Vorstellung: Mitsubishi ASX

Der Mitsubishi ASX dringt in das Revier der kompakten SUVs ein und wird dort auf den Nissan Qashqai treffen, ein Beinahezwilling wider Willen. Rauferei programmiert.

23.07.2010 Autorevue Magazin

70 Prozent aller Komponenten hat der ASX vom Outlander übernommen, auch der Radstand ist identisch. Somit kann man sich vom ASX kein Feuerwerk des Eigenständigen ­erwarten. Ein Physiker würde sagen: Ohne Bezugssystem sind die beiden Autos quasi identisch. Mit Bezugssystem (z. B. Lineal, Waage) ist der ASX um 35 Zentimeter kürzer als der Outlander und um 300 Kilo leichter als dieser. Folglich bewegt er sich verhältnismäßig leichtfüßig durch den Tag.

Die Brisanz des ASX ergibt sich weniger aus diesem selbst als aus der Marktlage, in die er ab Juni hineinfährt. Er tut dies in einer Preisspanne von 20.000 bis 28.000 Euro. Dort lauern zum Beispiel der Hyundai ix35, der Kia Spor­tage, der Skoda Yeti und der ­Nissan Qashqai. Vor allem gegen den Qashqai ist der ASX per definitionem in ­Position ­gebracht. Der mit ­Abstand ­erfolgreichste Nissan (in ­Österreich im März 335 Stück verkauft, gefolgt vom Micra mit 70 Stück) gilt ja so ein bissl als Verkörperung des Segments der kompakten SUVs, welches ein Ehren­rettungssegment mit arterhaltender Funktion ist. Weil die ­großen SUVs werden nach dem Rauchen das Nächste sein, was sie uns verbieten.

Die Nische dürfte wachsen, und der ASX macht seine ­Sache kaum anders als der Qashqai, vielleicht wird es ­sogar den einen oder anderen Verwechslungskauf geben. Der ASX könnte ein Erfolg werden. Der Marktstart Ende Juni wird mit einem 1,8-l-Common Rail-Diesel mit 150 PS und Allradantrieb bestritten. Im September folgen ein 116-PS-Diesel (Allrad- und Frontantrieb) und ein 1,6-l-Benziner mit 117 PS und Frontantrieb.

Alle Modelle sind serien­mäßig mit Start-Stopp-Automatik ausgerüstet, zudem einer Schaltempfehlungsanzeige, einem regenerativen Bremssystem und rollwiderstandsoptimierten Reifen. An Getrieben allerdings werden nur Fünf- und Sechsgang-Handschalter ausgefolgt. Automatik ist keine vorgesehen, obwohl der Outlander ein Doppelkupplungsgetriebe anbietet. Recht leichtfüßig also ­bewegt sich der ASX, der von uns bereits getestete 150-PS-Diesel lässt mit seiner gelassenen Kraftfreisetzung erwarten, dass auch der schwächere ­Diesel reichen dürfte. Vom kleinen Benziner hingegen erwarten wir uns im Zusammenwirken mit dem Schaltgetriebe einige Nervosität.

Freilich ist der ASX auch innen mit dem Outlander baugleich. Damit ist dann aber der Punkt erreicht, wo das Sparen der Hersteller uns ein bissl zu langweilen beginnt. Dazu passt, dass es den ASX ab 2012 auch als Citroën und Peugeot geben wird.

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