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Betrunkener Fahrtest: So stark beeinträchtigt Alkohol die Fahrsicherheit

Ein Praxistest des ÖAMTC zeigt, wie stark Alkohol die Fahrsicherheit tatsächlich beeinträchtigt – sowohl im Auto, als auch auf Fahrrad und E-Tretroller.

27.11.2018 Online Redaktion

Normalerweise sollte man betrunken kein Fahrzeug in Betrieb nehmen. Für die 16 Teilnehmer eines ganz besonderen Fahrtests galt es, diese Faustregel für einen Abend über Bord zu werfen: Im Fahrtechnikzentrum Teesdorf wollte der ÖAMTC aufzeigen, inwiefern Alkohol die Fahrsicherheit tatsächlich beeinträchtigt – und das nicht nur beim Lenken eines Kraftfahrzeuges, sondern auch auf Fahrrad und E-Scooter. Das klare Ergebnis des Alkohol-Fahrtests unter kontrollierten Bedingungen: Bereits bei einer Alkoholisierung von 0,5 Promille ist die Fahrsicherheit deutlich beeinträchtigt.

Selbstüberschätzung und Fahrfehler

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer absolvierten den Hindernisparcours mit dem Auto, dem Fahrrad und dem Elektro-Tretroller zu Testbeginn nüchtern, anschließend wurden Wein, Bier und Schnaps konsumiert. Nach einigen Gläsern ging’s zurück auf die Teststrecke. “Dabei wurde klar, dass sich die Fahrsicherheit mit allen Fahrzeugen schon im Bereich der 0,5 Promille verschlechtert”, so ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Auch der Zusammenhang zwischen alkoholbedingter Selbstüberschätzung und Fahrfehlern wurde deutlich: Je betrunkener die Probanden wurden, desto mehr schätzten sie sowohl ihr eigenes Fahrverhalten als auch ihren Atemalkohol-Gehalt falsch ein.

© Bild: ÖAMTC / Heinz Henninger

Fahrrad und Tretroller keine Alternative

Nach der nüchternen Kontrollrunde und anschließendem Alkoholkonsum wurden die Probanden mit 0,5 und o,8 Promille wieder auf die Teststrecke geschickt. “Schon bei 0,5 Promille wurden mehr Fehler als bei der nüchternen Fahrt gemessen, aber viel deutlicher ist der Sprung zu 0,8 Promille”, so Seidenberger. Vor allem das zielgenaue Bremsen bereitete den Versuchsteilnehmern mit steigendem Alkoholspiegel zunehmende Probleme. “Die Ergebnisse zeigen, dass Rad und E-Tretroller keine Alternativen zum Auto sind, wenn man bereits betrunken ist. Das Eigen- und Fremdverletzungsrisiko steigt mit zunehmendem Beeinträchtigungsgrad. Das wichtigste Fahrmanöver – Bremsen – findet schwach und verspätet statt”, fasst die ÖAMTC-Verkehrspsychologin zusammen.

© Bild: ÖAMTC / Heinz Henninger

Kontrollierte Testumgebung

Die Autos, Fahrräder und Tretroller waren zur Messung von Daten wie Beschleunigung, Verzögerung, Seitenkräfte oder Fahrtdauer mit Sicherheitstelematik-Geräten verkabelt. Die Alkoholtests wurden von Polizisten und dem Chefarzt der Landespolizeidirektion Wien durchgeführt.

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