Jürgen Skarwan

Racing Rookie Teesdorf 2019: Im Zweifel lieber nervös

Der Auftakt der Racing Rookie 2019 in Teesdorf brachte großes Staunen, Nervenkitzel und philosophische Erkenntnisse.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 06.05.2019

Da steht er vorm bewässertem Schleuderparcours, der auf die Besten des Tages wartet und für sie insgesamt vier Finaltickets löst: der neue Rallye-Fiesta ST. Eine Traube von Rookies versammelt sich um ihn und begutachtet ihn, auch was die Alltagseignung angeht: „Ordentlicher Kofferraum, da kriegst die Ski gut rein“ meint einer.

Selbst für den Instruktor ist er noch Neuland. Eigentlich sollte der am nassen Rutschbelag demonstrieren, wie man sich elegant und ohne Schleudern durch die Pylonen windet, aber hier und da erwischt er eine und beim dritten Durchgang dreht es ihn sogar ein. Die Menge ist klarerweise entsetzt, denn was nicht einmal dem Instruktor gelingt, scheint für den Otto-Normalrookie eine schier unlösbare Aufgabe. So reagiert der erste fürs Finale Qualifizierte auf den Aufruf seines Namens mit lautem Fluchen und die selbst bei den haarsträubendsten Versuchen traut sich niemand, Kritik zu üben aus Angst, es noch schlechter zu machen.

Trotzdem möchte man natürlich aufgerufen werden und sich beweisen, ein Rookie bringt das Dilemma auf den Punkt: „Wenn ich ins Finale komm, muss ich da vor 47 Zuschauern fahren. Aber rumstehen und warten zaht mich auch nicht.“ Tatsächlich schaffen dann noch ein paar Rookies das Unmögliche und zirkeln beinahe fehlerfrei durch den Parcours, was das Publikum mit lauten Ohs und Boahs honoriert. So kennt auch der heurige Racing Rookie bereits seine ersten vier würdigen Finalisten.

Racing Rookie 2019: Die ersten vier Finalisten

Ole Petersen, 16
Der Vormittags-Erste sichert sich gemeinsam mit seinem Kollegen aus dem Kartverein die ersten Finaltickets. Sie sind aus Innsbruck mit dem Zug angereist, weil sie beide erst den Führerschein machen und hätten damit nicht gerechnet. Normalerweise reist Ole für Rennen durch ganz Europa. Bei denen rast er aber mit dem Longboard Berge hinunter, und eigentlich auch nur zur Gaudi. Seine Chancen fürs Finale schätzt er bescheidenermaßen nicht hoch ein, aber mit seiner Einschätzung lag er schon in der Vorausscheidung falsch.

Rene Tangl, 16
Er hat quasi zwei Finalteilnahmen an einem Tag zu verbuchen, weil er seinen Ole bei der Anmeldung unter seine Fittiche nahm. Der Kfz-Spenglerlehrling bei Ford wurde von seinem Chef auf den Racing Rookie aufmerksam gemacht und findet es ingesamt eine gute Entscheidung, der Empfehlung seines Chefs gefolgt zu sein. Fürs Finale plant er schon, sich einen Fiesta ST aus dem Fuhrpark der Firma auszuborgen. Dass er Ole auch einpackt, ist für ihn nicht völlig ausgeschlossen.

Samuel Frühwirth, 19
So nahe können Sieg und Niederlage beieinander liegen. Wäre Samuel auf der Schleuderplatte jeweils nur ein km/h langsamer gewesen, hätte er sich das Finale in die Haare schmieren können. War er aber nicht. Also werden in den nächsten Monaten weiterhin fleißig alte BMWs über Feldwege und auf in Greinbach gewetzt. Mit seinen Freunden zusammen hat er nämlich mehr E’s als ein Fertiggericht. In Teesdorf hat ihm nach eigener Aussage das schnellere Fahren am besten gefallen, was keine schlechte Voraussetzung fürs Finale ist.

Fabio Becvar, 16
Als Debütant mit dem Ablauf einer Siegerehrung nicht vertraut, war er beinahe schon verschwunden, als sein Name erklang. Beim Zurückpfeifen und Inkenntnissetzen war er dementsprechend überrascht. Aber wie überrascht kann einer schon sein, der schon mit 16 Suzuki-Swift-Cup fährt und seinen L17 am Porsche Turbo bestreitet? Sonstige Hobbys: natürlich Autorennen auf der Konsole. Als Vorbereitung wird der Gymnasiast neben dem Swift-Cup vielleicht noch ein Rallye-Cross in Melk einstreuen, sicher ist sicher.

Die Ergebnislisten gibt’s hier zum Download:

Alle Termine des Racing Rookie 2019

  • 1. Mai – Teesdorf
  • 30. Mai – Melk
  • 20. Juni – Teesdorf
  • 20. Juli – St. Veit an der Glan
  • 3. August – Saalfelden

Finale

  • 24. August (Anreise am 23. August) – Melk

Anmeldung für die Geburtsjahrgänge 1998-2002 unter: www.racingrookie.at

Anmeldegebühr 30 €


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