range rover evoque front
Bei km 11.170 befreite uns der Evoque von der Sorge, es könnte nichts kaputtgehen.
 

Dauertest-Abschluss: Land Rover Range Rover Evoque 2,2 SD4 Prestige Automatik

Das waren unsere feschesten Kilometer seit langem, und das auch noch ziemlich problemlos.

17.07.2013 Autorevue Magazin

Ein Jahr ist nun vorbei, und wir haben ziemlich genau fünf Vierer auf dem Tachometer des Range Rover Evoque, oder besser: Exakt bei Kilometerstand 44.442 haben wir das letzte Mal getankt. Nun folgt das Abschlussurteil aus dem Blickwinkel mannigfaltiger ­Erfahrungen. Bis dahin haben wir auf unseren Wegen durch halb Europa über viertausend Liter Diesel verbrannt, des Öfteren über die zähe Bedienung von Bordcomputer und Navigationssystem gemotzt, die ­Sitze über alles gelobt, die Langstreckentauglichkeit verherrlicht, die Eignung für den Stadtverkehr wohlwollend ­begrüßt und uns am anhaltend erfrischenden Design erfreut.

Erste Probleme mit dem Evoque nach 11.170 km

Doch der Reihe nach: Bereits bei Kilometerstand 11.170 befreite uns der Evoque von der latenten Sorge, es könnte bis zum Ende nichts kaputt werden: Vibrationen in der Lenkung kündigten den Tausch einer Antriebswelle an. Ein knisterndes Geräusch beim Lenken wurde bei dieser Gelegenheit durch eine zusätzliche Schraube auch gleich ­beseitigt. Dies wäre also der klassische Garantiefall, dachten wir. Aber dabei sollte es defektmäßig dann auch bleiben. ­Bemerkung am Rande: Jeden anderen ­hätten wir eines un­zulässigen Geländeausflugs als Ursache für eine verbogene Halbwelle bezichtigt. Martin Strubreiters Feingefühl, im Besonderen für alles Maschinelle, würde so einen Missbrauch der Mechanik aber niemals zulassen. Denn er war der Überbringer der Botschaft.

range rover evoque leder nähte

Noble Nähte Die Ledergarnitur in Dunkelgrau macht sich ausgezeichnet und kostet in der Modellvariante ­Prestige nicht einmal extra.

Tatsächlich war ab diesem Moment Ruhe, gespenstische Ruhe, könnte man fast sagen. Von da weg wurde neben dem Tanken nur mehr einmal ein Liter Öl nachgefüllt. Waschen und ein bisschen Scheibenfrostschutz, das war’s dann schon. Ein schlechtes ­Geschäft für die Tankstellen, die ihre Kohle ja nicht mit dem Sprit, sondern mit dem Rundherum verdienen, wie sie selbst immer wieder beteuern.
Gesamthaft bietet der ­Range Rover Evoque eine punkt­genaue Antwort, warum Sports Utility Vehicles so beliebt sind in diesen Tagen: Weil sie die Stärken des Automobils am umfassendsten vereinen. Wir haben zum Beispiel ganz intensiv ­gespürt, dass Auto­fahren mehr ist als Mobilität. Auch wenn dies in unserem Fall nur vor­übergehend geschieht: Jede und jeder hat den Evoque nicht nur gefahren, sondern regelrecht in Besitz genommen. Es fällt so leicht, sich mit hübschem Design, dem kraftvollen Auftreten zu identifizieren, allein das Einsteigen hebt scheinbar grundlos die Stimmung.

Die Sorglosigkeit, mit der uns der Evoque verwöhnte, ist natürlich die Grundlage für ­automobilmenschliche Freundschaften.

Was aber wirklich zählt, wenn jemand weit über 50.000 Euro für ein Auto ausgibt, ist die Außen­wirkung. Im Zwischenbericht wurde es schon angedeutet: Es geht um Sympathie. Wird das Auto als sympathisch wahrgenommen, färbt das auch auf uns ab.

range rover evoque innen

Greifen sie Raum. Für Fondpassagiere und Gepäck eher knapp: Das Grundkonzept zeigt auf einen Zweisitzer mit viel Kofferraum bei umgelegten Rücksitzlehnen.

Als Grundlage des atmosphärischen Wohlbefindens fungiert wohl die hohe Alltagstauglichkeit. Die Kürze der Karosserie, die Größe der Räder, die Breite des Innenraums ergeben einen Goldenen Schnitt in der Nutzbarkeit. Fahrkomfort ähnlich einer Oberklasselimousine, rasantes Vorankommen bei hoher Wendigkeit ähnlich einem Kompaktwagen. Das ist schon eine gute Kombination für das heutige Alltagsverkehrsgewusel. Und weil es letztlich doch keine Wunder gibt, ist natürlich auch zu betonen, dass der Komfort für die Passagiere auf den Rücksitzen rein räumlich begrenzt ist und der Kofferraum eher klein. ­

Der Range Rover Evoque driftet hier schon eher in Richtung Zweisitzer mit viel Kofferraum

– was aber perfekt zu einem kinderlosen bzw. Zweitauto-Nutzerprofil passt.
Die hohe Dynamik des ­Gesamtsystems kostet natürlich, nämlich Sprit. Wir haben wirklich alle Lebenslagen durchprobiert. Unter acht Liter auf 100 km zu kommen ist ziemlich schwierig, andererseits: über zehn ­Liter geht nur auf deutschen Autobahnen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und ist in jeder Hinsicht vom fahrerischen ­Engagement abhängig, also vom Gasfuß. Doch keine Illusionen! Die Selbstverständlichkeit, mit der sich der Evoque bewegen lässt – geringe Windgeräusche, kultivierter Motor, geschmeidiges Getriebe, leises Abrollen – begünstigt eine forsche Fahrweise.

Range Rover Evoque Dauertest-Einstieg

Range Rover Evoque Dauertest-Zwischenbericht

 

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