Mitsubishi L200 Style Edition Klubkabine Testbericht Anhänger OFfroad
Der Mitsubishi L200 ist in Europa der Pick-up, der es mit ein paar Optik-Spielereien versucht.
 

Testbericht: Mitsubishi L200

Der Mitsubishi L200 soll als „Style Edition“ etwas modischer wirken. Tut er nicht. Trotzdem: ein Vorzeigelaster im Test.

14.11.2014 Online Redaktion

Kurzer Ausflug in die Vergangenheit. Zwanzig Jahre oder so. Im Pick-up auf Urlaub. Früher ging das. Eine Klubkabine gab es früher auch schon, die hieß aber anders. Weniger fancy. Die beiden Notsitze haben sich unser Hund und ich geteilt. 1500 Kilometer später saßen wir wieder nebeneinander, diesmal am Strand. Schöne Zeit. Trotz dieser Kindheitserinnerungen, die so oder so ähnlich vielleicht mehrere haben, haben sich Pick-ups hierzulande nie durchgesetzt.

Pick-ups in Europa

Der Mitsubishi L200 ist bis heute der mutigste Versuch, dem europäischen Pick-up Segment etwas Witz und Feingeistigkeit einzuhauchen. Um es vorweg zu nehmen: auch dieser Versuch scheitert. In den USA funktioniert das Konzept. Zum Führerschein gibt es dort keinen VW Polo oder Fiat 500, sondern einen Ford F150. Auch ein Ansatz.

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Notsitze im Mitsubishi L200.

In Europa ist die Pick-up Nische eher pragmatisch belegt und Mitsubishi weiß das. Der L200 traut sich zwar ein paar Formen, Rundungen und Design-Schmähs mehr als die Konkurrenz, wirklich innovativ ist aber auch er nicht. Die Tugenden sind so gelagert, wie sich der Kunde das erwartet: eine 1,80 Meter lange Ladefläche nimmt beinahe eine Tonne Nutzlast auf. Damit wäre das Lastenheft vorbildlichst abgearbeitet.

Und auch dieses Konzept funktioniert. Seit Marktstart konnte Mitsubishi 1,1 Millionen Stück vom L200 verkaufen. Seit 2006 gibt es die aktuelle Generation des L200 und das wird auch noch zwei Jahre so bleiben, prognostizieren wir. Denn trotz dieser beeindruckenden Zahlen ist der Markt einfach zu klein, um den Lebenszyklus moderner Pkw mitzugehen. Immerhin bemüht sich Mitsubishi mit kleineren Auffrischungen den L200 auf der Höhe der Zeit zu halten.

Mitsubishi L200 und die Mode

Die „Style Edition“ ist das aktuelle Angebot. Die Eckpfeiler sind die lastenliebende Klubkabine in Kombination mit einem 136 PS Dieselmotor. Bei 2000 Touren liegen die vollen 314 Newtonmeter an, wobei der Schub bereits bei 1500 einsetzt. Was Drehmomentkurve heißt, ist eher eine Stufe. Hubraum ist durch nichts zu ersetzen. Und 2,5 Liter sind ein voluminöser Ansatz bei dieser Leistung. Ausverhandelt wird die Kraft von einem manuellen Fünfganggetriebe.

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Das hat das Straßenbild zwar nicht nachhaltig verändert, sieht aber trotzdem gefällig aus.

Damit ließe sich entspannt in den Urlaub fahren und wer wenig prätentiöse Kinder hat, kann sogar mit der ganzen Familie verreisen. Wobei die Klubkabine eher als Zweisitzer verstanden werden sollte. Vorne sitzt es sich bequem, Kopf- und Ellbogenfreiheit gibt es, wie man es von einem 5,12-Meter langen Auto erwartet. In gemütlicher Reisegeschwindigkeit pendelt sich der Verbrauch unter neun Litern ein.

Offroad und Hängerbetrieb

Hinter dem Namen Style Edition verbergen sich in erster Linie Chichis, die gut, für die kilometerfressende Seele sind. Also ein Lederlenkrad, Lederschaltknauf, elektrisch verstellbare Außenspiegel und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Wir wollen ja nicht, wie die Hunnen fahren.

Mitsubishi L200 Style Edition Klubkabine Testbericht Anhänger OFfroad

Style Edition heißt unter anderem: Lederlenkrad und Schaltknauf.

Obwohl wir es könnten. Denn der Easy-Select-Allrad samt Geländereduktion ist beim Mitsubishi L200 obligat. Vor allem letzteres ist so etwas wie der Ritterschlag unter potentiellen Offroadern. Auch wenn ein Pick-up bauartbedingt etwas mehr Probleme im Gelände hat, als ein klassischer Geländewagen. Klarer Vorteil gegenüber anderen Pick-ups: beim Mitsubishi L200 lässt sich per Knopfdruck der Allrad deaktivieren. Was ihn in der Stadt, auf Landstraßen oder im Hängerbetrieb (max. 2700 Kilogramm) flexibler macht.

Mitsubishi L200: Vorsteuerabzugsberechtigt

Im Klassenvergleich hat der Mitsubishi L200 klar das straßen- und langstreckentauglichste Fahrwerk. Etwas, was ihm Gelände-Enthusiasten oft vorwerfen. Sei es drum. Denn auch hier gilt: es ist alles im Vergleich zu sehen. Das Fahrwerk ist eher von simpler, robuster Natur – das ist systemimmanent. Wurde der Wagen doch für große Zuladungen konzipiert. Auf der Autobahn sollte der L200 – wie überhaupt kein Pick-up – deswegen nicht als Linke-Spur-Jäger missbraucht werden.

Exklusive Mehrwertsteuer – der L200 ist Vorsteuerabzugsberechtigt – liegt der Mitsubishi L200 „Style Edition“ Klubkabine bei 21.542 Euro (bzw. 25.580 Euro inklusive Steuern).

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Generell ist die Klubkabine als Zweisitzer gedacht.

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