Peugeot 508 Exterieur Dynamisch Front
Vor allem die Konkurrenz aus Deutschland muss sich jetzt warm anziehen.
 

Vorstellung: Peugeot 508

Peugeot rüstet sich zum großen Kundenfang in der Mittelklasse.

22.03.2011 Online Redaktion

Es steht der Welt so etwas wie eine französische Dekade bevor. Peugeot schwebt auf Wolke sieben und überhäuft uns kaskadengleich mit Erfolgsmeldungen. Als zeitliches Epizentrum kann der 200. Geburtstag im vergangenen Jahr fixiert werden. Ein Grund zum Feiern, keine Frage. Peugeot legte dann auch gleich noch einen Verkaufsrekord aufs Parkett (2,14 Millionen verkaufte Fahrzeuge), womit man vom zehnt- zum neuntgrößten ­Autohersteller der Welt wurde. Dank dafür geht nach China. Dass die Germanen ähnlich gut performen, ficht niemanden an, man schaut auf sich.

Sagen sie zumindest. Denn bei den Autos bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als beim Nachbarn abzuschreiben. Für den neuen 508 hat Peugeot ein reifes Zielpublikum vor Augen – fünfzig plus, mit entsprechendem finanziellem Background. Klingt schwer nach Opel-, VW-, BMW- und Audi-Kundschaft. Soll es auch. Der Kombi, und bei dem vor allem die Front, holte sich seine ­Design-Inspiration beim Audi A4. Das ist nicht einmal böse gemeint, es gibt schlechtere Vorbilder. Die Limousine steht deutlich eigenständiger da, wurde aber optisch ebenfalls auf den typisch deutschen ­Krawall gebürstet. Im Gegensatz zum Vorgänger, dem 407, ist damit der optische Reifungsprozess abgeschlossen. Fragen werden nicht gestellt sondern beantwortet. Das ­D-Segment verzeiht keine ­Experimente.

Peugeot 508 Interieur

Deswegen ist auch vom Marktstart im März weg alles zu ordern, was Peugeot im Regal hat. Kombi und Limousine, sowie sämtliche angeführten Motoren. Lediglich ein Hybridantrieb (hier kann man von den ersten Früchten der Kooperation mit BMW ausgehen) wird erst 2012 nachgereicht.

Limousine und Kombi sollen sich die geplanten Verkaufszahlen – in Österreich sollen noch 2011 rund 1500 Stück abgesetzt werden – in etwa fifty-fifty aufteilen. Beliebtester Motor soll der e-HDi werden. Peugeots Antwort auf die Frage nach dem Flotten­verbrauch. Der 112-PS-Diesel wird einfach mit einer Start-Stopp-Automatik (ein Öko-Rechner im Bordcomputer zählt die Standzeit mit) und einem automatisierten Sechsganggetriebe gepaart. Schlechtes Stichwort. Peugeot verkauft traditionell wenig Autos, die selber schalten. Der e-HDi soll das ändern. Pikanterweise mit einem automatisierten Schaltgetriebe, für das man sich aus Kostengründen entschied. Das typische Ruckeln lässt sich auch mit der manuellen Schaltgasse und einem gefühlvollen Gasfuß nur minimal entschärfen. Am anderen Ende der ­Leistungsskala steht der 2,2 HDi. Ein Vierzylinder, der den V6-Diesel aus dem 407 ersetzt. Gleiche PS-Zahl, mehr Drehmoment, weniger Verbrauch. Aber dafür gibt es ja einen ­Modellwechsel.

Peugeot 508 Exterieur Statisch Heck

Peugeot erfüllt mit dem 508 den Anspruch der Mittelklasse-Kunden, man möge doch bitte etwas Premiumduft versprühen, weitaus besser als, sagen wir, Opel mit dem In­signia. Die Verarbeitung des Plastiks ist gut, das Design stimmig, die Feature-Liste lang. Nur sind mit letzterer die ­Interieur-Designer überfordert. Ein gut ausgestatteter 508 ­konfrontiert den Fahrer mit 103 Knöpfen, Hebeln, Rädchen und Schaltern. In Worten: einhundertdrei. Weil man nicht für jeden einzelnen einen sinnvollen Platz fand, steckte man manche (für ESP und das Head-up-Display) in eine Art Schublade auf Höhe des linken Fahrerknies. Vier Stück befinden sich hinter dem Lenkrad an der Scheibe vor den Instrumenten.

Vielleicht ist es auch nur eine Gewöhnungsfrage – und den Startknopf findet man schnell. Gut so. 

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!
Mehr zum Thema