Puegeot 3008 Hybrid 4 Test
Kraft von hinten: Die elektrische Antriebseinheit sitzt nicht nur an der Hinterachse, sie vermittelt auch den Eindruck, als schiebe sie an.
 

Testbericht: Peugeot 3008 Hybrid4

Hybridtechnik auf Französisch: Schlau, dynamisch, wirkungsvoll und alles andere als eine Spaßbremse.

01.03.2012 Autorevue Magazin

Die Botschaft ist klar, klingt aber ein wenig nach PR-Gag: Erster Hybridantrieb mit Dieselmotor. Ein Diesel-Hybrid. Die Fachwelt hatte im Hintergrund schon ihre ­Bedenken, schließlich kostet ein direkt einspritzender Dieselmotor samt der notwendigen aufwendigen Abgasreinigung annähernd das Doppelte eines schlichten Saugbenziners. Keine ideale Voraussetzung, um unterm Strich noch einen halbwegs attraktiven Preis zu schaffen.

Und tatsächlich: Billig ist der Peugeot 3008 Hybrid4 nun wirklich nicht, aber weniger wegen des Hybridantriebs, sondern weil der 3008 grundsätzlich kein billiges Auto ist. Der ­Peugeot 3008 Hybrid4 ist ab 36.950 Euro zu haben und kostet damit 3.180 Euro mehr als sein Bruder ohne die zusätzliche Elek­tro­antriebs­einheit an der Hinterachse. Der Preis relativiert sich allerdings durch Diesel­antrieb vorne und Elek­troantrieb ­hinten, man kriegt für 3.180 Euro also nicht nur Hybrid, sondern gewisser­maßen auch Allrad­antrieb. Durch diese Modul­lösung musste nicht der ganze Antriebsstrang neu konzipiert werden. Die Start-Stopp-Einrichtung des Dieselmotors wurde aber überarbeitet.

Puegeot 3008 Hybrid 4 Test

So sitzt hier nicht wie meist ein kräftig dimensionierter Starter, der ­jedes Mal vor sich hingrummelt, sondern statt der Lichtmaschine ein leistungs­fähiger Startergenerator. Damit setzt das Motorgeräusch sehr dezent ein, etwa so wie beim ­Toyota Prius. Der Dieselmotor läuft ­generell sehr kultiviert, stemmt sich nicht gegen das Konzept des ruhigen Gleitens.

Vorne arbeitet also der 163-PS-Diesel, an der Hinterachse der 37-PS-Elektromotor, was rechnerisch 200 PS ergibt, was wiederum eine sinnlose Addition ist. Vielmehr geht es darum, dass der Elektromotor im Stop-and-Go-Betrieb den Dieselmotor unterstützt und manchmal ganz ­ersetzt, womit sich gerade im Stadtverkehr eine ganz ­beachtliche Sprit­ersparnis ergibt. Die Auto­revue-Stadtverbrauchsrunde bewältigt er mit 4,7 l/100 km. Ausgehend von einer vollen Batterie, kann man realistische zwei Kilometer rein elektrisch fahren, was immerhin einem Fußmarsch von einer halben Stunde entspricht oder fast einer halben Runde um die Wiener Ringstraße.

Puegeot 3008 Hybrid 4 Test

Das Versprechen mit dem Allrad­antrieb ist natürlich zu ­relativieren. 37 PS an der Hinterachse, die mitunter auch noch zögerlich einsetzen, machen fahrdynamisch noch keinen Quattro, aber sie reichen durchaus, um sich aus einem Schneehäuferl zu befreien oder eine eisige Garagenzufahrt zu erklimmen. Erstaunlich un­auffällig benimmt sich das ­automatisierte Schaltgetriebe. Und bei näherem Nachfragen erfahren wir auch, warum: Die üblichen langen Schalt­pausen werden durch zusätzlichen Schub vom Elektromotor überbrückt. Das sind die ­Kniffe, mit denen man trotz des teuren Dieselmotors die ­Kosten im Zaum hält: preisgünstiges Getriebekonzept, ­bewährte Nickel-Metall­hydrid-Batterien statt teurer Lithi­­um-Ionen-Technologie.

Puegeot 3008 Hybrid 4 Test

Wie soll man den Peugeot 3008 Hybrid4 nun einordnen, das in der ­besten Ausstattung fast 40.000 Euro kostet und im Wesentlichen mit einem Golf Plus zu vergleichen ist? Peugeot hat hier sehr darauf geachtet, der aufwendigen Technik auch ein gewisses Premium-Gefühl mitzugeben. Die etwas höhere Sitzposition des Crossover-Konzepts und die breite Mittelkonsole vermitteln Stabilität und Sicherheit, die verwendeten Materialien Haltbarkeit. Die Liebe zum Detail erlaubt sogar, dass man die eine oder andere Ablage vorfindet – nicht immer selbstverständlich bei Peugeot.

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!
Mehr zum Thema