch eine doppelt aufgesetzte Seitenlinie ­kaschierte und den optischen Schwerpunkt damit weiter nach hinten versetzte. Als Wermutstropfen in der wohligen Welt der lichtdurchfluteten Ganzjahresnutzung (das Dach ist aus Glas!) muss man auch hier den etwas mühsam schmalen Kofferraumzugang bei weggeklapptem Dach in Kauf nehmen – 211 von 417 Liter bleiben übrig, aber glücklicherweise bietet der Mégane CC ja auch zwei geräumige Fondplätze, die einem als Transportspielraum zuarbeiten, soferne das Ladegut dem Fahrtwind ausreichend Eigengewicht entgegensetzen kann.

Als Floride ist der Mégane CC natürlich vor allem offen ein Gedicht. Zur speziellen ­Elfenbein-Lackierung der Karosserie und zu den in Wagenfarbe gehaltenen hellen ­Felgen gesellt sich ein flächendeckend zweifarbiges Interieur in Beige und kraftvoll kontrastierendem Rot, wobei es sich nicht um
ein effekthaschendes Erdbeer- oder zum Kitsch neigendes Himbeer-Rot handelt, sondern um ein fan­tasieanregendes, zwischen altem Burgunder mit leichten Rostanklängen und elaboriert mit blumigen Orange- und Brauntönen hin und her spielendes, recht erwachsenes Rot, an dem man sich keinesfalls schnell sattsehen wird. Dort, wo dieses Rot auftritt, ist die Oberfläche aus Kunststoff (Armaturenbrett, Sitzseitenwangen etc.), soll aber entfernt an Tierhaut erinnern, weshalb Renault im Prospekt auch ­„Lederoptik“ zur näheren Beschreibung vermerkt. Vorzug eines solchen Synthetikmate­rials ist seine ­Robustheit, eine Eigenschaft, die beim Offenfahren und dem damit verbundenen Umgebungsschmutz-Einfangen eine durchaus willkommene ist.

Eher an Klavierlack oder ­poliertes Bakelit erinnern die glänzenden beigen Oberflächen. Auch die Mittelpassagen der ­Sitze sind in Beige gehalten und aus Stoff. Die Gurte sind exquisiterweise rot, und das Lederlenkrad zweifärbig. Auch im Lieferumfang der Sonderedition enthalten: Ein Tom-Tom-Navigationssystem, das vor allen fix installierten Radarfallen warnt, ein Radio/CD-Soundsystem mit diversen Schnittstellen für externe Musikkonserven, Bluetooth fürs telefonische Freisprechen und 17-Zoll-Felgen.

Als Floride tritt der Mégane CC ausschließlich als Vierzylinder-Benziner auf, der dem aktuellen Trend des Down­sizings folgend per Turbo und DI zu Kraft (130 PS) und überschaubarem Verbrauch (im Test: 9,2 Liter/100 km) erzogen wurde. Die sechs Gänge werden händisch verabreicht. Der Preis liegt bei 30.550 Euro. 

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