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Das ist der Strategieplan PACE!, der Opel retten soll

100 Tage nach der Übernahme durch die Group PSA präsentiert Opel/Vauxhall den Strategieplan PACE! Er soll das Unternehmen zukunftsfähig machen. Eine Übersicht.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 09.11.2017

PACE! soll das Ruder rumreißen. Es ist der Name des Strategieplans, den Opel/Vauxhall hundert Tage nach der Übernahme durch die Group PSA vorgelegt hat. Er definiert die Meilensteine, Zielvorgaben und Pläne der Marke bis ins Jahr 2026. Dank effizienter Arbeitsweise, Synergieeffekte und einer massiven Modernisierung der Modellpalette soll die Gewinnschwelle bereits mit 800.000 verkauften Fahrzeugen erreicht werden. Für die Marke wäre das ein Traum. Setzte sie im Jahr 2016 doch immerhin 1,16 Millionen Autos ab.

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Opel Werk Rüsselsheim
© Bild: Opel

Marge dank Synergien

Leitstern von PACE! ist für Opel/Vauxhall eine wiederkehrende, operative Marge von zwei Prozent im Jahr 2020 und sechs Prozent im Jahr 2026. Das deutsch-französische Duo geht davon aus, dass ab dem Jahr 2020 jährlich rund 1,1 Milliarden Euro durch Synergieeffekte eingespart werden können. Im Jahr 2026 sogar 1,7 Milliarden.

Ein Teil soll sein, dass der Verwaltungsaufwand pro Fahrzeug von derzeit 5,6 Prozent auf 4,7 Prozent gesenkt wird. Ziel ist es, jedes Fahrzeug um durchschnittlich 700 Euro weniger zu produzieren. Um das Ziel zu erreichen, soll das „Verhältnis von Lohnkosten und Umsatz Richtung Branchenbenchmark“ entwickelt werden. Was nicht nach „Gehaltserhöhung“ klingt.

Der Opel Adam wird angefertigt
© Bild: Opel

Werke halten

Trotz allem sei es das Ziel, alle Werke in Europa zu halten und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Die Lohnkosten sollen durch freiwillige Programme und durch Altersteilzeit erreicht werden. Dass Opel/Vauxhall in Zukunft weniger Produktionspersonal brauchen wird, ist klar. Schließlich ist es auch ein Ziel von PACE! die Komplexität der Produktion um 50 Prozent zu senken. Um die Auslastung trotzdem hoch zu halten sollen Volumina aus Korea (Opel Karl und Mokka) nach Europa geholt werden.

Grundsätzlich sollen alle Werke in der Lage sein auch Fahrzeuge mit den beiden PSA-Plattformen zu produzieren. Ziel ist es, 2024 auf nur noch zwei Plattformen zu produzieren. Eine gemeinsame Architektur für alle Modelle egal welcher Marke. Den Anfang macht 2019 der Mokka-Nachfolger, der bereits auf der PSA-Plattform EMP2 stehen wird und auch elektrifiziert angeboten werden soll. Dazu kommt ein neues Flaggschiff-SUV, das ebenfalls in Rüsselheim entstehen soll und auf PSA-Technik basiert. Ein vergleichbares Projekt, das noch unter GM-Regie angestoßen wurde, landete in der Schublade.

© Bild: Andreas Riedmann
Opel Mokka

Modellprogramm der Zukunft

Entsprechend wird sich im Modellprogramm einiges tun. Die Zahl der angebotenen Motor-Getriebe-Kombinationen soll um rund 40 Prozent sinken. Dazu kommt ein ambitionierter Plan was neue Autos betrifft. Bis 2020 sollen neun neue Modelle auf den Markt kommen, bei denen natürlich auch PSA-Derivate mitgerechnet sind.

2020 sollen bereits vier Elektro-Modelle unter Opel/Vauxhall-Label auf dem Markt sein. Darunter ein rein elektrischer Corsa. Bis 2024 sollen dann alle Baureihen elektrifiziert sein. Das bedeutet, das neben den klassischen Varianten mit Verbrennungsmotor auch eine mit reinem Elektroantrieb oder zumindest mit Plug-in-Hybrid zur Auswahl stehen soll.

Um ausreichend Kunden zu haben sollen außerdem zwanzig neue Exportmärkte erschlossen werden. Dabei noch nicht mit einkalkuliert: eine Expansion nach China und Brasilien. Hier wird das Engagement noch nachgerechnet.

© Bild: Werk
Bald auch als Elektroauto zu haben: Der Opel Corsa.


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