Mazda5 dyn links
Der Mazda5 erfüllt tapfer die Erwartungen,...
 

Testbericht: Mazda 5

Ungefähr dort, wo sich der Großteil aller ­Erwartungen trifft, findet man auch die besten Lebensgefährten.

16.12.2010 Autorevue Magazin

Es ist schon einigermaßen verrückt. Da gibt es inzwischen dermaßen viele verschiedene Automodelle, immer wieder werden neue Nischen entdeckt, aufgebrochen oder aufgebohrt. Und da sitzt plötzlich ein Auto ziemlich in der Mitte des ­gesamten Spektrums, quasi ­zentral im automobilen irdischen Universum, und hat kaum Gegner. Ja, es gibt viele Autos, die sind ungefähr gleich lang oder gleich hoch oder gleich breit oder gleich alles miteinander. Und doch kann man hier Talente herausschälen, die sonst kaum zu finden sind.

Auf den Punkt gebracht: Den ebenfalls neuen Ford Grand C-Max (einmal nach vorne blättern) ausgenommen, ist die Luft bei kleinen Siebensitzern mit Schiebetüren dünn. Dies gilt es zu betonen, da zwar die Autos in den vergangenen Jahren größer geworden sind, nicht aber die Parkplätze, und uns die äußeren Umstände ­immer öfter in die Tiefen der Parkkatakomben zwingen, wo zum Wohle der Immobilien­investoren die chronische Enge das herrschende architektonische Element ist.

Was die sieben Sitze angeht: Es ist zugegebenermaßen nicht der statistische Kinderreichtum, der deren Notwendigkeit provoziert. Aber während uns die Wissenschaft jahrzehntelang die Dienstleistungsgesellschaft prophezeite, sind wir mittlerweile in der Selbstbedienungsgesellschaft angekommen. Hier kann uns am besten ein Auto helfen, das höchste Flexibilität aufzuweisen hat, und sieben Sitze sind einfach eine definitive Ansage zum Thema allgegenwärtige Bereitschaft.

Apropos Bereitschaft: Die Flexibilität des Innenraums ist vorbildhaft. Durch trickreiche Verklappbarkeit lässt sich das Mobiliar an allerhand unterschiedliche Bedürfnisse anpassen. Wir wollen das jetzt nicht im Detail erklären, jedoch dazu noch betonen, dass alle Handgriffe gänzlich ohne Bandscheibenvorfall, ja sogar ohne muskuläre Verspannungen oder blaue Finger zu erledigen sind. Unbedingt erwähnt muss im gleichen Atemzug insgesamt die tadellose vertrauensspendende Verarbeitung werden.

Auch dem Fahrgefühl sei an dieser Stelle Aufmerksamkeit gewidmet: Die vergleichsweise geringe Höhe für einen kompakten Van induziert ein geradezu limousinenhaftes Fahr­gefühl, wobei auch das gute Fahrwerk seinen Beitrag zur geringen Seitenneigung in Kurven leistet. Es gibt nicht das ­geringste Wackeln um die Längsachse, wie es in dieser Fahrzeugklasse immer noch manchmal zu beobachten ist. Kurzum: Fahrwerk und Lenkung zeigen beste Manieren.

Dem Kapitel Motorisierung sei gleich ein Lob vorausgeschickt, nämlich betreffend die Start-Stopp-Automatik. Sie ­arbeitet vorbildlich unauffällig und ist, gemeinsam mit dem sehr lang übersetzten Getriebe, wohl ein wesentliches Element dafür, dass ein beachtlich ­geringer Normverbrauch dargestellt werden kann. Der ­nächste Schritt, der Verbrauch im wahren Leben, ist dann schon differenzierter zu sehen. Dort kann die originelle Getriebeübersetzung durchaus zum Bumerang werden. Nach altem Denkmuster handelt es sich nämlich im Wesentlichen um ein Fünfganggetriebe mit Overdrive. Das heißt, der sechste Gang ist so endlos lang übersetzt, dass man auf der ­Autobahn entweder sehr häufig in die Fünfte zurück muss oder ständig Vollgas damit fährt, ohne auch nur im Geringsten das Speedlimit zu überschreiten. So schraubt sich der Verbrauch gegen neun Liter in die Höhe. Es scheint aber auch möglich, deutlich darunter zu bleiben, wenn man sich auf die Eigenheiten ein wenig einstellt.

Einen angenehmen Effekt hat die lange Sechste aber durchaus: Tacho Hundertvierzig geht mit rund 3000 Touren, ein angenehm niedriges Drehzahlniveau, das wir sonst nur von Dieselmotoren gewöhnt sind.

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