Maserati Gran Turismo Sport Coupe

Testbericht: Maserati Gran Turismo Sport

Verehrtes V8-Orchester in noch vollerer Lautstärke.

Autorevue Magazin
Veröffentlicht am 06.08.2012

Ein Artikel aus der Autorevue vom Juli 2012.

Wir schreiben den Vorabend des großen Aufbruchs: Maserati ist eine handverlesene Sportmarke mit einer Jahresproduktion von an die 6000 Autos. Erst in zwei, drei Jahren wird die Welle anrollen, wie Godfather Marchionne angekündigt hat. Auf 50.000 Autos soll die Jahresleistung dann ­anschwellen, dank neuem Quattroporte, SUV (der Maserati Kubang) und sportlicher Mittelklasse-Limousine, die das Maserati-Angebot ­unter anderem um Sechszylinder und Diesel erweitern werden.

Noch aber ist es nicht so weit, noch ist Zeit für erfrischende kleine Liebesdienste am Gran Turismo. Noch haben wir es mit EINEM Motor zu tun, dem klassischen Achtzylinder-Saugmotor mit 4,7 Liter Hubraum, dessen Klang nun mehr denn je Legende ist: ein Symphonieorchester des jüngsten Gerichts, eine akustische Gänsehaut-Erscheinung, ein Ausnahme-Tonträger.

 

Maserati Gran Turismo Sport Coupe

 

Eine neue Sport-Version ersetzt nun die bisherigen S-Modelle mit Automatik und sequenzieller Lenkrad-Paddle-Schaltung.

Es wurde nicht an der technischen Grundlage gerührt, bloß alles ein bisschen verschärft und intensiver gemacht. Kürzere Schaltzeiten, steifere Fahrwerksabstimmung, zehn PS mehr. Diese Feinabstimmungen machen aus dem GT keinen Protagonisten der leichtfüßigen Moderne – er wiegt immer noch unverändert knapp 1900 Kilo –, man spürt jetzt aber eine entschlossenere Schärfe in der Bewegung, die einem Coupé wie diesem bei aller Ernsthaftigkeit angemessen ist.

Nachgerade famos sind die neuen Leder-Sportsitze, die schlanker gezeichnet sind und gut getrimmten Seitenhalt ­geben. Auch die Sitzgelegenheiten im Fond wurden nachgearbeitet und – so gut es ging – räumlich verbessert. Dass das Lenkrad nun unten abgeflacht ist, mag als Kniefall vor einer um sich greifenden Mode­erscheinung gelten, das neue Daumenbett aber ist eine Wohltat.

Außen nähert sich der Sport in zarten Anklängen der Supersport-Version MC Stradale. Das kann man an der schärferen Zeichnung von Front, Heck und Seitenschwellern ablesen. Auch das neue Blau ist auffallend. Blu Sofisticato heißt es und reicht bis an die Bremssättel. Im gewagten Fall kann es mit Türgriffen und Heck-Spoiler-Lippe aus Karbon kombiniert werden. Das sind Details. Aber noch haben wir Zeit, diese zu würdigen.

Und hier noch ein Video zum Maserati Gran Turismo:


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