Aufstand im Zwergenstaat. Hier: Clio Gordini gegen Abarth 500 C.
 

Testbericht: Renault Clio Gordini

Kompakter Spaß in mehrfacher Hinsicht: Mit dem Renault Clio Gordini die Drehzahlleiter rauforgeln – und nächster Gang.

18.07.2011 Autorevue Magazin

Dieses Auto ruft doch etwas Erklärungsbedarf hervor, jedenfalls für das jüngere Publikum, an welches sich der Wagen aus dem ­Inneren seines Wesens wendet: Der Herr Gordini war ein italieni­scher Tuner, der nach Frankreich auswanderte, sich mit Simca verbandelte und Mitte der 1950er-Jahre bis in die Formel 1 vordrang. Später entwickelte man für Renault ein Rallyeauto namens Dauphine Gordini, und folglich wurden sportliche Renault-Modell öfter mal Gordini genannt.

Dies ist nun der jüngste Gordini, und er trägt die Tradition bis in die Lackierung hinein glaubwürdig weiter. Es gibt ihn ausschließlich in diesem charakteristischen Blau, das sich Maltablau nennt, und ein weißer Doppelstreifen signalisiert auf volksnahe Art, dass hier die Post abgeht. Und zwar ganz klassisch. Der Zweiliter-Benzinmotor ist ein Sauger, also in dieser Konfiguration der Letzte seiner Art (obwohl Renault in den Achtzigern Pionier bei den kleinen Turbos war, Stichwort Renault 5 Alpine Turbo). Da muss man ja schon wieder was erklären: Jungs, hochdrehen! Sonst werdet ihr euch immer wundern, wo die 200 PS bleiben.

Damit befinden wir uns schon mitten im Vergnügen, in der unvergleichlichen Art, wie die Maschine ihre Leistung aus der Drehzahl schöpft, begleitet vom klassischen, gewissermaßen analogen Maschinensound des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Da kommt nicht unerwartet Schmalz, das ein Turbolader aus dem Nichts hervorzaubert. Du bist bei jeder Umdrehung live dabei. Klar die Botschaften des Motors und genauso klar die Botschaften des ganzen Autos: Ein ungewöhnlich exaktes Sechsganggetriebe holt sich den nächsten Gang fast selber rein, die Lenkung schön direkt und mit gutem Feedback, die Sitze straff und mit beachtlichem Seitenhalt, aber ohne zu zwicken: So macht Auto fahren Freude.

Kontrovers wird die Härte des Fahrwerks diskutiert – oder ­besser gesagt die Nichthärte. Es ist wohl sehr angenehm, ein
in allen Fasern sportliches Auto zu dirigieren, das dich nicht durch ungeziemendes Hoppeln quält. Zur Aufrechterhaltung des ­alltäglichen Sportsgeists auf öffentlichen Straßen genügt ja das Wissen um die umfassende Potenz des Vehikels (Spitze 224 km/h). Was aber anzumerken ist: Wer zugunsten ultimativer ­Kurvengängigkeit einen bockharten Untersatz möchte, kann ­diesen nur beim gleich starken Clio Sport wählen.

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