Nissan Juke Exterieur Dynamisch oben Front
Wenn man sich absetzt, am besten nach oben.
 

Vorstellung: Nissan Juke

Wo die Konkurrenz dicht ist, muss man sich durch feine Merkmale absetzen.

05.09.2010 Autorevue Magazin

Autos sind eher zum Fahren da als zum Abstellen in Schubladen, besonders hier: Die Schublade für den Nissan Juke gibt’s eher nicht, und wer ­partout eine aufmachen will, wird sie nach oben und unten durchlässig vorfinden. Die Straße für den Juke gibt’s hingegen überall, immerhin wird auch eine Allradvariante lieferbar sein, dazu später.

Nissan ist derzeit besonders gut im Befüllen von ­Nischen, die augenblicklich weit, breit und goldeselig werden: Der Erfolg des Qashqai überrascht Nissan selbst, der Juke schwenkt jetzt in dessen Windschatten und spielt gekonnt die Kleiner-Bruder-Klaviatur durch, Überraschungserfolg gewiss inklusive.

Mit 4,14 m Länge flutscht der Juke zwischen die Kleinen und die Kompakten, er steht auf einer neuen Konzernplattform, auf der während der nächsten Jahre noch einige Karosserien errichtet werden. Im Gegensatz zum auch noch sehr jungen (und ähnlich großen) Cube verzichtet er auf Kantiges, es regiert die Rundung, verdichtet auf maskuline Botschaften von aufgekrempelten Ärmeln und robuster Rundumbeplankung, die hauptsächlich aus Radläufen besteht. Und einer mutigen Front, ­deren Rundscheinwerfer die Zusatzleuchten zitiert, die in den 60ern selbst einem Austin 1800 noch einen Hauch Rallyegeschmack verliehen.

Auch ­innen wird zitiert, also will der Mitteltunnel an einen Motorradtank erinnern – auch, wenn aus Motorradtanks nie Schalthebel wachsen. Der Mittel­tunnel ist wie Teile der Polsterung in Rot zu haben oder wahlweise in Grau, der Rest des Interieurs ist feine Moderne mit dezenten, unerwarteten Akzenten (ein Dach über den Instrumenten, zum Beispiel).

Ziemlich modern sind derzeit auch die Schießscharten-Fenster im Fond, sie geben beim Juke eine Vorahnung auf die Platzverhältnisse hinten. Für ganz lange Erwachsene ist er jedenfalls nicht gemacht, und der Kofferraum laboriert am hohen Ladeboden: 251 bis 830 Liter weisen eher auf einen Klein- als einen Kompakt­wagen. Vorne allerdings ist das Fahrgefühl sehr erwachsen, was an den feinen Platzverhältnissen liegt, an der eher hohen Sitzposition, den hochwertigen Materialien und an der lückenlosen Geräuschdämmung, die auch den Dieselmotor zur ­Bedeutungslosigkeit dämpft, die beiden Benziner sowieso.

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