Testbericht: Mazda 6

Die erquickliche Wirkung von geschmacklicher Intensität, substanzieller Dichte und 170 marschbereiten Pferden.

01.01.2008 Autorevue Magazin

Das Auge meldet gleich, dass sich beim Sechser etwas Ernsthaftes getan hat. Er entwickelt durch die neue, ruhige, souverän designte Karosserie eine Aura von hoher technischer Kompetenz. Dazu trägt freilich auch die dramaturgisch perfekt gewählte Farbe unseres Testwagens bei. Ebony Black. Wobei die Bezeichnung viel zu kurz greift. Es handelt sich dabei um ein an der Grenze zum Schwarz liegendes Violett, das im Sonnenlicht ins Dunkelrot kippt. Erinnert an Blutwurst im guten Sinn und gibt dem Mazda6 einen amerikanischen Touch, woran auch die abgedunkelten Heckscheiben ihren Anteil haben.

Wie der Sechser dasteht, repräsentiert er die zivile Krönung seiner selbst. (Der neue 2,5-Liter-Vierzylinder bringt unter sonorem Brummen 170 PS auf die Straße, was Kraft genug ist, um sich üppig versorgt zu fühlen und an feuchten Herbsttagen in der Kurve ordentlich das ESP zu fordern. (Man könnte es ausschalten, aber warum sollte man?) Er dreht frei nach oben hinaus, erregt dabei aber nicht weiter das Gemüt und hat genug Schub, um bei Bedarf ein bisschen das Alpha-Tier heraushängen zu lassen (falls wieder einmal ein Audi/BMW/Mercedes mit arroganter Aus-dem-Weg-Attitüde im Rückspiegel auftaucht). Wegen des satten Fahrgefühls, der über das Lenkrad spürbaren Dichte der gesamten Molekülstruktur und der inneren Ruhe empfindet man den Mazda6 fast als ein bisschen deutsch (das ist als Kompliment gemeint) und gleichzeitig als überaus eigenständig (das ist auch ein Kompliment).

Das Lederlenkrad liegt gut in der Hand. Auch der Schalthebel. Die neue Anordnung kommt gut. Auch die Pedalerie entspricht in Widerstand und Position der gehobenen Mittelklasse-Erwartung. Zentrale Elemente sind das Cockpit, dessen Instrumente kräftig blau und rot leuchten, was eine belebte Stimmung schafft, und die mit schlichten, großen Tasten und Drehknöpfen bestückte Mittelkonsole. Die Bedienung funktioniert weitgehend intuitiv, ein bisschen muss man mit den Fernbedienungsknopferln am Lenkrad spielen, bis man von Uhr auf Durchschnittsverbrauch umstellen oder einen bereits gehörten CD-Track noch mal anwählen kann. Die Musik kommt übrigens fett aus der (serienmäßigen) Bose-Anlage. Das rundet das Bild aus dunklen Scheiben, Dunkelblut-Lackierung und Achtzehnzöllern auch akustisch ab.

Der Mazda6 ist auf schöne Art gefällig, bietet reichlich Platz in der zweiten Reihe und einen echt großen Kofferraum für eine Limousine (519 Liter), der sich bis hinter die erste Sitzreihe erweitern lässt. Das müssen heute auch Stufenhecks können.

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