Mitsubishi Outlander 2,2 DI-D Instyle front
"Der Motor liefert den Basso continuo."
 

Testbericht: Mitsubishi Outlander 2,2 DI-D Instyle

Solide Technik als Schlüssel zu nachhaltiger Freude. Der Rest nimmt sich vornehm zurück.

10.09.2013 Online Redaktion

Ja, es gibt Mitsubishi noch, auch wenn sich das bei 1,15 Prozent Marktanteil nicht wirklich im Straßenbild niederschlägt. Der Anschluss an einen weitläufigen Mischkonzern ermöglicht der kleinen Automarke die Entwicklung frischer Technik, was etwa am i-MiEV ersichtlich ist oder, im vorliegenden Fall, an einer Zahl: Sechskommadrei. So ­wenig kann der neue Outlander verbrauchen, bei sparsamer Fahrweise in einer paritätischen Mischung aus Stadtverkehr und Autobahn. Für ein 1,6-Tonnen-SUV mit Allradantrieb, Winterreifen und sieben Sitzen (theoretisch) ist das bemerkenswert.

Mitsubishi Outlander 2,2 DI-D Instyle armaturenbrett innenraum

REDUCE TO THE MAX Größter Vorteil der minimalistischen Linienführung:
dieses Armaturenbrett wird sich nie in der Windschutzscheibe spiegeln. Die ­Grundfunktionen sind fix bedienbar,

Der Mitsubishi Outlander: eines der sparsamsten SUVs auf dem Markt

Wer sich nicht für Umweltfragen interessiert, kann sich immer noch an der präzisen Schaltung erfreuen oder an den 150 PS, die den Kasten bei Bedarf behände vorwärtstreten. Der Dieselmotor ist immer hörbar, aber nie aufdringlich, Vibrationen werden vollständig weggefiltert. Angemerktsei, dass der kleine Bruder mit 1,8 Liter Hubraum im ASX deutlich leiser auftritt. Das restliche Fahren passiert nebenbei: das Fahrwerk, insgesamt komfortabel, gibt kurze Stöße fest weiter. Die Lenkung, nicht besonders präzise, hat gefühlt ein spürbares Spiel auf gerader Strecke. Die Neigung der Karosserie verhindert sportliche Ambi­tionen auf kurvigen Straßen.

Aber komfortables Dahintuckern steht dem Outlander ohnehin besser: Die Geräuschkulisse wird geprägt von der mächtigen Soundanlage und den allgegenwärtigen Tasten­tönen (die sich fürs Radio abschalten lassen), kein ­Knistern, kein Knarzen, der Motor liefert den Basso continuo. Die Sitze sind äußerst ­bequem, ­zumindest für die ersten fünf Passagiere. Die Notsitzerl im Kofferraum sind auch nach dem Modellwechsel kaum ernsthaft verwendbar, zumal der schmale Türausschnitt zusammen mit dem geringen Öffnungswinkel das Einsteigen nicht wirklich erleichtert. Die Ausstattung ist vollständig, ­neben Rückfahrkamera, Ledersitzen, Keyless-Go und charmantem Navigationssystem ist sogar ein adaptiver Tempomat mit Notbremsfunktion und Fahrspurassistent erhältlich – allerdings nur für die Automatikversion. Ausstattungsbereinigt ist der Top-Outlander noch 1.500 Euro günstiger als ein VW ­Tiguan.

Mitsubishi Outlander 2,2 DI-D Instyle innenraum

Die Notsitze im Kofferraum sind entbehrlich.

Wer nun auf den Geschmack gekommen, sich aber noch vor der Optik schreckt, der sei entwarnt: Der Outlander sieht in Echt besser aus als auf Fotos, und je länger man ihn anschaut, desto schlüssiger wird das Design. Mitsubishi hat eine Reduktion der Linien­führung gewagt, die schon fast an die Bauhaus-Schule ­anklopft: kein Schmuck, kein Tand, die Funktion ist das ­Design. Auch wenn die Kon­sequenz der Designer an ­manchen Stellen von sehr ­japanischen Knopferln und Konzernteilen durchkreuzt wird.

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