Opel Astra Sports Tourer Exterieur Dynamisch Seite
Ein Lastesel, dem man diese Bezeichnung nicht ansieht.
 

Testbericht: Opel Astra Sports Tourer

Kombi muss weder Biedermann noch Lastesel sein.

03.03.2011 Autorevue Magazin

Der Name „Caravan“? Längst Geschichte. Seit dem Insignia heißen die Kombivarianten bei Opel „Sports Tourer“. Und das aus gutem Grund. Waren die früheren Kombis noch für ihre riesigen Laderäume bekannt, legt Opel den Fokus jetzt klar auf schneidige Optik. Wie beim Insignia senkt sich die Dachlinie nach hinten sanft ab, die seitliche Sicke greift denselben Radius auf, beides zusammen ergibt ein hübsches Formenspiel, das den Astra alles andere als bieder aussehen lässt. Dem Nutzwert tut das keinen Abbruch – der Astra macht es mit Länge wieder wett, gehört mit fast 4,7 Metern zu den Größeren in der Riege. Mit maximal 1550 Litern Ladevolumen sticht er ­kurioserweise sogar den ­größeren Bruder Insignia aus, bei aufgestellter Lehne (500 zu 540 Liter) stimmt die Rang­ordnung wieder.

Wo wir schon beim Kofferraum sind: Die Laderaum­abdeckung gleitet schienengeführt nach vorne oder entlang der D-Säule nach oben, ab der Ausstattungsline „Sport“ lassen sich die Rücklehnen elektrisch umklappen, lediglich ein leichter Knick in der Ladefläche bleibt. Wer diese völlig planieren will, muss davor die Sitzflächen aufstellen. Ein kleiner Schönheitsfehler des sonst ­äußerst achtbar ausgeführten Ladeabteils.
Auch vorne geht es gediegen zu. Beim ersten Einsteigen möchte man meinen, in einem tailliert geschnittenen Insignia zu sitzen – alleine in der zweiten Reihe zwickt’s ein wenig, wenn vorne ein Langer sitzt. Lenkrad und Schaltknauf kommen einem bekannt vor, liegen gut in der Hand, auch die Mittelkonsole mit ihren vielen Knöpfen wirkt vertraut. Das hat zwar den Vorteil, dass man viele Funktionen auf Anhieb erreichen kann, andererseits leidet die Übersichtlichkeit darunter. Reine Gewöhnungssache, meinen wir.

Motorseitig gehorcht man bei Opel dem Trend zum Downsizing: Der von uns gefahrene 1,4-Liter-Turbo leistet 140 PS und erwies sich als recht quirliger Zeitgenosse. Subjektiv könnte man von­ ­turbolosem Turbofahren sprechen, fühlt sich das Aggregat doch nach deutlich mehr Hubraum an, als es tatsächlich ­besitzt. Die 200 Nm Dreh­moment sorgen für tapfere ­Beschleunigung, auch an der Drehfreude gibt es – obwohl die Höchstleistung schon bei frühen 4900 Touren anliegt – nichts zu nörgeln. Einziger Makel: Mit einer modernen Direkteinspritzung ließe sich der Verbrauch gewiss noch einmal reduzieren, was einem besonders nach flinken Autobahnpartien auffällt.

Ebenfalls nicht freudlos ist das Fahrwerk, das komfortabel straff abgestimmt ist und durchaus für Fahrspaß sorgt. Wer diesen verstärken möchte, investiert 900 Euro in das Flex-Ride-Fahrwerk, das sich per Knopfdruck in drei Stufen (Tour, Normal, Sport) verstellen lässt. Gleichzeitig wird dabei die Gaspedalkennlinie verändert, im Sport-Modus erglühen die Armaturen in einem Rot der Marke „Blutrausch“, was angesichts der 140 PS dann doch ein bissl übertrieben scheint.

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