Porsche Mission E: Elektro-Superstar

Der Turbo-Carrera als Messehighlight (oder -aufreger) bei Porsche? Mitnichten. Es ist das Mission e Konzept. Die Zukunft, die alles in den Schatten stellen wird. Oder die Sonne verdunkelt, weil uns das Licht bei 800V-Ladespannung ausgeht.

asphaltfrage
Veröffentlicht am 14.09.2015

Der gleißend weiße Porsche Mission e war mit Abstand der Superstar dieser IAA. Ein vollelektrischer Porsche. Eh klar, hier geht es nicht um die Rettung des Planeten, es geht um: Power. Und der Konkurrenz, allem voran dem schillernden US-Boy Elon Musk mit seinen Teslas zu zeigen, warum Porsche Legende ist.

Was er kann, können wir schon lange. Oder zumindest bald.

https://www.youtube.com/watch?v=WejdR9CSuDY

Die reinen Leistungsdaten sind es nicht die beeindrucken. Natürlich: 600PS, 3.5 Sekunden auf Hundert, in 12 Sekunden auf 200 und unter 8 Minuten um der Nordschleife – das ist fein. Aber die Zahlen und Fakten der Elektroautos scheinen eben auch ein bisschen beliebig skalierbar, zu Mal wenn sie auf Kosten der Akkureichweite gehen.

Doch genau hier, hat Porsche mit dem Mission e den Vogel abgeschossen. 500 Kilometer versprechen sie. Ein sehr solider Wert, der nur getoppt wird von der unfassbaren Ladezeit. In 15 Minuten soll der Missionar über 80% geladen sein. Das ginge sich auf der Autobahn bei einem Kaffee an der Tankstelle locker aus.

Porsche Mission E: Knapp 500km in 15 Minuten.

Wie sie das schaffen wollen? So richtig sagen sie es nicht, aber sie haben da etwas. Man nennt es bedeutungsschwer schon einmal Porsche Turbo Charging (der Carrera wird insgeheim sicher ein bisserl weinen) und lässt ansonsten die Katze im Sack. 800V hat das Batteriepack, dass sich schwerpunktlagengünstig am kompletten Carbonunterboden breit macht, es müssten also sehr viele Ampere sein, die in der Viertelstunde im Mission e verschwinden. Wenn es wirklich in drei Jahren soweit sein soll, dann sind wir auf die Ladetechnik tatsächlich noch mehr gespannt, als auf den Mission e an sich.

Wobei sich die Vorfreude auf das Auto allein eh lohnen würde: tolle Optik, vorne ein bisschen 918 Spyder, die Dachlinie vom neuen Panamera, dazu fette Elferbacken und vielleicht sogar ein wenig 959 am Heck. Innen der ganze Studienwahnsinn aus Hightech-Materialien mit fliegenden Konsolen, dazu schweres Leder. Die Instrumente volldigital, per eye-tracking folgen sie dem Blick des Fahrers um immer unmittelbar ablesbar zu sein. Eine Kamera überwacht auch das Fahrerlachen und übersetzt es in ein Emoji. Das dann sofort mit den Elektrofreunden im social-web geteilt werden kann.

Porsche-Misson-E-(5)
© Bild: Werk

Ein Scherz ist das, freilich, der volle Ernst aber, dass Porsche vollelektrische Autos bringen wird. Auch im Elfer. Und das Konzept Mission e zeigt, dass ein Elektro-Porsche keinen Verzicht bedeutet. Weil man sonst weiter Panamera turbo S fahren würde. Man weiß das sehr gut in Zuffenhausen und deshalb sind wir hoffnungsvoll, dass man aus den Fehlern der Konkurrenz gelernt hat und der Mission e nicht nur in Sachen Ankündigung ein Erfolg ist, sondern auch auf der Straße. Wenn denn dann. Aber, so skeptisch wir auch sein mögen, angesichts der beeindruckenden Zahlen: Porsche war mit seinen Studien nie weit von der Serie entfernt. Warten wir es also ab (und graben schon einmal die Straße auf, um die dicken Ladekabel zu verlegen).


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