Opel Astra Sports tourer Exterieur Dynamisch Seite
Faustiges Heck, gleichzeitig einladefroh.
 

Vorstellung: Opel Astra Sports Tourer

Opels Kompakt-Kombi ist schick wie der Insignia, aber keine Lade-Lusche.

23.11.2010 Autorevue Magazin

Lassen wir uns vom Namen nicht täuschen. Der Astra Sports Tourer ist ein Kombi von einem Kombi, und man darf hier durchaus Erleichterung zwischen den Zeilen wahrnehmen. Was das Ladevolumen betrifft, geriet der ­Insignia ja zum Warmduscher unter den Mittelklasse-Kombis, eher in der schicken Audi-BMW-Ecke daheim als bei den nützlichen Passats und Mondeos. Damit wurde klassisches Opel-Terrain verlassen, und das kam bei der Stammkundschaft nicht nur gut an (obwohl der Insignia Sports Tourer ja wirklich ein hübsches Ding ist).

Kritik dieser Kategorie galt es beim Astra eindeutig zu vermeiden, zählt doch der kompakte Opel Kombi zu den fixen Größen im Flottengeschäft. Und ein gestandener Fuhrparkmanager kriegt höchstens das große Gähnen, wenn man ihm was von einer sportlich abfallenden Dachlinie erzählt. So geriet der Astra auch ein bissl zur Gegenthese zum ­Insignia Sports Tourer: Die Heckpartie kupfert zwar eindeutig ab, wirkt also knackig, schlank und faustig, gibt sich aber trotzdem keine Blöße beim Einladen. In Zahlen: Mit 500 bis 1550 l bietet der Astra sogar einen Tick mehr maximalen Laderaum als der Insignia (540–1530 l), obwohl der gleich zwanzig Zentimeter länger baut. Auch mit dem Golf Variant liegt man auf einem Level, deshalb wollen wir hier mal vergessen, dass die schicke Linie doch etwas gegenüber dem Vorgänger kostet – dessen Lademax betrug 1590 Liter.

Und wenn wir schon bei den Eckdaten sind: Im Prinzip wird man sich bei der gleichen Motorenpalette wie beim Schrägheck-Astra bedienen können. Und die rollt sich breit aus: Fünf Benziner mit 1,4 oder 1,6 Liter zwischen 100 und 180 PS, vier Diesel (1,3/1,7/2,0 l) zwischen 95 und 160 PS. Die Minimal-Variante 1,4 Ecotec Cool & Sound gibt es ab 19.550 Euro, oben ist beim Cosmo-Diesel mit 160-PS-Diesel und 6-Gang-Automatik Schluss. Da sollte also echt für alle Geschmacksrichtungen und Dienstgrade was dabei sein. Heißer Tipp für alle Vielfahrer: Die Sitze sind grundsätzlich ganz okay, aber Vielfahrer werden sich doch an den optional erhältlichen Komfortsitzen erfreuen, die in der Lehnenneigung feinjustiert werden können und über eine Lordosenstütze und verstellbare Oberschenkelauflage verfügen.

Im Kofferraum finden sich zwei Neuigkeiten, die den Ladealltag tatsächlich um einiges erleichtern. Zuerst einmal lässt sich das Abdeckrollo dank eines Hebelsystems mit bisher ungekannt wenig Kraftaufwand entfernen. Außerdem können die asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen via Fernbedienung vom Kofferraum aus gefällt werden, man erspart sich also das lästige Rumlaufen ums Auto. Die Lehnen schnellen, weil vorgespannt, in einem Affentempo nach vorne – eine richtig gute Nummer ist das. Und sollte es besonders eng werden, können die Sitzflächen einfach herausgenommen werden. Fächer und Ablagen bieten ein zusätzliches Volumen von 25 Litern für Dinge, die man gerne mithat, aber eh nie braucht.

Vor schalem Dienstwagen-Feeling braucht man sich übrigens nicht zu fürchten, da stehen die insgesamt sehr wertige Verarbeitung und die smarte Cockpitlandschaft des Astra davor. Platzangebot und Komfort liegen auf oberem Klassenlevel, in Sachen Geräuschdämmung gibt es allerdings noch Spielraum nach oben. Der gefahrene 140-PS-Turbo brummt vernehmlich und in fast jeder Lebenslage.

Im Prinzip hat man es hier mit einem vollwertigen Fami­lienauto zu tun, dem man beim Fahren die 4,7 Meter Länge (ein Ford Galaxy ist nur zehn Zentimeter länger) kaum anmerkt – erst beim Einparken ist vielleicht das eine oder andere Aha-Erlebnis fällig.

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!