Opel Mokka 4x4 1,4 Turbo Cosmo SUV
Dieses Auto könnte der halben Kompaktklasse gefährlich werden.
 

Testbericht: Opel Mokka 4×4 1,4 Turbo

Bitte keine Bohnenwitze: Der Opel Mokka ist ein ernsthaftes Auto.

29.01.2013 Autorevue Magazin

Immer wieder glauben wir, es gäbe nun wirklich keine ­Nische mehr, die eröffnet werden könnte, und dann kommt doch eine Überraschung: Am eher unteren Ende des SUV-Angebotes platziert Opel ein Auto, das zwar keine Fahrzeugklasse eröffnet, aber doch erfrischend neu wirkt. Ist doch der Nissan ­Qashqai, der Crossover-Kompakt-Pionier, bereits in die Jahre gekommen, und den ­Skoda Yeti gibt’s auch schon eine Weile. Und da wäre noch der Mini Countryman, sehr nett, aber in seiner extrovertiert jugendlichen Art doch eher ein Minderheitenprogramm.

Aber jetzt der Opel Mokka.

Oh, Kompakte! Habt Acht! Bisher haben die SUVs ja eher in der breiten Mitte gefischt und gemeinsam mit den Vans die Limousinen dezimiert. Dieser Opel hingegen hat das Zeug, der Kompaktklasse an den Karren zu fahren.

Genetisch ist der Opel Mokka ein General-Motors-Produkt unter Ausnutzung aller Ressourcen des Weltkonzerns. Kraftfahrzeugtechnisch gibt er sich ganz deutsch, zeigt weder konzep­tionell noch qualitativ Schwächen. Produziert wird er mit seinem größeren Bruder Antara gemeinsam in Korea, dem man dies anfangs auch anmerkte, zumindest führte man gewisse qualitative Unschärfen darauf zurück. Der Mokka aber tritt von Anfang an schlüssig auf und ist als Weltauto angelegt, wird je nach Markt auch als Buick, Chevrolet oder Vauxhall verkauft.

Er liegt preislich auf Augenhöhe mit Golf und Astra und cee’d und wie sie alle heißen, er besitzt den Charme eines Leatherman, er ist nicht länger, nicht breiter und auch nicht nennenswert schwerer, nur ­etwas höher, was alleine schon einen Mehrwert ohne Nebenwirkungen bedeutet. Der Verbrauch ist ohnehin eine Frage der Motorengeneration, und diese Maschine gehört zu den jüngsten.

Opel Mokka 4x4 1,4 Turbo Cosmo SUV

Einsteigen geht super, die Sitze überzeugen, der Überblick nach vorne tut es erwartungsgemäß auch.

Hinten sieht man genauso schlecht hinaus wie bei allen anderen Autos heutzutage, aber man hat ja die Piepserei und im Idealfall auch die Rückfahrkamera an Bord, für die allerdings 288 Euro ­extra bezahlt werden müssen. Aber: Sie ist nur dann zu bekommen, wenn man das große Display des teuren Naviga­tionssystems mitbestellt, was noch einmal 999 Euro ­kostet. So viel zur Premiumpreisspirale, die offenbar nun auch die untere und mittlere Preisklasse erfasst hat.

Der Motor ist ein Down­sizing-Aggregat der jüngeren Machart, ein moderat aufgeladener Vierzehnhunderter mit gutem Drehmoment und gefälliger Leistungsentfaltung. Temperamentsbündel ist er keines, als Gegenleistung zuckt er aber im Verbrauch nicht aus und gibt sich mit ­etwas über sieben Liter auf 100 km zufrieden, was im Echtverkehr für einen Benziner samt Allrad­antrieb ziemlich gut ist.

Die Qualität der Fortbewegung liegt insgesamt auf sehr hohem Niveau, Lenkung, Bremsen, alles Punkte, die keine Diskussion mehr aufkommen lassen. Der Mokka sieht weder klein aus, noch fühlt er sich klein an, aber er benötigt keinen Zentimeter mehr Platz im Verkehr als ein Kompaktwagen. 

Der Kompromiss spielt sich auf der Rückbank ab. Dort endet die Großzügigkeit definitiv, aber alles kann man nicht haben, denn auch der Kofferraum ist ganz passabel. Und wie es sich für einen „Geländewagen“ gehört, gibt es ein vollwertiges Reserverad mit Stahlfelge, das ebendort auch seinen Platz ­findet.

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