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Der Mazda6 wird so zur eleganten Erscheinung, etwas kürzer sogar als die Limousine.
 

Dauertest-Zwischenbericht: Mazda 6 Sport Combi CD 175 Revolution

Ein halbes Jahr des Unterwegs­seins lässt uns grad ausreichend Stillstand, um eine Bilanz einzuschieben: Alles fein (sofern wir ohne Navi hinfinden).

28.01.2014 Autorevue Magazin

Hat wer was von Stadtverkehr gesagt? Der ginge zwar auch, wäre aber irgendwie eine Beleidigung: Mit einem vielfältig talentierten Auto wie dem Mazda6 Sport Combi acht ­Kilometer in die Arbeit zu fahren, wäre ungefähr, als führe man am Titan-Mountainbike daheim ins Badezimmer.

Globetrotter Mazda6 Sport Combi

Folglich findet unser Dauertest-Mazda mittlerweile quasi alleine bis England, weil er dort im ersten Halbjahr öfter war als jeder Einzelne von uns, und in vielen anderen Ländern Europas kennt er sich auch schon ganz gut aus. Sein erstes Halbjahr zeigte das prototypische Leben eines Multitalentes: Was immer wir vorhatten, der Mazda6 war erste Wahl, die Aufgabe zu übernehmen. Abstriche hätte es allenfalls gegeben, hätte jemand von uns querfeldein verreisen wollen (das war überhaupt noch nie der Fall). Abstriche gab’s, wenn eine Reise mit immens hohem Transportbedarf gekoppelt war, dann kam der Ford Transit dran. Hätten wir den nicht im Dauertest (Zwischenbericht demnächst!), dann wäre der Mazda6 aber sofort in dessen Aufgabe hineingewachsen.

Dass der Mazda mittlerweile alleine in ferne Länder fände, hätte den Vorteil, dass man das Navigationssystem nicht bemühen müsste, davon später.

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Der Mazda6 wird so zur eleganten Erscheinung, etwas kürzer sogar als die Limousine.

Pluspunkte

Denn vorher will von vielen Pluspunkten berichtet werden, beginnen wir mit dem Äußeren: Das Design zählt zu den gelungensten seiner Klasse, es darf zu Recht als Beginn einer neuen Zeitrechnung für die Marke abgenickt werden. Was von außen sportlich geduckt aussieht, drückt innen auch im Fond nicht aufs Haupthaar, ­lediglich beim Einsteigen vorne wie hinten bemerkt man die flache Linie: Man faltet sich doch mehr als anderswo zusammen, bevor man sich drinnen wieder aufrichten darf.

Genauso frisch wie das ­Design ist auch die Technik darunter, von Mazda unter dem Skyactiv-Label versammelt: penible Auswahl der Stahlqualität, damit sich ­Festigkeit und Leichtbau am selben Fleck ausgehen, und neue Motoren. Dass Benziner wie Diesel 14:1 verdichtet sind, ist ungewöhnlich, Mazda verspricht das Beste beider Welten, was nach Vorstufe zum Perpetuum mobile klingen mag, aber von der Praxis durchaus bestätigt wird. Denn wir können beim schlechtesten Willen nix Nachteiliges über den CD 175 sagen. Der ist Mazdas stärkster Turbodiesel, aus 2,2 l resultieren 175 PS und 420 Nm, solcherlei Werte zählen in der Mittelklasse zum sehr guten Ton.

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Als Dauertest-Zwischen­bilanz lässt sich sagen:

Es ist mehr da, als man braucht, aber nichts drängt sich auf. Leistungs-ENTFALTUNG wie aus dem Lehrbuch, also beiläufig und von hoher Kultur. Dass man beim Beschleunigen auch was hört vom Motor, sei wert­neutral angemerkt, denn der Klangteppich bleibt flauschig. Die sechs Gänge orchestrieren die Kraftentfaltung bestens, können die Frage nach einem Automatikgetriebe allerdings nicht ganz verstummen lassen.

Das liegt aber nicht am Schaltgetriebe, sondern am Mittelklasse-Kombi, wo vielen von uns inzwischen die Automatik als ­logische Wahl erscheint. Mit jedem unauffällig geschmei­digen Schaltvorgang darf die Theorie aber wieder zur Diskussion stehen. Eine Geschmacksfrage also, zumal eine im Wert von 3.500 Euro. So viel kostete die (ebenfalls mit dem Skyactiv-Paket neu konstruierte) Automatik.

