Zeitmaschine 1959 Mini Front Exterieur
 

Mini – Sweet Little Vernunftauto

Nach ihm war die Welt der Kleinwagen eine andere.

12.08.2010 Autorevue Magazin

Was bei uns als quer eingebauter Frontmotor technokratisch korrekt ins Weltbild gerückt wird, darf in England auch als east-to-west-engine die Poesie fröhlicher Weltgewandtheit verströmen. Damit sind wir viel zu plötzlich mitten in der Geschichte, wie sie sich heute darstellt: Der BMW- Mini als erfrischender Modeartikel (wir haben dem Urahn versprochen, hier niemals von Lifestyle zu sprechen), als bunte Ergänzung zu von Vernunft gezeichneten Klein- und Kompaktwagen.

Mit dem Urmini, wie er 1959 in die Welt gerollt wurde, hat das alles quasi garnix zu tun. Er wurde von Genies und einer Krise entworfen, er hat in einzigartiger Genialität die Unterkante der Motorisierung in die Moderne geführt, er hat ein Segment umgestaltet, auch wenn Konstrukteur Alec Issigonis den Quermotor nicht erfunden hat – aber niemand vor ihm hat das Konzept verstanden und ausgereizt.

Aber von Anfang an: Die Suezkrise ließ ab 1956 Benzin deutlich teurer werden, spritsparende Autos waren also angesagt, und es gab sie kaum in England. Folglich verkauften sich deutsche Kabinenroller (Bubble Cars) sogar in Groß­britannien erfolgreich, und Leonhard Lord, Chef und ein wenig auch Diktator der British Motor Corporation BMC, knurrte: „God damn these awful ugly bubble cars. We must drive them off the road by designing a proper miniature car.“

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