opel cascada cosmo turbo offen
„Mollig warm und weich schwebt der Himmel über dir.“
 

Testbericht: Opel Cascada Cosmo 1,4 Turbo

Harte Zeiten für die Premiums: Opel greift an und macht nicht nur einen guten Preis, sondern auch ein gutes Cabrio.

09.08.2013 Autorevue Magazin

Da denkt man bei sich, aha schon wieder eines dieser ­Cabrios an der Schwelle von Kompakt- zu Mittelklasse, und dann sucht man einen ­potenziellen Gegner und kommt drauf, hoppala, so leicht ist da gar keiner zu finden. Oder andersrum: Jene Kontrahenten, die von der Größe her auch nur annähernd in Frage kommen, kosten rund 10.000 Euro mehr und sind meist sogar stärker motorisiert. Damit das also gleich einmal geklärt ist, deutlich kürzer jedenfalls sind: VW Golf Cabrio mit Stoffdach und VW Eos mit Klappdach und die zwei Klappdachfranzosen Peugeot 308 CC und Renault Mégane C-C. Einigermaßen passend in der Länge, aber deutlich teurer und meist auch nur mit stärkerer Motorisierung zu haben sind: BMW 3er, Lancia Flavia, Mercedes E-Klasse, Volvo C 70.

So kristallisieren sich relativ klar zwei Hauptgegner heraus:

Der Golf als Klassengegner ­sozusagen und der BMW als Zielvorgabe. Opels Strategie scheint jedenfalls nachvollziehbar. Erstens: Mit einem Cabrio, das man zwischen ­Astra und Insignia platziert hat, sowohl technisch als auch der Größe nach, spricht man ein breites Spektrum an Stammkundschaft an. Zweitens: Mit dem Golf muss man hier auf dem Milieuniveau zwischen properer Genossenschafts­wohnung und schmuckem Speckgürtel-Fertighaus immer rechnen. Drittens: Mit etwas Anstrengung und ein paar ­Zusatzleistungen kann man vielleicht auch einige aus den nobleren Vierteln anlocken, etwa rechenstarke BMW-Käufer, denen die langen Aufpreislisten à la BMW inzwischen doch zu dreist geworden sind.

Und was beim Größen- und Preisvergleich noch auffällt:

Das Cabriolet kann mittlerweile als europäisches ­Phänomen betrachtet werden. Verkürzt gesagt: Das Cabrio für alle Tage setzt doch einigermaßen ausgewogene soziale Verhältnisse und Witterungsbedingungen voraus, wie sie zumindest in West­europa vorherrschen.
Opel Cascada also. Bau­kasten ist überall, nicht nur in der VW-Gruppe. So besteht der Cascada aus einer ausgefeilten Kombination aus Astra und Insignia, was uns im Detail eigentlich nicht so interessiert. Auffällig ist aber die Verbundlenker-Hinterachse, in dieser Größen- und Gewichtsklasse eher ungewöhnlich, da normalerweise bei ­hohem ­Gewicht zum Poltern neigend. Und gleich kommt die Ent­warnung: Opel beherrscht das Thema einmalig, auf jeden Fall empfehlen wir aber das so ­genannte FlexRide-Premium-Sportfahrwerk mit elektronischer Dämpfer­rege­lung, auch für Gleiter (dann eben im Tour-Modus), für 900 Euro.

Im Grunde ist die Basis­ausstattung der Modellvariante Cosmo schon recht umfangreich.

Xenon-Kurvenlicht, Tempomat, Parkpilot und ­Klimaautomatik sind da schon dabei. Die Ledersitze (1.600 Euro) sind nicht nur äußerlich eine feine und gar nicht schwitzige Sache, auch die Qualität des Sitzens an sich ist erstklassig. Die Gestaltung des Innenraums und die Qualitätsanmutung entsprechen ­jedenfalls Premiumniveau. Wichtig für das gehobene ­Lebensgefühl erscheint dann auch noch das Premium-­Akustikverdeck (290 Euro).
Einmal geschlossen, ist vom Cabrio nichts mehr zu spüren, mollig warm und weich schwebt der Himmel über ­einem, wäre man fast geneigt zu sagen.

Bei der Wahl des richtigen Motors wollen wir schließlich auch noch behilflich sein.

Der Cascada ist wie schon angedeutet ein eher üppiges Auto, das sich mit diesem 1,4 -Liter-Turbomotor sehr sparsam, leise und komfortabel bewegen lässt, wenn man es darauf anlegt. 140 PS und 200 Nm Drehmoment bieten im Grunde ausreichend Schmalz. Allerdings hat man öfter als anderswo das Gefühl, gerade den falschen Gang eingelegt zu haben, wenn’s plötzlich mal schneller gehen soll. Hier dürfen wir auf den neuen 1,6-Liter-Turbo-Benziner hinweisen, der für rund 2.000 Euro mehr jetzt auch zu haben ist.

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