Überraschend satter Anblick.
Überraschend satter Anblick.
 

Testbericht: Opel Adam Jam 1,4 Ecoflex

Der Opel Adam ist Verführung ohne Retroschmäh. Und im Konfigurator darf man ein bissl Gott spielen.

16.12.2013 Autorevue Magazin

Opel Adam also, und das ist gut so. Weil der Name eingängiger ­erscheint als irgendein agenturgeneriertes Kunstwort, das gewiss irgendwo auf der Welt etwas Unschönes bedeutet – und überhaupt: Ferrari hat’s auch schon getan, somit kann es nicht so verkehrt sein.

Opel Adam Mission:

Die Straßen fröhlicher machen und so nebenbei Mini und Cinquecento lästig werden. Die ersten Publikumsreaktionen sind ­jedenfalls vielversprechend: Ständig wird der Adam bestaunt, was wir absolut nachvollziehen können. Im Gegensatz zu den beiden genannten Retro-Mitspielern geht der Adam designtechnisch völlig neue Wege: Die schwebende C-Säule, die seitliche Schockwellen-Sicke – und natürlich das muntere Lächeln front­seitig machen aus dem Zwerg einen kleinen Feschak. Obwohl der Adam auf einer verkürzten Corsa-Plattform steht, merkt man ihm die Kleinst­wagenzugehörigkeit nach dem Einsteigen nicht an.

Vorne ist er richtig luftig, man nimmt auf guten Sitzen Platz, so wie wir das von Opel gewohnt sind – ja, eine Rückbank gibt es auch, mehr ist dazu nicht zu sagen. Der Kofferraum ist tatsächlich wunz, immerhin lässt sich die Rückbank geteilt umlegen, gesamt gibt es ein Ladevolumen von 663 Litern.

Design und Ergonomie müssen sich nicht zwangsläufig im Weg stehen

Design und Ergonomie müssen sich nicht zwangsläufig im Weg stehen.

Blick über die Armaturen:

Aufgehübschte Instrumente, logisch platzierte Bedienelemente – alles wirkt chic, gut verarbeitet und logisch organisiert, was man beim Mini beispielsweise in Sachen Ergonomie nur mit viel Nachsicht ­behaupten kann. Highlight ist das Intellilink-Multimedia­system (um schlanke 250 Euro Aufpreis), das per Mirroring diverse Apps vom Smartphone auf den Touchscreen befördert – da dürfen sich andere Hersteller gerne ein Stück abschauen. Einzige Kritik: Der Drehregler für die Lautstärke ist millionenfach bewährt und nicht zu ­toppen, ein simulierter Wippregler dagegen lästig.

Überhaupt sind die Möglichkeiten, den Opel Adam zu individualisieren, enorm – innen wie außen: Opel hat eine eigene Website zum Konfigurieren eingerichtet, Verkäufer möchte man wahrlich keiner sein.

Besonders erstaunlich ist, wie erwachsen sich der Adam auf der Autobahn anfühlt:

Der Kleine liegt satt auf der Straße, nur bei schlechtem Fahrbahnzustand merkt man die kon­struktionsbedingte Hoppeligkeit des kurzen Radstandes. Agilität erschummelt sich der Motor über eine sehr kurze Übersetzung: 130 km/h bedeuten rund 4000 Touren, da sucht man instinktiv schon mal nach dem nicht vorhandenen sechsten Gang. Schön: Das Geräusch bleibt dabei maßvoll. Der Verbrauch aber entfernt sich dabei weit von der Werksangabe. em Opel Adam liegt das untertourige Mitschwimmen im Stadtverkehr deutlich besser, mit der optionalen Start/Stopp-Automatik klappt’s dann auch mit dem Konsum.

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