Racing Rookie 2019: Baden im Schweiß

Enorme Hitze und fehlende Swimmingpools brachten die Rookies in Teesdorf an ihre Belastungsgrenzen. Die Finalisten bewahrten aber kühlen Kopf.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 25.06.2019

Rotgesichtige, junge Männer, die nervös grinsen, mit Smartphones und Selfie-Sticks bewaffnete Eltern, die ihren Nachwuchs für die Ewigkeit festhalten und Instruktoren, die sich mit verschmitztem Grinsen in der Kart-Boxengasse zu Zugführern aufschwingen: „Hinter die gelbe Sicherheitslinie!“ Richtig, es war wieder Racing Rookie. Bei brutaler Hitze sah man den jungen Gesichtern die Sehnsucht nach dem Pool an, aber echte Racing Rookies baden im Schweiß.

© Bild: Michael Herzog

Die Entbehrung wurde mit einigen lehrreichen Momenten belohnt, etwa wenn am Handling-Parcours die Musik vom Instruktor unterbunden wurde: „Weil da bin ich in der Disko, nicht beim Autofahren.“ So weit, so klar. Kniffliger wurde es dann, wenn am glühenden Asphalt die Mitarbeit der Rookies beim theoretischen Wissen gefragt war. Da wird die Menge aus dem Nichts gefragt, wo denn der numerische Scheitelpunkt bei einer 180°-Kurve ist. Wie aus der Pistole liefert einer die Antwort: „Mittig!“ Naja, in Anbretracht der Umstände lassen wir das durchgehen.

© Bild: Michael Herzog

Auch auf der Schleuderplatte gab es den ein oder anderen Aussetzer, wenn ein paar der Rookies beim wiederholten Mal noch nicht begriffen, dass das Auto ohne ABS die Lenkfähigkeit verliert, wenn sie eine Vollbremsung einleiten. Das Zusteuern auf Pylonen in Zeitlupe mit vergeblich eingeschlagenen Rädern am Rutschbelag wurde von den Zuschauern mit einem gebannten „AAAAAAAAAH“ verfolgt. Die vier Finalisten machten zum Glück besser.

Raphael Silberbauer, 20

Bei seiner fünften Teilnahme schaffte er es endlich ins Finale. Ob er es jetzt gewinnen wird? Wenn es nach ihm geht, schon. Seit er sieben ist, fährt er Motocross-Rennen und hat sich dabei bis jetzt nur eine Rippe gebrochen, diese aber kurz vorm Racing Rookie. Die verordnete Ruhe ließ die Muskelberge schwinden und die Freigabe vom Arzt hatte er eigentlich auch noch nicht, weswegen es im Kart auch ein bisschen weh tat. Dabei übertreibt er sonst nie, denn „man gewinnt nicht ein einzelnes Rennen, sondern eine ganze Saison.“ Vielleicht gereicht ihm seine Besonnenheit zum Sieg.

Die vier neuen Finalisten

Daniel Gruber, 19

Der frisch gebackene HTL-Maturant ist stolz auf seine Leistungen. Zum Beispiel auf seinen ausgezeichneten Erfolg bei der Matura oder den Tagessieg beim letztjährigen Racing Rookie – den er dann auf der Schleuderplatte vergab und der damit auch mit Augen Zudrücken kein Tagessieg war. Egal, dieses Mal steht er im Finale und möchte seine motorsportliche Karriere ausbauen. Die besteht derweil aus einem Kart, das er sich mit einem Freund teilt und zur Gaude fährt. So ein Rallye-Fiesta wäre da ein willkommenes Upgrade.

Gregor Gräf, 18

Der Debütant führt ein geradezu asketisches Leben. Die bestandene Matura feiert er nicht auf einer Saufreise mit Horden gröhlender Gleichgesinnter, sondern mit einer erlesenen Gruppe in Nizza, wo er sich ausschließlich der Kultur widmen wird oder so. Auch beim Racing Rookie gefielen ihm besser noch als der brutale Focus RS die Karts, die angeblich viel schneller gingen als in jeder Karthalle. Fürs Finale trainiert er seine Fitness am Moutainbike und beim Hantelschupfen, zudem bringt er Nerven aus Stahl mit. Fahrtrainings stehen auch an, natürlich im Kart.

Christopher Spenger, 17

Der Freund, der ihn heuer auf den Racing Rookie brachte, schaffte es nicht ins Finale. Aber von Streitigkeiten keine Spur: Die beiden Ehrenmänner beschlossen in salomonischer Weisheit, dass wenn einer der beiden den Rallye-Fiesta gewinnen sollte, sie ihn in der Mitte durchschneiden und jeder eine Hälfte bekommt. Sein Geheimnis im Tagesfinale war viel schlafen und ordentlich frühstücken. Vor dem Finale plant er ein achtundvierzigstündiges Nickerchen und freut sich schon auf das morgendliche Spanferkel. Was soll da noch schief gehen?

Die Ergebnisse im Detail zum Download


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