Peugeot 508 Exterieur Front Dynamisch
Wir meinen: unauffällig elegant.
 

Testbericht: Peugeot 508 2,2 HDi GT

Genug vom Premiumgeschwafel? Hier ist ein Macher, der nicht darüber spricht.

02.04.2011 Autorevue Magazin

Substanz – vor allem mehr ­davon, ist das Thema des neuen Peugeot 508. Tritt er doch nicht nur das Erbe des 407 in der Mittelklasse, sondern gleichzeitig das des großen 607 an. Schon außen vermittelt er durch die neue, gelungene Formensprache Präsenz. Große, klare Flächen fügen sich auf 480 cm Länge zu einem eleganten Ganzen. Als Gesamteindruck bleibt eine moderne, klassisch schöne Limousine ohne Schnickschnack, und das fällt auch im Straßenbild auf. Neben dem RCZ ist der 508 derzeit Peugeots Headturner.

Peugeot 508 InterieurPeugeot 508 Innenraum auf Premiumniveau

Dabei sieht man ihm den eigentlichen Zuwachs an Qualitäten von außen gar nicht an. Einen riesigen Schritt vorwärts gab es nämlich in Sachen Innenraum: Wir befinden uns hier mitten in der Premium­zone, was die ausgewählten Materialien und die Verarbeitung angeht.

Das gilt besonders für den von uns gefahrenen GT, der gleichzeitig die Spitze der ­Modellpalette darstellt. Gebürstetes Aluminium und ­Klavierlack unterstreichen den wertigen Anspruch des sanft geschwungenen Armaturenträgers. Auf diesem befindet sich das Head-Up-Display, welches in dieser Klasse ziemlich unique ist. Ebenso ein­zigartig: Die Anzeige wird nicht direkt auf die Windschutzscheibe, sondern auf eine Rauchglasscheibe, die sich aus dem Armaturenbrett aufschwingt, projiziert.

Peugeot 508 InterieurEin paar der vielen Knöpfe wären anderswo besser untergracht

Alles, was gut aussieht, fühlt sich – wie das Lenkrad – gut an, getrübt wird das Bild ein wenig von den vielen Knöpfen in der Mittelkonsole. Das ist – zugegeben – Jammern auf hohem Niveau, da der GT nachgerade feudal ­ausgestattet ist. Das Naviga­tionssystem mit Bluetooth-Freisprechanlage gehört beispielsweise ebenso zur Serienausstattung wie das schlüssellose Zugangssystem. Einige Funktionsbuttons hätte man aber auch in die links überm Knie ausklappbare Bedien­einheit des Head-Up-Displays ver­bannen können, um statt­dessen Platz für eine kleine Ablage zu schaffen. (Dafür gibt’s rie­sige Türtaschen und zwei ­ausfahrbare Cupholder zum Trost.)

Peugeot 508 Exterieur Statisch Heck SeiteToller Motor, tolles Getriebe

Und dann wäre da noch ein altes Leiden, das sich durch die stark nach vorne gezogenen A-Säulen ergibt: Die schwache Übersichtlichkeit nach vorne, die einem bei fiesen Kurven­radien bewusst wird. Akustisch kaum nachweisbar gibt sich der kräftige 204-PS-Diesel, der erst beim Ausdrehen seine Stimme leicht erhebt. Was man selten passieren lässt, da die Höchstleistung ­ohnehin schon bei frühen 3500 Touren anliegt. Wäre beim Anfahren nicht der Drehmomentwandler zu überwinden, würde man statt auf die Sechsgangautomatik glatt auf ein Doppelkupplungsgetriebe ­tippen, was Geschwindigkeit und Exaktheit der Schaltvorgänge angeht. Wer möchte, kann Gangwechsel in der ­manuellen Schaltgasse an­ordnen oder sich der serien­mä­ßigen Lenkradpaddel bedienen.

Peugeot 508 Exterieur Statisch HeckDer GT fährt vorne mit Doppelquerlenkern

Im Gegensatz zu den anderen Modellen kommt im GT an der Vorderachse eine Doppelquerlenkeraufhängung zum Einsatz, die der Fahrpräzision dienlich sein soll. Zusätzlich reduzieren entkoppelte Achsschenkel die Antriebseinflüsse in die Lenkung auf ein Minimum. Hinten übernimmt eine Mehrlenkerachse die Radführung. Die Abstimmung des Fahrwerks ist, sagen wir, durch und durch teutonisch straff. Die Lenkung arbeitet genau und feinfühlig servounterstützt, die Federung ist mehr der Sportlichkeit verschrieben, was man bedauern kann, so man auf französischen Komfort steht, aber nicht muss. Denn: Immerhin geht es hier um die stärkste Motorisierung.

Jetzt zwei Ausgaben autorevue kostenlos & unverbindlich lesen!*
*ABO endet automatisch.
 
Hier bestellen
pixel