Testbericht: Porsche Cayenne S Diesel

Ausbau der Dieselpalette für den Cayenne: Der S kommt mit acht Zylindern, 850 Newtonmeter Drehmoment und wirklich starkem Klangbild.

Veröffentlicht am 20.08.2013

Der normale Cayenne Diesel setzte sich mit seinen sechs ­Zylindern und lediglich 245 PS einer gewissen Kritik aus. Daher jetzt der Schritt zu deutlich mehr Leistung, Hubraum und Zylindern. Im Kontext von ­unbremsbarer Gewichtszunahme, unstillbarem Hunger nach immer höheren Kennziffern und keinerlei finanzieller oder moralischer Einschränkungen bei den potenziellen Käufern ist das ein logischer Schritt. Ein schönes Beispiel für Immermehrismus.

porsche cayenne s diesel emblem

Das macht den Cayenne für die Gegner platz- und ressourcenraubender Fett-SUVs freilich nicht sympathischer. Die altgedienten Liebhaber der Marke können sich aber in
den Standpunkt retten, dass dies eh kein Porsche ist.

Sondern was? Nun, der neue Motor kommt von Audi.

Er wurde von Porsche freilich geporscht: Neue Kolben und Auslassventile, veränderte ­Motorsteuerung und Abgas­anlage. Mit seinen 850 Nm maximalem Drehmoment und den 382 PS ist er dem großen 2200-Kilo-Auto ohne Weiteres gewachsen. Diesen Klotz in 5,7 Sekunden von Null auf Hundert zu beschleunigen ist schon eine Leistung, und mit den Luftmassen, die bei Tempo 252 vorne hergeschoben werden, kann man vermutlich eine kleine Fertighaus­siedlung wegblasen.

porsche cayenne s diesel motor

Famos ist der Sound.

Die Tontechniker haben ihn so hingebracht, dass er schon sehr nahe am Benziner-V8 ist.
Keine Spur von Nageln oder Grummeln, nur kernige Selbstdarstellung mit Hang zum Räudigen. Oder, beim Gleiten, fast gar kein Geräusch.

Kernig der Sound also, kernig eigentlich das ganze Auto. Es gibt große SUVs, die vor allem sänftenmäßig komfortabel sind. Nichts davon im Cayenne. Hat wohl mit der Porsche-Ehre zu tun. Die Luftfederung bleibt selbst in der Komfort-Einstellung knackig, und die Sitze sind sowieso sportlich.

So auch das Lenkrad.

Als Multifunktionslenkrad kostet es knapp 1.300 Euro, aber eigentlich ist es ohne Knopferln schöner. Und wer den Griff zum Radio nicht schafft, sollte sowieso nicht mehr Auto fahren.

Autofahren nämlich: So weit das in seiner aktiven ­Prägung mit einem SUV überhaupt möglich ist, ist es das hier. Motor und Fahrwerk pulverisieren die 2200 Kilo zu ­einer Zahl aus dem Prospekt. Macht Spaß, den Cayenne durch die Gegend zu hetzen. Familien­auto im eigentlichen Sinne geht dann aber anders.


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