Moderater Preis, dabei voll ausgestattet

Im Vergleich zum Mitbewerb bleibt der Preis auch moderat, wenn man wie wir praktisch alle Möglichkeiten ausschöpft und zur Topversion Revolution greift, um 37.290 Euro ohne ­Extras. Die sind dann auch kaum nötig, weil Bi-Xenon-Scheinwerfer, Parkhilfe vorne wie hinten, Leder mit heizbaren Vordersitzen, Bose-Sound­system, MP3-Anschluss, Reifendruckkontrolle, Tempomat, schlüssellose Bedienung schon dabei sind. ­Navigation (600 Euro) kostet extra, darüber hinaus nur ­Bodenmatten, Schmutzfänger oder Ladekantenschutz.

An dieser Stelle wollen wir die Materialien innen loben, sie gefallen uns genauso wie vor einem halben Jahr, also sehr und überaus. Das liegt auch am Leder, das nach mehr als 30.000 Kilometern am Lenkrad dezente Patina ansetzt, so, wie sie Leder besonders gut steht.

mazda6 sport combi cd 175 blau cockpit innenraum

TOPVERSION Daher also das viele Leder und die Alu-Applikationen. Die auberginefarbene Zierblende um die Lüfterdüsen wirkt bisweilen transparent, ist es aber nicht.

Dass die Soundanlage von Bose kommt, müssen wir glauben, weil es steht drauf. Der Klang ist allenfalls durchschnittlich, da hätten wir hinter dem guten Namen etwas mehr Brillanz vermutet.

Das schlüssellose Zutrittssystem funktioniert fast zu gut: Wenn man mit dem Schlüssel in der Hosentasche aussteigt, sperrt sich der Mazda selbst zu, bevor man beim Kofferraum angekommen ist. Ein paar ­Meter mehr Gelassenheit bis zum Zusperren würde manchen Ladevorgang ein wenig entspannter gestalten.

Bedienung

Wenn wir schon bei der ­Bedienung sind: Der Mazda6 wirkt wie ein Lehrbuch für ­intuitives Knopferlfinden, da muss nichts erklärt werden, weil das jeder Schalter selbst macht. Gesamt steht das Armaturenbrett mitten in der Gegenwart – es wirkt nicht spacig wie in manch anderem Auto, aber auch nicht aus der Vergangenheit herübergerettet. So weit die Stimmen der mittelalterlichen Fraktion, die Redaktionsjugend moniert, dass der iPod nach jedem Neustart wieder beim ersten Lied anhebt.

Uneingeschränkt gut nutzbar ist der Kofferraum. Die Fondsitzlehnen lassen sich vom Kofferraum oder von den hinteren Türen aus umlegen, so wird der Ladeboden fast eben. Dass die dynamisch ­abfallende Dachlinie am Ladevolumen nagt, sieht man von außen, 1648 Liter liegen aber gut im Klassenschnitt.

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DIENSTBAR Eine klügere Laderaum­abdeckung als diese ist kaum vorstellbar.

Die Sache mit dem Navi

Nicht den Schnitt der Erwartungen trifft das TomTom-Navigationsgerät, es war am Beginn dieses Berichtes schon angekündigt. Nicht immer und lückenlos führt es nämlich in die korrekte Richtung, der Chef erzählt gar, dass er aus Brüssel nur mit Hilfe des Sonnenstandes raus­gefunden hat. Das ist zwar eher ein Einzelfall, zumal das Navi beispielsweise fehlerfrei durch einen Schottland­urlaub geführt hat, aber ein paar Unschärfen bleiben. Überhaupt erweckt es den Eindruck, dass nicht so viel vom Fahrer eingestellt werden kann, wie der gerne würde. Wählt man einen anderen Maßstab, dann kehrt die Landkarte bald darauf wieder zum Standard-Maßstab zurück. Und die Kilometer bis zum Ziel sind nirgends zu lesen, immerhin aber die Zeit.

Ein halbes Jahr Zeit bleibt ja noch, das Navi weiter zu testen und die Langstreckentaug­lichkeit des Mazda6. Ob sich bis ­dahin am Verbrauch von 7,4 Liter im Schnitt etwas ­ändert, wird im Abschluss­bericht zu lesen sein. Wie viel ein Kilometer mit dem Mazda6 CD 175 kostet, auch.

Zum Dauertest-Einstieg des Mazda6 Sport Combi.
Zum Dauertest-Abschluss des Mazda6 Sport Combi.

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