Opel Astra OPC VW Golf GTI
Ich darf das.
 

Testbericht: Opel Astra OPC

Kann erbarmungslos sein, muss aber nicht: Der neue König der Fronttriebler.

06.12.2012 Autorevue Magazin

Der böseste aller Astras lässt einen die Härten des Lebens kennenlernen. Nicht ganz so heftig, dass man jeden Kieselstein seiner Hausstrecke beim Vornamen kennt, doch die Richtung stimmt. Man weiß ja, worauf man sich bei einem Sportler einlässt. Per Tastendruck lassen sich die adaptiven Dämpfer von straff über hart auf deppert hart justieren, spätestens dann wird man die Vollstreckerqualitäten des Opel verinnerlichen.

Die 280 PS und 400 Nm,des neuen Direkteinspritzer-Turbos geben der Vorderachse natürlich einiges auf.

Dank ­HiPerStrut-Federbeinen, bei denen ein eigenes Formteil für den Lenkeinschlag zuständig ist, halten sich ungewollte Krafteinflüsse von der Lenkung weitgehend fern. Um den Rest kümmert sich eine mechanische Differenzialsperre der Firma Drexler. Bessere ­Lösungen gibt es derzeit nicht – da können alle Elektronikfreaks mit ihren simulierten Sperren jaulen, so viel sie ­wollen.

Opel Astra OPC VW Golf GTI

Die Digitalnerds finden als Ausgleich eine nette Spielerei in der Aufpreisliste:

Um 315 Euro gibt’s einen Smartphone-Controller, der 60 verschiedene Daten aufs iPhone liefert, so man dort die zugehörige App installiert hat: Gierwinkel, Drosselklappenposition und Querbeschleunigung werden dann zum soliden Thema am Stammtisch, der Laptimer ist ohnehin serienmäßig im Bordcomputer dabei.

Womit wir beim Kern­thema des Astra OPC ­wären: Opel erklärt stolz, dass der ­Astra seine finale Abstimmung auf der Nürburgring-Nordschleife bekommen hat.

Sicher die schönste und anspruchsvollste Rennstrecke der Welt – einzig langsame Kurven gibt es kaum. Selbst der langsamste Abschnitt Wehrseifen wird mit knapp 70 km/h gefahren. Soll heißen: In höheren Geschwindigkeiten liegt der Astra OPC wunderbar satt auf der Straße, keine Spur von Nervosität, unspektakuläres Schnellsein, wie man es sonst von ­üppig motorisierten Limou­sinen kennt. Langgezogene Kurven, Ausbeschleunigen auf Geraden ist die Domäne des Astra. Enges Winkelwerk wie Spitzkehren entlarven dann doch die knapp 100 Kilo Mehrgewicht zur Konkurrenz und lassen ein bissl die Leichtfüßigkeit missen. Wir betonen: Das ist Jammern auf hohem Niveau.

Im täglichen Leben freut man sich, dass Begegnungen mit GTIs meist demütigend für selbige sind und dass sich der Fiesling auch zahm (und dank – endlich – Direkteinspritzung auch sparsam) bewegen lässt. Und dann wäre da noch das Schweißbrenner-Pfauchen des Auspuffs beim Ausdrehen: Suchtgefahr!

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!
Mehr zum Thema