Vorstellung: Mazda MX-5 Superlight

Etwas oder jemand muss sich ändern. Mazda marschiert voran und verabschiedet sich stellvertretend für die ganze Industrie von alten Zeiten. Hoffentlich.

01.11.2009 Online Redaktion

Es war alles nur ein Missverständnis. Bestimmt. Gleich kommt jemand und klärt uns auf: „Sorry für die letzten 20 Jahre Autoentwicklung, mein Fehler.“ Es muss so sein. Und dann werden sie sich alle entschuldigen. Allen voran die sterilen Deutschen, dann die eifrigen Japaner, dann die ignoranten Amerikaner (aber nur die, die es ernst meinten, nicht die mit Humor und Chrom). Sie werden sich dafür entschuldigen, dass sie uns von der Welt, dem Fahren und dem Gefühl für Geschwindigkeit entfremdet haben. Klimaanlage, Leder, Geräuschdämmung, Gewicht, Gewicht, Gewicht. Alles nur ein Missverständnis.

Reset. Wir fangen von vorne an. Namentlich mit dem MX-5 Superlight. Mazdas Vision für die Zukunft ihres Roadsters. Und dabei geht es nicht darum, diese Studie 1:1 zu bauen. Bitte, wer will das schon? Die Freude am Verzicht endet bei Frontscheibe und Dach. Beides hat der Superlight nicht. Nicht zu kaufen, klappen oder kleben. Aber, und darum geht es, damit wiegt der Zukunfts-MX-5 gerade noch 995 Kilogramm. Wie schon beim Mazda 3 und 6 speckt der Nachfolger ab.

Und wenn man schon den Rattenschwanz aufzäumt, den so etwas mit sich bringt, dann doch an dieser Stelle. Sind nämlich die Witterungsfänger weg, ist das Auto nicht mehr so aerodynamisch. Also wird der Raum, in den sich sonst das Dach faltet, verkleidet. Im Windkanal stören jetzt noch Türgriffe und Außenspiegel. Alles weg. Relikte aus den Zeiten vor der Entschuldigung.

Doch wie öffnet man jetzt die Tür? An der Innenseite, etwas über der Stelle, wo man in vergangenen Zeiten eine komfortable Ablage hatte, lugt ein Stahlseil hervor. Verschämt mit etwas Leder verkleidet. Ziehen. Klack. Tür ist offen. Aluminium, Karbonfaser und Leder krallen sich ins Blickfeld, so wie der Sportsitz, der nur aus lederumspannten Rohren besteht und sich die Hüften schnappt.

Vor dem Anlassen Gang raus. Der Schaltknüppel ist filigran, wirkt zerbrechlich. Zündung an? Der Schlüssel fehlt. Deswegen müssen zwei Kipphebelchen umgelegt werden. Wie im Flugzeug. Benzinpumpe. Check. Zündung. Check. Startknopf. Wrooam.

Läuft der Motor, ist die Studie in den Händen von Mazda Speed – die Abteilung, die im Unternehmen fürs Tuning zuständig ist. Neuer Ansaugtrakt, akustisch präsentere Auspuffanlage, Tieferlegung. Letztere schlägt jetzt den Bogen zurück zur Aerodynamik. Der Superlight hat nur noch zehn Zentimeter Luft unter den Achsen. Das sind drei weniger als die Basisversion. Noch ein paar neue Scheinwerfer. Nur so, damit es schärfer aussieht, und fertig. Alles andere, Motor, Getriebe, Instrumente und Karosserie, stammt vom Serien-MX-5. Vom Kleinen mit 1,8-Liter-Benziner samt 126 PS. Der verbraucht im Superlight zehn Prozent weniger und beschleunigt um eine Sekunde besser. Die 2,0-Liter-Maschine mit 160 PS braucht es gar nicht. Erstens hat man Gewicht gespart, und zweitens fühlt sich Tempo 50 an wie 80, 80 wie 140, 140 wie 200. Und wer mit der Studie 200 fährt, ist selber schuld. Doch selbst diese Geschwindigkeit lässt sich im Basis-MX-5 abrufen.

Alles nur Tagträumerei. Eine Serienfertigung ist in dieser Form nicht geplant. Vielleicht eine limitierte Sportversion, erzählt man hinter vorgehaltener Hand. Egal. Entschuldigung angenommen.

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