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Charakternase. Metallic-Reflex-Blau als Aufpreis, die Neunzehnzöller sind Serie.
 

Dauertest-Einstieg: Mazda 6 Sport Combi

Dauertest-Einstieg. Hier fügt sich eines ins andere: Anspruch und Leistung, Großzügigkeit und Deckung, Aufwärtsstreben und Bodenhaftung.

29.11.2013 Autorevue Magazin

Der Mazda6 Sport Combi also. Klopfen wir das Terrain, auf dem wir uns hier bewegen, einmal gefühlsmäßig ab: Kombis sind doch großartig, nicht wahr? Schon im eigentlichen Sinn des Wortes: Sie sind groß, ohne sich aufzuplustern. Sie ducken sich klug in den Windschatten des Pragmatismus. Und wenn man es sportlich haben will, muss man sie nicht erst zur Überwindung von Widersprüchlichkeiten nötigen. Und während SUVs die Blondinen des Auto-Show-Biz von heute sind, ­bekleiden Kombis die Rolle von eleganten Underdogs in Bereitschaft.
Es bedarf dieser persönlichen Offenlegung. Sie ist ein spirituelles Bekenntnis. Ohne Kombi im Fuhrpark empfinden wir unsere Welt nämlich als unvollständig und trübe. Mit dem Mazda6 Sport Combi ist uns gerade wieder ein Licht aufgegangen. Wie schön es doch ist, sich auf Anhieb zu verstehen, ganz ohne Erläuterungen und Übersetzung komplizierter Absichtserklärungen.

Der Mazda6 ist ein gerader Michel.

Er hat eine offene Art, keine versteckten Attitüden. Er ist ein sportlicher Typ, frei von jeglichem Angebertum. Er sieht gut aus, ruft aber ­keinen Neid hervor. Er hat ­beachtliche innere Qualitäten, eine schmeichelhafte fernöstliche Feinsinnigkeit und eine enorme Kondition. Von der noblen Landpartie über die Fernreise bis zum Baumarkt-Besuch haben wir seine Qualitäten schon freudig ausprobiert.

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Praktisch. Du Kofferraum, mein Wohnzimmer. Mit Raumteiler, Taschenhaken und einladendem Spannteppich.

      Definieren wir die Freude in der Reihenfolge des Wärmeempfindens: Wir haben nach dem Mazda6 Sport Combi mit dem stärksten Diesel gegriffen. Eine gute Wahl. Der Vierzylinder der neuen Skyactiv-Generation hat zwei Liter Hubraum, Common-Rail-Einspritzung und 175 PS. Bei 2000 Umdrehungen hält er sein volles Drehmoment von 420 Newtonmeter bereit. Start-Stopp und Rekuperationssystem sind serienmäßig, wir sind bisher mit 7,1 l/100 km ausgekommen.

So weit die trockenen Zahlen. Das Gefühl der Saftigkeit kommt dann unter Feuer auf: ein homogener, dichter, satter Strom, der das Blut nicht kirre verwirbelt, wie das kapriziöse Benzinmotoren vermögen, sondern der eine dichte Wolke der Begeisterung erzeugt, auf der man dahingleitet, getragen von harmonischer Kraftentfaltung, die nie an Zug verliert und ­immer elastisch und ohne ­Ruckeln abrufbar ist, egal ob man schaltfaul bei 1500 Touren aus der Sechsten beschleunigen oder mit erhöhtem Druck die Nadel konstant hoch halten will.

Und man will die Nadel hoch halten. Weil: der Mazda6 ist ein SPORT Combi.

Das ist kein leeres Attribut, sondern bezeichnet die Grundhaltung ­einer ganzen Modellfamilie, die sich beim Kombi in einem interessanten Umfeld zuspitzt: Sportlichkeit als Gegengewicht, um das ­Verhältnis zwischen Fahrer­position und Kofferraum auszubalancieren. Die Karosserie ist wohlig verwindungssteif, der Innenraum fein gedämmt, das Fahrwerk in Kurven angenehm straff und auf der Autobahn ungerührt gegen Belags-Grausamkeiten. Die Lenkung kommt präzise, der Griff am Lenkrad verlangt immer nach genau dem rich­tigen Muskel­tonus in den ­Armen. Aktiv, aber mühelos. Auch die manuelle Sechsgang-Schaltung fügt sich gut ins Arrangement. Jeder Gangwechsel ist wie ein Taktschlag, der auf ein gut abgestimmtes Orchester trifft. Und weil man eben in einem Kombi sitzt, kann man sich das in aller Feinheit bewusst machen, muss es aber nicht.

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Fond mit feiner Beinfreiheit.

Nächster Wärmeherd: Das Preis-Leistungs-Verhältnis, wobei man hier eigentlich nicht groß die Wahl hat.

Den 175-PS-Diesel gibt es nur in einer Ausstattung, Revolution, sie ist das Beste, was die Modellreihe zu bieten hat. Knapp 37.000 Euro sind dafür zu bezahlen, nicht wenig Geld durch die Finanzierungsbrille betrachtet, es findet aber durchaus seine Entsprechung auf der Habenseite: von Xenon-Scheinwerfern und ­elektrisch bedienbaren Sport-Ledersitzen mit hoher Langstreckentauglichkeit über eine zugfrei regulierbare 2-Zonen-Klimaautomatik mit Eco-Modus bis zur tadellosen Musik­anlage mit Bluetooth-Freisprech-Einrichtung und zum schlüssellosen Zugangssystem.
Einmal abgesehen davon, dass die Ansprüche der sportlichen Form mit dem Laderaum gestalterisch harmonisch zusammengehen, handelt es sich beim Sport Combi auch um ein klug und detailgenau abgestimmtes Arrangement. Der Kombi ist mit seinen 4,8 Metern Länge einen Hauch kürzer als die Limousine und bietet 522 bis 1648 Liter Laderaum. Das ist formal keine Klassenbestleistung, aber viel Platz, der sich gut nutzen lässt. Das Klappsystem ist anstrengungsfrei im Umgang. Die Lehnen fallen bereitwillig nach dem Entriegeln und lassen sich wieder aufrichten, ohne Oberarm-Trainingsdefizite ­anzumahnen. Das Zauberwort dafür lautet „Karakuri“. Man muss es nicht sprechen, sollte es sich aber merken, weil es ein so feines Beispiel für das Poesie-Potenzial von Technik made in Japan ist. Und es trifft auch die Laderaum-Ab­deckung, die herzerfrischend pfiffig konstruiert ist. Sie ist an der Heckklappe mitbefestigt, öffnet und schließt sich mit ihr, kann also nie vergessen (aber auch ganz entfernt) werden und kann so – netter Neben­effekt – auch als Sonnenschutz herhalten, wenn man den ­Wagen beim Parken schlau ausrichtet und auf der Kofferraum-Veranda vielleicht ein bisschen chillen will.
Wir haben das auch schon ausprobiert. Und dabei Pläne geschmiedet. Die Anschaffung einer Anhängekupplung, zum Beispiel. 175 PS verlangen nach Aufgaben, an denen sie sich abarbeiten können. Wir werden sie zu finden wissen. Mehr dann im Zwischenbericht nach dem Sommer.

Zum Dauertest Zwischenbericht des Mazda6 Sport Combi.
Zum Dauertest Abschlussbericht des Mazda6 Sport Combi.

Den Crashtest des Mazda6 finden Sie auf der Homepage des Euro NCAP.

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