Pininfarina baut elektrisches Hypercar mit 1900 PS

Pünktlich zum 90. Jubiläum will Pininfarina – seit 2015 unter der Führung des indischen Milliardenkonzerns Mahindra – ein Elektro-Hypercar auf den Markt bringen – für 2 Millionen Euro.

28.09.2018 Online Redaktion

Pininfarina plant ein Elektro-Hypercar mit 1.900 PS, das in weniger als zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und knappe zwei Millionen Euro kosten soll. Der Wagen soll sowohl Tesla als auch Ferrari Angst einjagen, wie die junge Autoschmiede Automobili Pininfarina am Freitag in München bekannt gab.

Supercar Blondie stellt den Pininfarina PF0 vor

Bewegte Geschichte

Die traditionsreiche italienische Designschmiede Pininfarina hat in ihrer 88-jährigen Geschichte bereits zahlreiche legendäre Projekte umgesetzt. So zeichneten die Italiener seit 1930 für Autos wie den Ferrari Testarossa, den Ferrari 308, den Maserati Quattroporte, oder das Peugeot 406 Coupé verantwortlich – um nur einige von vielen zu nennen. 2015 wurde die Firma vom indischen Milliardenkonzern Mahindra übernommen, die Autoschmiede Automobili Pininfarina wurde neu gegründet.

Serien-PFo soll 2020 kommen

Den Start der neuen Automarke verkündete Mahindra bereits im April am Rande der Formel E in Rom. Kurz darauf enthüllte der neue Chef Michael Perschke, ein ehemaliger Audi-Manager, die Pläne für ein Elektroauto mit dem Arbeitsnamen PF0. Das Konzept wurde im August im kalifornischen Pebble Beach vorgestellt, die Serienversion soll 2020 folgen. “Niemand hat bisher ein so schönes und so starkes elektrisches Auto gebaut, wie wir es planen”, so Perschke gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Auf 150 Stück limitiert

Auf maximal 150 Exemplare soll der Pininfarina-Flitzer limitiert werden. Die Interessenten bestehen laut Perschke aus zwei Gruppen: Den Pininfarina-Fans und der elektro-affinen Fraktion. “Die Hälfte unserer Kunden hat bereits ein von uns designtes Auto, die andere Hälfte hat bereits ein Elektroauto”, so Perschke. Und: “Einige unserer Kunden meinten bereits, dass sie darin ein Auto für ihren Alltag sehen”, sagt Perschke. Denn mit dem PFo zu fahren, sei “sozial korrekt” – wegen des umweltschonenden Elektroantriebs. “Mit einem V12 in die Innenstadt fahren geht vielleicht bald nicht mehr.”

Pininfarina PF0: Premiere in Pebble Beach

Kundenwünsche im Wandel

Laut Perschke befindet sich die Autobranche wegen des sich ändernden Kundengeschmacks am Scheideweg. “Auf der einen Seite gibt es die Kunden, die einfach nur von A nach B wollen”, sagt er. Für die sei das Thema vernetzte Mobilität wichtig. “Die meisten Kunden werden nicht mehr Wert darauf legen, am Lenkrad zu sitzen – außer sie verstehen Autofahren als Lifestyle”. Diese Leute würden dann überwiegend am Wochenende groß ausfahren, das Auto sei für sie weiterhin Statussymbol. Hersteller müssten sich nun entscheiden: “Will ich ein Premiumauto bauen, das von Freitag bis Sonntag fährt, oder ein Nutzfahrzeug, das man über Carsharing mieten kann?”

Große Zukunftspläne

Der PF0 soll für Pininfarina nur der Anfang sein. Perschke plant noch drei weitere Modelle, von denen eines im Preis auf unterem sechsstelligen Niveau liegen soll. Damit würde Pininfarina dann auf einem Level mit den hochpreisigen Modellen des E-Auto-Pioniers Tesla liegen. Um die Entwicklung voranzutreiben, baut Perschke derzeit ein Team aus Spezialisten auf. Neu dabei ist unter anderem Christian Jung, der früher bei Porsche die Elektrifizierung leitete. Als Testfahrer steuert Mahindra den Ex-Formel-1-Piloten Nick Heidfeld bei. Insgesamt arbeiten derzeit gerade mal 35 Menschen für den Autobauer. Die sollen aber vor allem koordinieren, das meiste lässt Pininfarina nämlich von Zulieferern erledigen.

PFo soll im März vorgestellt werden

Auf dem Genfer Autosalon im März will Perschke das endgültige Design des Sportwagens vorstellen. Dann könnte er sich vorstellen, weitere strategische Investoren ins Boot zu holen, um zu wachsen. Großen Lärm um sein Auto will Perschke aber nicht machen: “Wir sind eine Marke für Kenner, wir müssen nicht laut sein”, sagt er.

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