Hedgefonds steigt bei Hyundai ein: Goldmine

Der Hyundai-Konzern soll entflochten werden und der Autoverkauf endlich wieder auf Touren kommen. Der Hedgefond von Paul Singer will dabei profitieren.

04.04.2018 Online Redaktion

Der Hyundai-Konzern hat einen Marktwert von etwa 70 Milliarden Euro. Das liegt nicht an der Autosparte sondern an der schlichten Größe des Konstrukts. Dazu gehören Banken, Hotels, Sicherheitsunternehmen, Schwerindustriefirmen und diverse andere Projekte. Jetzt soll das Geflecht entworren werden. Um die Aktionäre glücklich zu machen, um mehr Transparenz zu schaffen und so letztlich auch den Autoabsatz wieder anzukurbeln. Mit schneiden will dabei vor allem der Milliardär Paul Singer, dessen Hedgefond Elliott gerade Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar übernommen hat.

Das Hyundai-Geflecht

Die Hyundai-Group gibt es schon seit 1947. Das Unternehmen wurde ursprünglich als Bauunternehmen gegründet. 1965 begann ein rekordverdächtiger Aufstieg. Hyundai führte erstmals ganze Bauprojekte durch und gründete dafür diverse Tochterunternehmen, die sich um die einzelnen Bauabschnitte kümmerten. Es folgte der Bau von Schiffsmotoren, Möbeln, Elektronik und eben auch Autobau. Hyundai stieg so zum größten Mischkonzern in Südkorea auf. Noch vor Samsung.

Doch das war einmal. Samsung überholte den Konzern, weil das Unternehmen das tat, was Hyundai jetzt bevor steht. Samsung gliederte Firmen aus, verteile Management-Kompetenzen neu und sorgte überhaupt für mehr Transparenz. An diesem Prozess mitschneiden will jetzt Paul Singer, was für die Südkoreaner eher keine gute Nachricht sein dürfte.

Amerikanischer Sunnyboy

Paul Singer erwarb jüngst Anteile an Hyundai und Kia im Wert von einer Milliarde Dollar. Er forderte das Management auch gleich auf, die Bemühungen rund um die Restrukturierung zu erhöhen, einen detaillierten Fahrplan vorzustellen und die Ausschüttungen an die Investoren zu erhöhen. Singer will sich, was die Restrukturierung angeht, auch direkt beteiligen und das Management beraten.

Singer nimmt bei seinen Projekten immer sehr großen Einfluss. Meist nicht zur Freude der handelnden Manager. So war es beispielsweise Singer, der nach der gescheiterten Übernahme von Volkswagen durch Porsche Ferdinand Piëch und Wolfgang Prosche auf 1,8 Milliarden Euro Schadensersatz verklagte. Singer eilt der Ruf voraus, der Hedgefons-Manager mit den härtesten Bandagen zu sein. Er kauft Aktien von Unternehmen, die kurz vor der Insolvenz stehen. Erholt sich die Firma, werden die Anteile verkauft, geht sie tatsächlich pleite, wird der Betrieb zerschlagen und der Schuldner verklagt.

Autos werden auch noch gebaut

Hyundai und Kia haben derzeit auch Probleme, was den Fahrzeugverkauf angeht. In den letzten beiden Jahren wurde die Absatzprognose verfehlt. 2017 hätten 8,25 Millionen Fahrzeuge verkauft werden sollen, es wurden aber „nur“ 7,25 Millionen. Ein Rückgang von 6,5 Prozent (bei Hyundai) beziehungsweise 7,8 Porzent (bei Kia).

In China hatte das Unternehmen mit Produktionsstopps durch Lieferunterbrechungen zu kämpfen. Auch, weil sich die Regierungen in Seoul und Korea gerade wegen eines amerikanischen Raketenabwehrsystems streiten, das in Kora aufgestellt wurde. Aber auch in den USA haben Hyundai und Kia Probleme. Dort traf das Unternehmen den SUV-Geschmack der Kunden nicht.

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