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Zweites österreichweites Ladenetz für E-Autos startet

Zweites österreichweites Ladenetz für E-Autos startet

Die Verbund-Siemens-Tochter Smatrics bekommt Konkurrenz: Elf österreichische Energieversorger haben zu einem gemeinsamen Abrechnungssystem gefunden.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 23.03.2017

Der heimische Elektroauto-Markt im Überblick

Der Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ) ist eine Vereinigung österreichischer Landes- und Städte-Energieversorger von Vorarlberg bis Eisenstadt. Nicht auf der Teilnehmerliste findet man weitere bekannte Stromanbieter etwa den Tiroler Netzbetreiber sowie den Windkraftversorger Ella. Die regional organisierten Mitglieder des BEÖ hatten bisher das Problem, dass ihre mehr oder weniger dichten Ladenetze für Elektroautobesitzer nur in den jeweiligen Regionen verfügbar waren, schließlich benötigt man einen Vertrag, also üblicherweise eine Smartcard zum Laden. Das war natürlich eine erhebliche Wettbewerbsbremse zum Beispiel gegenüber der Verbund-Siemens-Tochter Smatrics, wo man vom Start weg gleich ein österreichweites Ladenetz aufbaute.

ÖHUB: 11 Stromanbieter, eine Plattform

Jetzt ist es so weit, dass elf österreichische Energieversorger ein gemeinsames Abrechnungssystem haben. Das heißt, man muss sich bei einem davon registrieren und kann bei den Ladesäulen aller elf Teilnehmer Strom nachfassen. Und nicht nur das: Die österreichische e-Roaming-Plattform namens ÖHUB wurde gemeinsam mit der internationalen Plattform Hubject entwickelt. Auf diese Weise sollte den Elektroautofahrern gleich in ganz Europa ein relativ dichtes Ladenetz zur Verfügung stehen.

Zweites österreichweites Ladenetz für E-Autos startet
© Bild: laggers.at
Präsentation der frisch vernetzten Ladeinfrastruktur mit Umweltminister Andrä Ruprechter, Verkehrsminister Jörg Leichtfried und BEÖ-Geschäftsführer Jürgen Halasz

Wie das mit auf der Abrechnung dann genau aussieht, und was hier an Roaming-Gebühren und anderen Feinheiten zu erwarten ist, wurde vorerst nicht genauer erläutert. Im Spannungsfeld zwischen Wettbewerb der Stromanbieter untereinander, der weiterhin bestehen bleiben soll und einer gemeinsamen Abrechnung warten noch viele Überraschungen auf die Kundschaft. Da werden die Stromversorger nicht viel weniger Phantasie zeigen als die Handynetzbetreiber.

BEÖ: 2000 Ladepunkte bis Jahresende

Die Betreiber sprechen österreichweit von 1300 Ladepunkten derzeit und 2000 bis Jahresende. Wobei die Anzahl von Ladepunkten alleine noch kein umfassendes Qualitätskriterium darstellt. Es geht natürlich auch um die Anschlusswerte der Ladestationen. Und hier sieht man, dass die echten Schnellladestationen mit 50 Kilowatt im BEÖ-Netz noch dünn gesät sind, jedenfalls im Vergleich zum Konkurrenten Smatrics, der außerdem bereits 350-Kilowatt Ladestationen in Bau hat.

Unterm Strich bedeutet das: Nunmehr zwei große Ladenetze in Österreich, einerseits BEÖ und andererseits SMATRICS, wo man darauf wert legt, bis auf wenige Ausnahmen Ladestationen mit mindestens 22 kW Anschlussleistung zu bieten. Auch beim Schnelladen mit 50 Kilowatt liegt Smatrics noch klar vorne: 204 Ladepunkte an 68 Standorten, während das BEÖ-Netz derzeit 36 Standorte mit 96 Ladepunkten bietet.

Links:
Burgenland: energieburgenland.at
Kärnten: kelag.at
Niederösterreich: evn.at
OÖ: energieag.at
Salzburg: salzburg-ag.at
Steiermark: e-steiermark.com
Vorarlberg: vkw.at
Wien: wienenergie.at
Graz: energie-graz.at
Innsbruck: ikb.at
Linz: linzag.at


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