Porsche Cayman und Boxster 718 GTS: Supersport 16V

Es ist beeindruckend, was Porsche aus einem Vierzylinder rausholen kann. Nämlich 365 PS. Derart befeuert treten Cayman und Boxster 718 in die Evolutionsstufe GTS ein.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 30.10.2017

Manch Porsche-Fan zählte die Tage zur Vorstellung der neuen GTS-Generation von Cayman und Boxster. Nicht wenige hofften, dass hier vielleicht ein Sechszylinder zum Einsatz kommen würde, um das Leistungsplus gegenüber der Vorgängermodelle mit Saugmotor beziehungsweise im Vergleich zur S-Version raus zu kitzeln. Doch Porsche blieb beim 2,5-Liter-Vierzylinder mit Turboaufladung, setzte leistungstechnisch aber einen drauf.

Bärenstarker Vierzylinder

So erstarkte das Aggregat auf 365 PS. Das sind 15 PS mehr als die S-Modelle leisten und 35 PS mehr als die GTS-Modelle der letzten Generation mit Saugmotor gen Straße feuerten.

Porsche Cayman 718 GTS Dynamisch Front
© Bild: Porsche
Im Gegensatz zur Vorgängerversion mit Saugmotor leistet diese GTS-Variante 35 PS mehr.

Unter den Fans ist ein Streit entbrannt und keiner weiß so wirklich warum. Die Geister scheiden sich an der Kombination aus Turboaufladung und Vierzylinder. Was die Leistung angeht ist das unbegründet. Die GTS-Modelle schießen in 4,6 Sekunden auf Tempo 100 (sogar nur 4,1 Sekunden mit Sport-Chrono-Paket) und gehen bis Tempo 290 steil. Zwischen 1.900 und 5.000 Touren liegen 430 Newtonmeter an. An den Daten kann es nicht liegen.

Porsches Erbe

Historisch kann die Kritik auch nicht begründet sein. Porsche 356, 550, 718… also die Begründer des Markenmythos hatten alle einen Vierzylinder unter der Haube. Außerdem war der Porsche 911 turbo im Jahr 1975 einer der ersten turbogeladenen Wagen in Deutschland, der in Serie gebaut wurde (neben dem BME 2002 turbo von 1973). Daran kann es auch nicht liegen.

Was freilich stimmt ist, dass die letzte Generation des Cayman GTS (also die Saugmotor-Variante) ganz objektiv ein unfassbar gutes Auto war. An diesem Wagen stimmte einfach alles – ganz subjektiv. Sprich: die neue Variante tritt schlichtweg ein sehr schweres Erbe an. Dass viele Fans skeptisch sind kann also auch als Lob verstanden werden. Unser Apell ist: gebt dem Wagen eine Chance.

Porsche Cayman 718 GTS Heck dynamisch Rennstrecke
© Bild: Porsche
Der turbogeladene Vierzylinder schickt 365 PS gen Hinterachse.

Es wird noch dicker kommen

An das Konzept werden sich die Fans ohnehin gewöhnen müssen. Der Motorsport zeigt, dass 365 PS noch lange nicht das Ende der vierzylindrigen, turbogeladenen Fahnenstange sind. Es gilt generell, dass jeder neuer Mittelmotorsportwagen mit Hinterradantrieb ein Grund zum Feiern ist.

Ein Porsche Cayman 718 GTS oder Boxster 718 GTS unterscheidet sich optisch von seinen etwas leistungsschwächeren Modellbrüdern durch schwarze Elemente an der Karosserie. So sind die Scheinwerfer am Heck abgedunkelt. Der Schriftzug ist genauso schwarz wie das Heckunterteil und die mittig angeordneten schwarzen Sportendrohre.

Porsche Boxster 718 GTS Preise:

  • 718 Boxster GTS 6-Gang-Schaltung: 95.300 Euro
  • 718 Boxster GTS PDK: 96.570 Euro

Porsche Cayman 718 GTS Preise:

  • 718 Cayman GTS 6-Gang-Schaltung: 92.870 Euro
  • 718 Cayman GTS PDK: 94.220 Euro

Technische Daten Porsche Boxster/Cayman 718 GTS (PDK):

  • Motor: 2,5-Liter-Vierzylinder-Boxer, Turbo
  • Leistung: 365 PS (269 kW) b. 6.500 U/min
  • Drehmoment: 430 Newtonmeter/ 1.900-5.500 U/min
  • Gewicht (EU): 1.450 kg (1.480 kg)
  • Antrieb: 6-Gang-Schalter (7-Gang-PDK), Hinterräder
  • Beschleunigung: 0-100 km/h: 4,6 s (4,3 s)
  • Höchstgeschwindigkeit: 290 km/h
  • Verbrauch: 9,0 l/100 km (8,2 l/100 km)
  • CO2-Ausstoß: 205 g/km (186 g/km)
  • Maße – Länge/Breite/Höhe in mm: 4.379/1.801/1.272
  • Radstand: 2.475 mm

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