Racing Rookie 2019: Melk hatte Klasse

In Melk ging der Racing Rookie 2019 in seine zweite Runde – und brachte dort die nächsten vier Finalisten hervor.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 04.06.2019

Eigentlich unterscheidet sich der Racing Rookie vom Alltag einer Schulklasse kaum. Es gibt die Klassenclowns, jene, die sich das Maul zerreißen und die Bierernsten, denen kein noch so wohl platzierter Instruktoren-Schmäh ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Wenn dann aber zum Diktat an die Tafel gebeten wird, die in dieser Metapher das Lenkrad ist, sind alle gleich nervös. Glücklicherweise können Begleitpersonen den Druck herausnehmen, ähnlich dem Tag der offenen Tür. Besonders wirksam erweisen sich hierbei herzige, kleine Kinder. Vor allem jene Racing Rookies, die aus Tirol kommen, lassen sich besonders von ihnen verzaubern und vice versa. Dass die Tiroler in Scharen nach Melk anreisen, erklärt sich weniger durch die Wachauer Landschaft – am schönsten hat es der Tiroler in der Regel daheim – sondern eher durch die anspruchsvollen Kurven, in denen sich der Asphalt hier schlängelt. Der wirkt so magnetisch auf die Männer des Westens, dass sich ein Tiroler Autokonvoi gar auf der Autobahn traf und an der Raststätte anhand der ernsthaften Gefährte erkannte, dass sie das gleiche Ziel haben: den Racing Rookie. Von den fünf Tirolern schaffte dann auch einer den Finaleinzug, aber wir wollen den Interviews nicht vorgreifen.

Wolfgang Pichler, 20

Zum dritten Mal ist der kompetitive Tiroler nun schon in Melk und total begeistert, vor allem von seiner Leistung. Vor der Ergebnisverkündigung kauerte er zitternd am Boden, aber im Cockpit? Supercool, Raikonnen quasi. Autofahren zur Hetz interessiert ihn weniger, weil da geht es um nichts. Beim Rallyefahren sieht die Sache schon anders aus. Mit seinem Kampfgeist will er sich sogar beim Joggen selbst davonlaufen, also übt sich der Verkaufsassistent bis zum Finale weiterhin in Lockerheit. Wir halten ihm jedenfalls die Daumen, und das nicht nur, weil er seit 2014 treuer Autorevue-Abonnent ist.

Niki Klopf, 17

Schon vorm Abzwicken der Nabelschnur war Niki Klopf motorsportinfiziert. Dann ging es schnell vom Quad zum Kart zum Motocross, das Zähneknirschen der Eltern immer mit einem Dackelblick gekontert. Momentan ist er an der HTL Steyr für Fahrzeugtechnik, baut sich ein Motorrad zum Cafe Racer um und erträumt sich nichts sehnlicher als Rallye Fahren. In den Umbau eines Feuerwehrfahrzeugs zum Festival-Mobil floss so viel Geld, dass kein Groschen mehr für die nötigen Festivaltickets überbleibt, um es regelmäßig auszuführen. Seine Prioritäten sind also klar erkennbar.

Lorenz Globits, 19

Der Medientechnik-Student glänzt durch Bescheidenheit. Letztes Jahr im Finale Dritter, strebt er heuer den zweiten Platz und erst nächstes Jahr den Sieg an. Wenn er für Kunden Eventvideos anfertigt, „ist das ja nichts Großes“. Dementsprechend auf dem Boden geblieben sieht auch seine Final-Vorbereitung aus: schlafen und essen, die zwei Grundpfeiler jedes Sportlers. Sollte er die eine oder andere Wachphase nicht essend verbringen, ist es nicht auszuschließen, dass er sich einmal nach Melk zum Training verirrt. Dann aber ausgeruht und mit vollem Magen.

Alina Hedl, 18

Zum ersten Mal dabei, ist sie trotz Blessuren im Finale: Mit gebrochenem Schulterblatt – am Motorrad übersehen von einem entgegenkommenden Linksabbieger – möchte sie jetzt auf einen stabileren Untersatz mit Rennkäfig umsteigen. Ihrem Freund, der auch teilnahm, zeigte sie, wo der Bartl den Most her holt. „Er war eh brav.“ Die HTL-Schülerin schaffte in einer Woche den Hattrick, bestehend aus Geburtstag, bestandener Führerscheinprüfung und Finalticket für den Racing Rookie. Da freut sie sich schon sehr darauf, den Rallye-Fiesta auf der Rennstrecke einzusetzen. Nicht nur, weil die entgegenkommenden Linksabbieger dort rar gesät sind.


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