Volvo XC60: Glückswagen

Die Schweden bleiben sich mit dem neuen Volvo XC60 treu und zeigen uns beim kompakten SUV, was sie in den vergangenen Monaten ausgetüftelt haben.

radical mag
Veröffentlicht am 10.03.2017

Es war ja zu erwarten, dass Volvo auch beim neuen XC60 nichts falsch machen würde. Das hätten sich die Schweden erstens gar nicht erlauben können, denn das noch so einigermaßen kompakte SUV ist seit Jahren ihr Bestseller – und zweitens haben sie gerade einen sauberen Lauf, sowohl XC90 wie auch S90/V90 sind wirklich bestens gelungen. Der ebenfalls auf der SPA-Plattform basierende XC60 ist eine logische Folge aus technischer Kompetenz, guter Analyse des Marktes und auch so ein bisschen Glück; es passt derzeit alles ziemlich gut zusammen in Göteborg, Besitzverhältnisse, Führungs-Crew, Designer, Nachfrage. Aber man kann das Glück ja auch ein bisschen erzwingen – etwa, indem man mehr macht als den XC90 bloß zu verkleinern.

© Bild: Volvo

Die Strategie beim neuen Volvo XC60

Die Strategie von Volvo könnte funktionieren. Die Top-Linien wurden alle deutlich größer, ein V90 ist nicht mehr mit dem V70 vergleichbar, er ist deutlich mächtiger – und auch deutlich teurer. Die Position des bisherigen V70 wird dann wohl der V60 einnehmen, den man spätestens 2018 erwarten darf. Das gleiche Spiel machen die Schweden bei den SUV, der XC90 ist der Obendrüber, der XC60 ist im Vergleich zum auch schon nicht gerade kleinlichen Vorgänger ein gutes Stück gewachsen, 6 Zentimeter in der Länge (auf 4,69 Meter), auch etwas in der Breite (jetzt 1,9 Meter); zugenommen hat vor allem der Radstand, fast 10 Zentimeter mehr sind es zwischen den Achsen (jetzt 2,87 Meter). Das heißt dann eigentlich: die Position des bisherigen XC60 wird dann der XC40 einnehmen, der dann nicht mehr auf der SPA-Plattform basieren wird (sondern: CMA) und wohl auch für 2018 zu erwarten sein wird. Die Preise für Österreich sind derzeit noch nicht bekannt, für Deutschland jedoch schon:

  • 48.050 Euro für die Einstiegsversion D4 AWD (190 PS) Diesel
  • 51.000 Euro für den günstigsten Benziner mit 254 PS
  • 52.600 Euro für den D5 AWD-Diesel mit 235 PS
  • 55.500 Euro für den T6 AWD-Benziner (320 PS)
  • 69.270 Euro für den T8 Twin Engine AWD (320 PS Benziner und 87 PS Elektromotor)

Der neue Volvo XC60 im Crashtest: Rolle seitwärts

Innovative Scheibenwischer

So rein optisch ist der XC60 fast noch besser gelungen als der XC90, die Frontscheibe ist sportlicher geneigt, der hintere Überhang knackig kurz, die Formen sonst aber etwas rundlicher, noch harmonischer. In Sachen Lichtsignatur sind die Schweden ja eh führend, doch es gibt auch sonst schöne Details, etwa die Türen, die sich bis über die Seitenschweller hinabziehen. Gute Sache, ein SUV kann ja durchaus einmal dreckig werden – und die großen Türen verhindern, dass die Hosen beim Einstieg verschmutzt werden. Nett auch die Scheibenwischer, bei denen auf der ganzen Länge des Wischerblatts Wasserdüsen eingelassen sind, die sich zudem noch beheizen lassen. Wir wissen jetzt auch nicht, wann es zum letzten Mal eine Form von Innovation beim Scheibenwischer gab – und auch das zeigt auf, wie wichtig den Schweden die Details sind.

Und noch ein Crashtest

Kleiner Kniff und freie Beine

Der Innenraum der neuen Volvo-Produkte ist ja sowieso etwas vom Besten, was es derzeit auf dem Markt gibt. Im XC60 sitzt man deutlich tiefer als im XC90 (er ist auch trotz stattlicherer Außenmaße 1,4 Zentimeter flacher als sein Vorgänger) – und irgendwie sogar noch wohnlicher. Das kann an der sich von ganz rechts bis zum Lenkrad durchgezogenen Holz-Linie liegen, die das gesamte Armaturenbrett wie aus einem Guss wirken lässt. Das ist konstruktiv nicht ganz so einfach zu lösen, doch die Schweden haben da einen cleveren Trick angewandt, eine Nut, die mit einer schwedischen Flagge getarnt wird. Ansonsten wirkt vieles bekannt aus den größeren Brüdern des XC60, der große Touchscreen ist vielleicht etwas mehr dem Fahrer zugeneigt. Erfreulich ist dann noch der Beinraum für die hinteren Passagiere, da sitzt man ähnlich bequem wie im XC90.

© Bild: Volvo

Motorisierung von bis

Was die Antriebe betrifft, so bleibt alles bekannt, wieder die ganze Vierzylinder-Palette an Dieseln und Benzinern; es beginnt bei 190 PS und endet mit dem Plug-in-Hybrid bei 407 PS. Serienmäßig federt Stahl, gegen Aufpreis erhält auch der kleinere Volvo eine Luftfederung. Und selbstverständlich gibt es alles an Infotainment-, Connectivity- und natürlich Sicherheits-Features, was heute «state of the art» ist.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com


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