Opel ließ die Cabrio-Variante des Astra in Richtung Insignia wachsen.
Opel ließ die Cabrio-Variante des Astra in Richtung Insignia wachsen.
 

Vorstellung: Opel Cascada

Der Opel Cascada ist frischer Wind am Schnittpunkt zwischen Kompakt- und Mittelklasse, jetzt wieder mit Stoffdach.

06.05.2013 Autorevue Magazin

Der Opel Cascada stößt in einen Trend. Denn nach der großen Welle der ­Cabrios mit hartem Verdeck scheint nun wieder eher Stoffdach gefragt zu sein. So schwenkt auch Opel beim ­Astra nach einer Metall-Periode wieder auf Geschmeidiges aus Textil um. Wobei: Astra ist jetzt nicht mehr ganz richtig. Der Neue heißt Opel Cascada und ist größenmäßig ein Stück in Richtung Insignia gerückt. Eine wohldurchgerechnete Entscheidung, denn damit will man gleich mehrere Fahrzeugklassen und -kategorien bedienen, und zwar mit einer einfachen Formel: Preislich bewegt man sich noch in der Kompaktklasse, in Größe und Qualitätsanmutung tritt man aber bereits einem Dreier-BMW auf die Zehen.  

Mit knapp 4,70 Metern ist der Opel Cascada um 27 Zentimeter länger als der Astra. In der Breite ist er gleichauf mit dem Insignia. In optischer und ­haptischer Hinsicht hat er ­tatsächlich das Zeug, zu einer ­Alternative für wesentlich ­teurere Fahrzeuge zu werden. Das Geheimnis des günstigen Preises liegt dann eher tiefer im Wagen verborgen, etwa in der schlichten Verbundlenkerachse, die in dieser Leistungsklasse einen technischen Grenzfall darstellt (aber dank Elektronik-Steuerung ­namens FlexRide trotzdem keine signifikanten Schwächen zeigt). Mit einem Eigen­gewicht von mindestens 1,7 Tonnen ist der Opel ­Cascada relativ schwer, andererseits fühlt er sich massiv  an und lässt sich durch seine Steifigkeit und gute Lenkung präzise ­dirigieren. Komfort und Dynamik sind gut aus­balanciert.

Opel Cascada - In 17 Sekunden von Zu bis Offen.

Opel Cascada – In 17 Sekunden von Zu bis Offen.

Zur Wahl stehen vorerst fünf Motoren in Kombination mit Sechsganggetriebe, jeweils ein Benziner (170 PS) und ein Diesel (165 PS) auch mit Automatik. Völlig neu ist der 1,6 Liter SIDI, ein Turbomotor mit Direkteinspritzung: ein sehr kultiviert und ruhig laufendes ­Aggregat, allerdings trotz der 170 PS mit überschaubarer Leistungsentfaltung. Der Grund: 260 Newtonmeter Drehmoment sind doch deutlich weniger als bei den Dieseln (350 bzw. 400 Nm).

Mittlerweile hat sich der Geschwindigkeitswettbewerb auch auf Faltdächer verlagert. Mit einer Öffnungszeit von 17 Sekunden bei einer Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h liegt man im inter­nationalen Spitzenfeld (wichtiger ist aber, dass es sich auch rasch schließen lässt). Elek­trisch betriebene Arme reichen Fahrer und Beifahrer die Gurten. Das wäre ohne akutes ­Rückenleiden nicht unbedingt notwendig, ist aber eine willkommene Komforteinrichtung wegen der langen Türen (haben wir erstmals 1981 beim Mercedes SEC gesehen).

Jegliche Überrollbügel sind längst Geschichte, im Opel Cascada sind hinter den Vordersitzen diskret zwei Stahltraversen versenkt, die bei einem Überschlag pyrotechnisch in die Höhe schnellen – oder spä­testens, wenn die Airbags knallen. Zum Marktstart sind drei Dachfarben zu haben, nämlich Schwarz, Dunkelrot und Braun, wahlweise in einer speziell gepolsterten Version für erhöhten akustischen Komfort. Die Freizeitgesellschaft wird sich auch noch über die Skidurchreiche freuen, etwas, das sich bei einem Stahldach-Cabrio technisch nicht verwirklichen ließe. 

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