Lotus Elise S Club Racer Daytona Blue
Dort gut aufgehoben, wo die längste Gerade maximal 300 Meter lang ist.
 

Testbericht: Lotus Elise S Club Racer

Schlank geht noch schlanker: die Lotus Elise S Club Racer ist ein Magermodel auf Entschlackungskur.

06.06.2014 passion:driving

Nein, ein Lotus darf nicht fett sein. Selbst, wenn er einen auf GT macht und ganz egal, wieviele Pfunde sich der stolze Eigner von Zeit zu Zeit aneignet. Bei diesem Wägelchen zählt jedes Gramm. Mehr aus Prinzip – und weil’s halt geht – hat man daher in Hethel ein noch leichteres Leichtgewicht erdacht: den Lotus Elise S Club Racer. Ein penibler Blick ins Datenblatt verrät aber, dass man der schlanken Britin Unrecht tun würde, sie rein auf ihre Diät zu reduzieren. Wirklich viel leichter ist sie nämlich gar nicht. Dafür haben die Engländer aber ein schönes Paket für Leute geschnürt, welche eine Elise nur zu einem Zweck anschaffen: Fahrspaß.

Lotus Elise S Club Racer Daytona Blue

Bestens geeignet für kurviges Geläuf

Elise Clubracer S: Mehr Leistung, weniger Gewicht – theoretisch

Kurz noch einen Blick auf die Nomenklatur, denn da versteckt sich ja noch ein S im vollen Modellnamen. Das steht für die leistungsgesteigerte Version der Lotus Elise: Dank Kompressoraufladung wurde der 1.8 Liter Vierzylinder von Toyota auf 220 PS aufgeblasen und ist so gerüstet kräftig genug unterwegs, um den Stammtischsprint in 4,6 Sekunden zu erledigen. Viel wichtiger als die blanken Zahlen ist aber die Tatsache, dass der Motor in dieser Konfiguration erheblich zum Fahrspaß beiträgt. Denn egal zu welcher Zeit, man ist eigentlich immer im richtigen Gang. Das liegt am schön eng abgestuften Getriebe einerseits, aber auch an der feinen Elastizität des Motors andererseits. Prinzipbedingt vergeht zwar auch hier eine kurze Gedenksekunde, bis die Ansaugluft ausreichend komprimiert ist, belohnt wird das aber mit einem schönen Drehmomentberg und einer saugertypischen Drehfreude, die bis knapp unter 7.000 Touren kein Ende kennt.

Lotus Elise S Club Racer Daytona Blue

So wird sie auch ausgeliefert: ohne Verdeck.

Und in den Kurven ist der Lotus halt ein Lotus: scharfes Einlenken, ordentliche Haltekräfte am Lenkrad und ein Ausführen von Richtungswechseln, als stünde die Elise unter der Wirkung von Aufputschmitteln. Nervöse Reaktionen sind ihr trotz allem aber weitestgehend fremd, denn das Fahrwerk versucht nicht mit übertriebener Härte einen auf Sportler zu machen und ist immer noch verhältnismäßig weich. Hier darf das Fahrwerk noch richtig arbeiten – weil eben der Rest stimmt und keine zwei Tonnen zur Sportlichkeit erzogen werden müssen. Selbst den übermütig frühen Einsatz des Gaspedals in engen Kurven steckt sie mit britischer Gelassenheit weg. Höchstens das kurveninnere Hinterrad scharrt dann schonmal etwas kräftiger mit den Hufen, eine Sperre gibt es an der Hinterachse nicht. Braucht es aber nicht zwingend, die Elise funktioniert auch so ganz hervorragend – und das sogar, wenn man das ESP noch als finalen Rettungsanker aktiv lässt. Im Sportmodus übt sich das System in Zurückhaltung. Da brauchts schon einen Grobmotoriker am Volant, damit das System in die Bresche springt.

Finger weg von der Aufpreisliste!

Dass der Testwagen trotz des “Club Racer”-Labels mit Klimaanlage und Radio ausgeliefert wurde, sorgt einerseits für Verwunderung, zeigt andererseits, dass sich der Club Racer gar nicht so sehr auf die Gewichtsreduktion versteift, wie man eigentlich erwarten würde. Stattdessen will der Club Racer vor allem ein attraktives Ausstattungspaket sein: ab Werk fehlt es an unnötigem Schnickschnack wie Klimaanlage und Radio, selbst das sich ab 150 km/h abhebende Stoffdach ist dann nur noch optionales Zubehör.

Lotus Elise S Club Racer Daytona Blue

Proportionen, die sich kaum ohne Sexismus beschreiben lassen – aber begeistern

Dafür gibt es serienmäßig aber geschmiedete Felgen, a bisserl schwarze Retuschen vom “Black Style”-Paket und extraleichte, in wagenfarbe lackierte Sitzschalen, die nur an den allernötigsten Stellen behutsam bepolstert wurden. Das kennt man schon von der Elise Club Racer ohne S, hier gibt’s dann aber noch den Kompressordampf obendrauf. Dank des mit dem “Club Racer”-Siegel einhergehenden Verzichts, ist die Elise S Club Racer sogar günstiger, als die normale S. Wer zu den ganz strammen Burschen gehört, der kann auch noch auf die Airbags verzichten und ein paar weitere Gramm einsparen – oder halt einfach vor der nächsten Ausfahrt auf den Abort gehen, das dürfte auch helfen.

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