mazda3 sport g165 revolution rot front vorne
 

Testbericht: Mazda 3 Sport G165 Revolution

Mazdas Wichtigster geht mit neuem Motorenkonzept in die nächste Runde. Geht das gut?

27.11.2013 Autorevue Magazin

Es scheint, als hätte Mazda wieder zur alten Form zurückgefunden: Der CX-5 verkauft sich wie geschnitten Brot, der 6er wird wohlwollend von der Kundschaft aufgenommen – der neuen „Kodo“-Design­philosophie sei Dank. Dieser folgt auch der 3er, welcher den Schwung in die Kompakt­klasse übernehmen soll.

mazda3 sport g165 revolution rot heck seite hinten

Viele der Linien wirken vertraut – ergeben ein hübsches Ganzes.

Der Mazda3 und die Kodo-Designphilosophie

Seltsam nur: In natura wirkt er, nun, langnasig. So, als hätte er den kompletten Vorderwagen vom 6er übernommen (was zu einem gewissen Grad auch stimmt). Das verleiht der Seitenlinie etwas vom seligen Z3 Coupé, nur eben mit fünf Türen. Auch der Dachschwung am Heck kommt uns bekannt vor (Giulietta!), genauso wie das Hecks von einem Infiniti sein könnte. Aber das ist nicht das Thema: Alles fügt sich zu einem homogenen Ganzen, wirkt modern, ohne allzu ­modisch zu sein, und transportiert sogar eine Prise ­Leidenschaft.

mazda3 sport g165 revolution rot cockpit armaturen innen

Schon die Gestaltung des Interieurs lässt den Fahrer im Mittelpunkt vermuten. Was im Umkehrschluss aber nicht bedeutet, dass einen der Dreier irgendwie nervig antreiben würde. Man kann, muss aber nicht.

Der beschwingte Pinselstrich setzt sich auch am ­Armaturenbrett fort.

Diskus­sions­­material für den Stammtisch liefert der aufgesetzte Multimedia-Monitor, ähnlich wie wir ihn von der Mercedes A-Klasse kennen. Das mag man oder eben nicht. Kritikfrei ist die Ergonomie, der Dreier verlangt kein vorheriges Studium der Betriebsanleitung – lediglich das Navi samt Dreh-Drück-Bedienelement bedarf kurzer Gewöhnzeit. Fein: Unter dem Deckel der Mittelkonsole finden sich gleich zwei USB-Steckdosen und ein SD-Slot. Weniger gelungen finden wir nur die finstere schwarze Kunststoffwüste, die atmosphärisch eine Klasse tiefer ­angesiedelt zu sein scheint – auch die Klavierlackteile helfen dagegen wenig. ­Immerhin ist alles solide ­verarbeitet.

mazda3 sport g165 revolution rot usb aux stecker anschluss 12v

Man kann sich den Dreier in Sachen Sitzposition richtig sportlich einrichten, was nicht immer so war. Das Lenkrad lässt sich nun weit genug ­herausziehen, liegt gut in der Hand und stellt den Kontakt zu einer verbindlich präzisen Lenkung her. Ähnlich das Gefühl auf der Bremse – schlicht: am Punkt. Das Fahrwerk? Ausgewogen, komfortabel und doch exakt, bei Übermut klar auf der sicheren, untersteuernden Seite.

mazda3 sport g165 revolution rot kofferraum

Keine Überraschungen im Heckabteil. Darunter: Kompressor.

Das Highlight ist allerdings der Motor.

Mazda pfeift keck auf alle Bekehrungsversuche der Downsizing-Prediger und verzichtet auf Hubraumverkleinerung und Aufladung. Dafür gibt es eine außergewöhnlich hohe Verdichtung von 14:1, was das Drehmoment ordentlich unterfüttert, gleichzeitig aber Probleme mit der Selbstentzündung des Sprits – dem Klingeln – bringt. Man hat das aber bravourös mit speziellen Kolbenformen und Mehrloch-Einspritzdüsen abgefangen, der Motor lässt sich im Gegensatz zu hochgezüchteten Zwergen mit herkömmlichem 95-Oktan-Sprit fahren.

mazda3 sport g165 revolution rot display

Im richtigen Leben fühlt sich das überraschend erwachsen an, gerne würde man dem Motor bei einer Blind­verkostung ein Vierterl mehr Hubraum zugestehen, als er tatsächlich hat, besonders unten heraus. Klar fehlt der Turbobums, dafür gibt’s homogene Leistungsentwicklung über den gesamten Drehzahlbereich. Was er braucht? Bei normaler Fahrweise bleibt garantiert ein Sechser vorm Komma stehen – eben weil man nicht drehen muss, um adäquat weiterzukommen. Dem großen Benziner ist auch das i-eloop-System vorbehalten, das Bremsenergie in einen großen Kondensator rekuperiert und bei Bedarf wieder abgibt. Dass der Motor auch wie ein Motor klingen darf und nicht komplett ins Soundnirwana geschickt wurde, ­nehmen wir ebenfalls schnurrend zur Kenntnis: nicht ­aufdringlich, aber auch nicht zu diskret.

mazda3 sport g165 revolution rot rueckbank

Der Rest? Das Platzangebot hinten entspricht dem Klassenschnitt, durch den Schwung der seitlichen Fensterlinie fühlt man sich hinten je nach Neigungsgruppe geborgen oder eingeengt. Platz nach oben ist jedenfalls sogar für Sitzriesen genug vorhanden. Auch der Kofferraum ­entspricht den ­Anforderungen in dieser Liga, Größe und ­Variabilität sind völlig okay. Bleibt nur die ­Frage, wo der Dreier – Längster seiner Klasse – die zwanzig Zentimeter Längenvorteil gegenüber dem Golf verspielt: Ach ja, da war doch was mit einer Charakternase …

Mehr Infos zum Mazda3 finden Sie auf der Homepage von Mazda.

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