Mazda 6 2,0 165PS Revolution vorne front seite seitlich rot
„Die Richtung passt, weil edel geht immer.“
 

Testbericht: Mazda 6 2,0 165PS Revolution

Geschärft im Auftritt, gestärkt in der Performance: Für Mazda hat das Jahr gut begonnen.

13.09.2013 Autorevue Magazin

Schon länger beharkt die Marke, welche bis zum Auftritt des CX-5 ein wenig mit Halbgas fuhr, die Welt mit ihrer neuen Designsprache. So Ankündigungen zerreiben sich oft an der steinigen Realität, in der nicht zuletzt die Angst vor Renditeverlusten umgeht. Also bloß kein Risiko. Wurde auch hier nicht eingegangen. Geblieben von der Studie Takeri ist aber überraschend viel, mit Schwerpunkten auf Frontbereich und Muskeln und ­Sehnen.

Ein definiertes Auto.

Design muss sich nicht auf behübschten Fotos bewähren, sondern zum Beispiel in einer Stadt, die gerade im Winter ihre Stärken als rezeptpflichtiges Prodepressivum voll ausspielt. Wien. Und in der Tat: Der Mazda 6, überhaupt in Rot, kämpft tapfer gegen das be­drückende Straßenbild und macht Kleckse von Farbe und Form, die für Sekunden vergessen lassen, dass alles immer gleicher (und silberner) wird.

Das ist eine der großen Stärken des neuen 6. Eine andere ist der Platz. Mit 4,87 Meter Länge übertrifft er praktisch die gesamte Konkurrenz. Das setzt sich vor allem in enorme Beinfreiheit im Fond um.

Mazda 6 2,0 165PS Revolution hecklicht rueckleuchte

Downsizing fehl am Platz?

Wir fuhren den Zweiliter-Benziner mit 165 PS, der für Beharrung und Fortschritt ­zugleich steht. Beharrung, weil hier der Trend zum Down­sizing nicht mitgemacht wird. Fortschritt aber, weil durch die ungewöhnlich hohe Verdichtung von 14:1 und durch den Einsatz eines Kondensators zur kurzfristigen Energiespeicherung dennoch innovativ am Benzinsparen gearbeitet wurde. Der Kondensator sammelt beim Bremsen und Vom-Gas-Gehen Energie ein und gibt sie gleich darauf wieder an die Batterie oder an Verbraucher (Klima etc.) ab.

Die Folge ist ein Gesamtverbrauch von knapp sieben Litern, was für ein Auto dieser Stärkenordnung sehr okay ist.

Also Stärke: Der hochverdichtete Benziner zieht kräftig an und kann städtisch auch schaltfaul gefahren werden: Mit dem dritten Gang lassen sich die meisten Aufgaben ­außer Wegfahren erledigen, bis hin zum munteren Trab. Bei regulärem Autobahntempo ist der 6er auch sehr kultiviert ­unterwegs, also verhalten im Geräusch und außerdem komfortabel gleitend. Darüber wirkt der Motor angestrengt. Aber darüber ist eigentlich eh Kür und nicht mehr Pflicht.Mazda 6 2,0 165PS Revolution seitlich seite

Was bringt der Neue Innen?

Mehr Pflicht als Kür ist auch die Armaturenlandschaft, optisch wirkt da schon das eine oder andere etwas angestaubt. Etwa dieses Fach mit Deckel in der Mittelkonsole, genau so gibt’s das schon seit 20 Jahren in diversen japanischen Autos.

Allerdings kann man über die Armaturen auch das Positivste sagen, was es gibt, nämlich: große Übersichtlichkeit und Einfachheit in der Bedienung. Dazu ein recht sportliches Lenkrad, ein feiner, ­großer Bildschirm an der richtigen Stelle und ein ebenso ­feiner Multifunktionsdrehknopf auf der Mittelkonsole in der Ausstattungsvariante ­Revolution. Das ist alles hübsch und gut, und auch die gesamte Ergonomie ist passend gemacht durch angenehme Abstände und Erreichbarkeiten. Die Schaltung ist nicht knochig, sondern hakelig. Zur Automatik wird geraten (sowieso immer).

Und dann sind auch noch die schönen Ledersitze serienmäßig! Nun ist der Mazda 6 kein Sonderangebot, aber vergleichen wir ihn mit einem ähnlich teuren Passat, bleibt dort einiges offen, was im Mazda frei Haus mitgeliefert wird (siehe Datenkasten). Der Passat mag sich etwas mehr nach Oberklasse anfühlen, ­dafür ist er aber auch um zehn Zentimeter kürzer.

Mazda 6 2,0 165PS Revolution hinten sitzbank rueckbank leder weiß

Wir können sagen: Der Mazda 6 fährt auf Augenhöhe mit seinen Gegnern. Durch sein schickes Design und die vergleichsweise Üppigkeit der Ausstattung ist er nicht unbedingt ein Angebot für Rechner, was insgesamt auch mit einem deutlich fühlbar gewachsenen Selbstbewusstsein im Auftritt einhergeht. Die eingeschlagene Richtung passt also, weil edel geht immer.

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