Qualcomm-Vorschlag: Per Gesetz zum vernetzten Fahrzeug

Matthew Grob, der Technologiechef von Qualcomm, fordert ein Gesetz, das Autohersteller verpflichtet eine Technologie einzubauen, die eine Kommunikation zwischen den Fahrzeugen ermöglicht.

20.02.2018 Online Redaktion

Nehmen Sie die letzten zehn Probleme, mit denen Sie konfrontiert wurden und stellen Sie sich die Frage, wie viele davon gar nicht erst aufgetreten wären, hätten die beteiligten Personen mehr und besser miteinander geredet. Wahrscheinlich hätten sich einige der Probleme in Luft aufgelöst. So sieht das auch Matthew Grob, der Technologiechef von Qualcomm, in Bezug auf die Verkehrssicherheit. Denn die Unfallrate sei „inakzeptabel hoch“, weil Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller nicht miteinander kommunizieren könnten.

Vernetzung per Gesetz

Deswegen forderte er jüngst ein Gesetz, das Autohersteller verpflichtet, eine Technologie zu verbauen, die es den Fahrzeugen erlaube mit Modellen anderer Hersteller zu kommunizieren. Beim Spurwechsel, einer Notbremsung oder in ähnlichen Situationen. “Hier ist die Rolle der Regulierungsbehörden zentral: Sie müssen ansagen, zu welchem Datum wie viel Prozent der autonom fahrenden Autos diese Technologie besitzen müssen.“

© Bild: Fotolia.com/vege

Grob begründete auch, warum an dieser Stelle der Gesetzgeber gefragt sei: „Kein Hersteller ist motiviert, als einziger ein neues Element einzuführen, das ihn lediglich Geld kostet.“ Schließlich sei es bei der Einführung des Sicherheitsgurtes ähnlich gewesen. Auch hier hätte es den Druck des Gesetzgebers gebraucht.

Der Mensch als Fehlerquelle

Bis heute sei der Mensch die Hauptursache für Unfälle, so Grob. Die Fahrer seien müde, gestresst oder gar betrunken und würden so Fehler machen. Wer Unfälle vermeiden wolle, der müsse mehr Verantwortung in die Hand der Computer legen.

Qualcomm ist mittlerweile einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Zum einen durch Übernahmen, entsprechende Streitigkeiten und Monopolklagen. Zum anderen durch die Aussagen von Grob. Die sind selten diplomatisch und verhehlen kaum die dahinter stehenden Konzern-Interessen, treffen aber durchaus den Nagel auf den Kopf.

Continental vernetzt Autos

Milliardenpoker rund um Qualcomm

Natürlich wäre es für die Sicherheit im Straßenverkehr gut, könnten die Fahrzeuge aller Hersteller miteinander kommunizieren. Zwischen den Zeilen steht freilich auch, dass dies am besten mit Produkten von Qualcomm zu geschehen habe. Derzeit möchte Broadcom den Konkurrenten übernehmen und offerierte rund 97 Milliarden Euro. Etwas Öffentlichkeit rund um das Milliardengeschäft „vernetztes Auto“ kann bei den Preisverhandlungen nur helfen.

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