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Vorstellung: Peugeot RCZ R

Peugeot schickt einen der stärksten Fronttriebler ins Rennen um die heißesten Kompakten.

26.11.2013 radical mag

Es ist so einwenig wie bei Roger Federer in seinen besten Zeiten. Immer wenn er mächtig unter Druck war, zeigte er sein bestes Tennis. Peugeot ist nach wie vor unter Druck. Aber derzeit zaubern sie ein attraktives Automobil nach dem anderen aus dem Hut. Der Peugeot 208 GTI hat uns doch schon sehr gefallen, die scharfe Version des brandneuen 308 dürfte ebenfalls zu Verzückung führen und jetzt bringen die Franzosen auch noch den Peugeot RCZ R. 270 PS aus einen 1,6-Liter-Turbomotor, komplett überarbeitetes Fahrwerk, mächtige Bremsen (Scheibendurchmesser vorne 380 mm) und ein Torsen-Sperrdifferenzial – das klingt schon mal fein.

Und ja, es ist auch fein. Wir waren völlig fasziniert vom 2+2-sitzigen Franzosen. Die Leistung? Naja, zuviel ist es nie, zumal die Kraft äusserst linear an den Antriebsstrang übertragen wird. Das maximale Drehmoment von 330 Nm steht von 1900 bis 5500 Umdrehungen zur Verfügung. Die Maximalleistung liegt – etwas turbountypisch – bei 6000 Touren an. Dies zeigt aber auch, dass es sich beim THP 270 um einen Sportmotor handelt. Denn um eine Literleistung von fast 170 PS, dass ist schon ein Wort. Klar, so viel Power bieten andere auch. Aber, der Peugeot ist im Vergleich zu einem Audi TTS über 100 kg leichter. Natürlich verfügt der RCZ R nicht über Allradantrieb, doch das stört niemanden. Denn an der Vorderachse ist ein rein mechanisches Torsen-Sperrdifferenzial verbaut, welches über eine Sperrwirkung von 38 % verfügt. Ein ähnliches System also, wie es VW beim Golf GTI mit Performance Pack einsetzt. Und, es funktioniert mindestens genauso gut wie beim scharfen Golf. Und weil das Fahrzeug über einen tieferen Schwerpunkt verfügt lässt sich der Peugeot RCZ R wirklich spielerisch um die Ecke werfen. Das Fahrwerk ist extrem neutral abgestimmt. Es bereitet auch deshalb Vergnügen mit dem Franzosen schnell unterwegs zu sein, weil er dem Fahrer viel Sicherheit gibt.

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Peugeot RCZ R: Was für ein Fahrwerk!

Keine Zicken, kein nervöses Heck beim Anbremsen und das Differenzial, welches nicht nur am Kurvenausgang arbeitet sondern auch Stabilität in der Anbremszone bringt. Ja, wir haben den Peugeot richtig fliegen lassen. Und man merkte, dass es nicht nur uns gefiel, auch der RCZ R wollte immer mehr. In den Seealpen hinter Nizza ist das perfekte Geläuf für den kompakten Sportler. Und mit 5,9 Sekunden für den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h ist man nicht nur beim Ampelstart gut gerüstet. 250 km/h geht der RCZ R maximal (elektronisch begrenzt).

peugeot rcz r 2014 neu innenraum sitzeEs ist wirklich beeindruckend, wie sich der Franzose aus engen Kurven katapultiert. Das Differenzial geht seiner Arbeit nach, stabilisiert die ganze Fuhre und entsprechend selten greifen Traktionskontrolle oder ESP ein. Eigentlich: gar nicht. Es ist uns selten passiert, dass wir in den Seealpen ein Auto so flott bewegen konnten, ohne das Stabilitätsprogramm komplett zu deaktivieren (ist beim RCZ R im Gegensatz zu vielen anderen Peugeot-Modellen möglich). Dazu der satte Sound aus den beiden Auspuffendrohren.

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Nein, nicht dieses synthetische Gesprotze à la Jaguar und auch kein cotrolled missfire beim Runterschalten. Einfach eine authentische Soundkulisse eine scharfen Vierzylinders mit Aufladung. Um das alles mögliche zu machen musste Peugeot Sport aber mächtig in die Trickkiste greifen. Um den Motor standfest zu machen, wurde der Block des normalen 1,6-Liter (200 PS) thermisch behandelt. Hinzu kommen zahlreiche – auch innermotorische – Massnahmen wie andere Kolben, ein grösserer Turbolader mit neuem Krümmerdesign, Sportkatalysator und eine erhöhte Verdichtung. Trotz all dieser Rennsport-Insignien soll das Triebwerk standfest sein und entsprechend gewähren die Franzosen die für sie normalen Garantiefristen.

peugeot rcz r 2014 neu vorne front seiteJa, wir waren begeistert vom Peugeot RCZ R.

Ganz besonders wie erwähnt vom Fahrwerk, dass trotz deutlich strafferer Dämpfung, härterer Federn und massiv verstärkten Stabilisatoren immer noch ein gutes Maß an Komfort bietet. Und was die Federung nicht schluckt wird von den tollen Sportsitzen gedämpft, die über ein gerüttelt Maß an Seitenführung verfügen. Dazu kommen die verkürtzen Schaltwege des manuellen Sechsganggetriebes und die mannigafachen Verstellmöglichkeiten an Sitz und Lenksäule. Einzig die etwas fetten Alu-Pedalauflagen fanden wir nicht so sexy, die erinnern zu sehr an die kleine Tuning-Bude im Quartier und sind zudem auch unnütz, weil zu glatt. Ach ja, wenn man den RCZ R im EU-Zyklus bewegt (wir versprechen, das ist unmöglich), soll er 6,3 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. Es ist auch egal, wenn er etwas mehr verbraucht. Denn mit einem Basispreis von 43.700,– Euro ist der «R» eine faires Angebot, zumal die Ausstattung recht gut ist. Den Vergleich zum VW Golf GTI oder anderen heissen Coupès braucht der Peugeot also in keiner Disziplin zu scheuen. Auch nicht bei der Verarbeitung des Innenraums. Und das war ja lange Zeit keine wirkliche Domäne der Franzosen.

peugeot rcz r 2014 neu hinten seiteVielen Dank an die Kollegen von radical-mag.com

 

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