Opel corsa OPC Nürburgring edition
Hängt am Gas wie ein Bullterrier an der Kette.
 

Testbericht: Opel Corsa OPC Nürburgring Edition

Von wegen niedlicher Corsa: Die Transformation eines Einkaufswagerls zum BMW-Schreck.

07.05.2012 Autorevue Magazin

Neueste Erkenntnis: Das mit Münchhausen war ein klares Missverständnis. Er war kein Lügner, sondern Hellseher. Was er mit dem Ritt auf der Kanonenkugel beschrieben hat, trifft ziemlich genau auf den Corsa OPC Nürburgring Edi­tion zu. Mit 210 PS gehört der in der Kleinwagenliga zu den ganz Starken – pfeif auf das 1-PS-Defizit gegenüber einem Mini John Cooper Works.

Das Drexler-Sperrdifferenzial hat der Corsa dem Mini allerdings voraus – und dieses verändert das Fahrverhalten deutlich. Wo es beim normalen OPC beim Beschleunigen aus Kurven noch in der Lenkung zupft, zieht das mit Sperre ausgerüstete Sondermodell ungestört die vorgegebene ­Linie. Selbst bei Nässe ist der Grip beachtlich, was selbstverständlich auch der Fahrwerksabstimmung geschuldet ist. Diese wurde – nomen est omen – tatsächlich auf der Nürburgring-Nordschleife ­entwickelt. Natürlich gibt es Straffheit, doch die fällt weit nicht so ­heftig aus wie bei ­anderen Mitbewerbern. Wir lernen: Härte hat nichts mit Sportlichkeit zu tun. Außerdem fällt einem der Alltag leichter, wenn man nicht ­ständig weichgeklopft wird.

Denn in einer Beziehung hat man es wirklich hart mit dem Opel Corsa OPC Nürburgring Edition: Wenn man die Qualitäten der Nürburgring-Edition voll ausschöpft – und das will man ja eigentlich dauernd –, erlaubt der 45-Liter-Tank gerade einmal 300-Kilometer-Radien, bevor die Tankreserve zu leuchten beginnt. Der Motor hängt am Gas wie ein Bullterrier an der Kette, dreht frei und willig hoch, schenkt sich aber auch ordentlich ein – ein Zugeständnis an 131 PS/l Literleistung. Abseits der Rennstrecke, wo man zumeist im Teillastbereich unterwegs ist, würde eine Direkt­einspritzung deutlich helfen.

Sonst gibt es kaum Grund zur Klage, eher Anlass für Lob: Die Brembo-Bremsanlage sorgt für adäquate Verzögerung, die Sechsgang-Schaltung geht einem leicht von der Hand. Im Innenraum gefallen der Reifegrad des Corsa und das Platzangebot – sofern man nicht nach hinten muss. Der Einstieg ist dreitürertypisch mühsam. Die Recaro-Sitze umfassen einen angenehm, und an Ausstattung wird ­einem absolut nichts Essen­zielles ­abgehen. Ein Touch­screen-­Navi findet sich um schlanke 716 Euro in der Aufpreisliste.

Sonst? Die Spoiler, Schweller und der Doppelrohr-Auspuff tragen vielleicht ein wenig dick auf. Understatement sieht anders aus. Aber ein Evo-Mitsubishi braucht ja auch seinen Flügel.

Einen Trailer zum Opel Corsa OPC Nürburgring Edition gibt es auch:

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