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Mazda RX-8: Der Zen-Zylinder

Der Mazda RX-8, der Wankel-Kreischer, hat den Motorenbau nicht nachhaltig beeinflussen können. Aber für einen Wimpernschlag war die Welt ein wenig spaßiger.

14.03.2018 Online Redaktion

11 Fakten zum Mazda RX-8

1) Harmonie

Plötzlich war er da. Dieses Sportcoupé mit vier Türen. Selbst die B-Säule haben die Ingenieure weggezaubert. Ein Wankelstar, der den Schüttelhubern das Fürchten lehrt. Der Mazda RX-8 ist pure Harmonie, etwas Besonderes. Keine Autobauer-Routine.

Mazda RX-8 Crossover vier Tueren Sportwagen Limousine
© Bild: Riedmann

2) Crossover

Und klar ist der Mazda RX-8 ein Sportwagen. Aber einer, der etwas wagt. So gelang es den Designern vier Türen in der Coupé-Form unterzubringen, ohne damit dem Gesamtbild zu schaden. Für damalige Verhältnisse (der Wagen kam 2003 auf den Markt und zweitürige Cabrio-SUV waren noch nicht am Horizont zu sehen) galt der RX-8 als der Inbegriff der Crossover. Eben zwischen Sportwagen und Limousine. Und: das Wort Crossover war damals noch positiv besetzt.

Mazda RX-8 Crossover vier Tueren Sportwagen Limousine
© Bild: Riedmann

3) Sportwagen

Mazda hat damals versucht, den RX-8 so zu vermarkten, dass er als Limousine wie Sportwagen gleichermaßen wahrgenommen wird. Das ist natürlich Quatsch. Der RX-8 ist viel mehr Sportwagen als irgendwas anderes.

Mazda RX-8 Crossover vier Tueren Sportwagen Limousine
© Bild: Mazda

4) Helferlein

Bestes Beispiel dafür ist die Elektronik. Denn der Mazda RX-8 bekam viel Lob für seine Kombination aus Traktionskontrolle und Vierrad-ABS. Souverän werden allzu ambitionierte Fahrer in die Spur zurück geholt, ohne das der Spaß im Ansatz abgewürgt werden würde. Wer die Technik deaktiviert hat es mit einem eher neutralen Auto zu tun, dass allerdings hier und da zum Untersteuern neigt. Die Elektronik ist eher darauf ausgelegt, die (sportlichen) Talente des Fahrzeugs voll zu nutzen, weswegen die Helfer problemlos aktiv sein können. Man bereut es nicht.

Mazda RX-8 Crossover vier Tueren Sportwagen Limousine
© Bild: Mazda

5) Knackig

Innen geht es knackig zu, aber eben nicht spartanisch. Der Schaltknauf ist kurz, die ersten fünf Gänge können schnell durchgeschossen werden. Der sechste ist extrem lang übersetzt, was vor allem Sprit sparen soll. Was halt eher nicht hilft.

Mazda RX-8 Crossover vier Tueren Sportwagen Limousine
© Bild: Riedmann

6) Verbrauch

Auf dem Papier verbrauchte die 240-PS-Variante 11,6 Liter. In der Praxis werden es 14 Liter. Kein Wunder. So fein der Wankel schnurrt, so hoch muss er gedreht werden. Unter 5.000 Touren geht wenig, dafür knallt man erst bei 10.000 Touren in den Begrenzer.

Mazda RX-8 Crossover vier Tueren Sportwagen Limousine
© Bild: Mazda

7) Staubsauger

Das hört sich dramatisch an, akustisch spielt der Wagen aber seine ganz eigene Melodie. Es ist das Summen eines ambitionierten Staubsaugers. Je nach Drehzahl einer, der vielleicht gerade ein Frettchen eingesaugt hat.

Mazda RX-8 Crossover vier Tueren Sportwagen Limousine
© Bild: Mazda

8) Charakter

Der Mazda RX-8 stach aus der damaligen Sportwagenriege frisch und fröhlich hervor. Genau genommen tat das damals aber jedes Auto dieser Nische. Früher war zwar mitnichten alles besser, aber in dieser Klasse war die Entscheidung für ein Auto (Alfa 147 GTA, BMW 3er mit Reihensechser, Porsche Boxster, der ewige Mercedes SLK, Homda S2000, Nissan 3500) auch die Entscheidung für eine Lebenseinstellung. Weil uns das Marketing noch nicht vollständig durchsegmentiert hatte und Gleichteilestrategien und Baukästen noch keine Allheilmittel waren.

Mazda RX-8 Crossover vier Tueren Sportwagen Limousine
© Bild: Mazda

9) Last-Man-Standing

Und weil diese emotionale Umstellung sehr schnell kam, war der Mazda RX-8 im Jahr 2010, als er auf die Zielgerade seines Lebens bog, der vielleicht letzte Charakterdarsteller auf dem Markt. Zumindest war er das letzte Serienauto mit Wankelmotor (nein, Range-Extender zählen nicht).

Mazda RX-8 Crossover vier Tueren Sportwagen Limousine
© Bild: Mazda

10) Erotik

Wankelfans begegnen dem Motor ihrer Wahl ohnehin auf einer ganz besonderen Ebene. Mit der geometrischen Erotik, die auch „Das Focaultsche Pendel“ auf seinen ersten Seiten entfaltet. So sei der Wankelmotor kurz erklärt: Es sollte für jeden Autofahrer Pflicht und Freude sein, zumindest einmal im Leben diese Idee der kontrollierten Explosion in seiner mathematischen Perfektion zu erleben. Wie es sich anfühlt, wenn ein Kreiskolben, eine perfekte Epitrochoide, vom Umriss her ein aufgeblähtes Dreieck, in seiner Brennkammer, ein üppiger Achter, seine Bahnen zieht und nicht gestört wird vom Zwang eines banalen Auf und Ab, sondern statt dessen geschmeidig an einer Exzenterwelle abrollt.

Mazda RX-8 Crossover vier Tueren Sportwagen Limousine
© Bild: Mazda

11) Ende

2010 lief die Produktion des Mazda RX-8 aus. Gerüchte machten damals die Runde, Mazda werde den Wankel weiter im Programm haben. Ideen, Wünsche und Träume regten die Phantasie der Fans an. 2018 wissen wir, dass es nur Luftschlösser waren.

Mazda RX-8 Crossover vier Tueren Sportwagen Limousine
© Bild: Riedmann

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