Peugeot 4008 1,8 HDIO Test Fahrbericht
Dieser Peugeot ist ein Mitsubishi und ein Citroën zugleich.
 

Testbericht: Peugeot 4008 1,8 HDI

Ein Déjà-vu? Dieser Peugeot ist ein Mitsubishi und ein Citroën zugleich. Oder doch nicht?

03.12.2012 Autorevue Magazin

Im Prinzip wiederholt sich hier eine Geschichte, die wir vor gar nicht allzu langer Zeit eine Klasse höher erleben durften: Mitsubishi entwickelte den Outlander, Peugeot und ­Citroën – also PSA – griffen den Wagen auf, versenkten ihre eigenen Motoren darin und brachten ihn mit ihrem Logo auf den Markt. Bei den Großen scheint diese Liebe mit Erscheinen des neuen Outlander passé – C-Crosser und 4007 werden wohl demnächst ersatzlos auslaufen –, dafür bei den Kleinen umso intensiver.

Die Drillinge Mitsubishi ASX, Citroën C4 Aircross und Peugeot 4008 wurden parallel designt, Vorschläge wurden so lange zwischen Japan und Frankreich hin- und hergeschickt, bis jeder mit der Form von Dach und Türen glücklich war. Mehr Gleichteile wird man von außen nicht erkennen – und das wohl auch nur, wenn man alle drei nebeneinander sieht: Durch geschickt gestaltete Front- und Heck­partien bleibt eine gewisse ­Eigenständigkeit gewahrt.

Der Peugeot trägt an der Front das neue Markengesicht mit weniger gierigem Schlund.

Heckseitig gibt es Leuchten, die bei Nacht mit drei Linien erstrahlen, was laut Peugeot an Löwenkrallen erinnern möchte. Soll so sein. Die Seitenlinie ist durchaus elegant und gelungen, auffällig ist der lange Radstand (gleich dem des größeren 4007) und die damit verbundenen kurzen Überhänge. Das wirkt sich im Interieur freilich positiv auf das Platz­angebot aus, auch hinten ist die Kniefreiheit erfreulich.

Peugeot 4008 1,8 HDIO Test Fahrbericht

Ist man auf die Premium-Anmutung der jüngsten Peugeots (wie RC-Z, 508 oder 3008) eingestellt, wird man vom ersten Inneneindruck ein wenig enttäuscht. Hier blitzt mit Ausnahme des Lenkrades der Bruder ASX deutlich durch. Eine Frage der Erwartungshaltung und der inneren Einstellung: Nicht, dass der 4008 jetzt unsauber verarbeitet wäre – die optische Erscheinung ist eben eine Klasse unter eingangs erwähnten Geschwistern.

Beim Fahren lässt sich der 4008 hingegen nichts nachsagen.

Der 150-PS-HDi ist stets mit Leistung parat, nicht jedoch mit Geräusch. Der ganze Wagen ist gut gegen Störgeräusche von außen isoliert. Bei artgerechter Benutzung bleibt auch der Verbrauch klein, flotte Autobahn­etappen meidet man als Sparmeister besser – Tribut an den SUV-typisch hohen Aufbau, wo sich jeder Stundenkilometer am Verbrauchsanzeiger des Bordcomputers rächt. Schaltung? Quittiert flotte Gangwechsel mit Hakeln, bei normaler Bedienung unauffällig.

Die Lenkung ist sauber abgestimmt, etwas synthetisch im Abgang. Wenn man in engen Kurven die vollen 300 Nm auf die Vorderachse einwirken lässt, zupft es vernehmlich im Lenkrad. Abhilfe gibt’s durch den Drehschalter in der Mittelkonsole, der den ­elektronisch geregelten Allradantrieb weckt: 2WD treibt die Vorderräder alleine, 4WD schickt bei Bedarf bis zu 50 % des Moments an die Hinterachse, „Lock“ imitiert einen starren Durchtrieb, was man hier selten brauchen wird. Folglich lässt man den Schalter einfach auf 4WD stehen und die Elektronik den Rest erledigen.

Das Fahrwerk ist proper aufgestellt, eher auf der straffen Seite daheim, somit gibt’s auch im kurvigen Geläuf keine Blöße. Natürlich könnte man an dieser Stelle den ehemals berühmten französischen Komfort vermissen, doch der scheint ohnehin seit Längerem aus der Mode.

Sonst?

Ein brauchbarer Kofferraum mit flachem Boden (logisch, weil darunter der Antriebsstrang werkt) sowie eine Empfehlung für das HiFi-System mit Subwoofer im Kofferraum. Gibt’s um 900 Euro in der Aufpreisliste oder samt Navigation um 3.325 Euro im Paket.Christoph Jordan

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